Marc Gene im neuen Ferrari-Simulator in der Fabrik in Maranello

Formel 1 2009

— 27.12.2009

Ferrari-Simulator: Willkommen in der virtuellen Welt

Zwar bekommt ein Pilot im neuen Ferrari-Simulator nicht eins zu eins das Gefühl wie auf der Strecke, doch in der Entwicklung leistet er einen wichtigen Beitrag

In der modernen Formel 1 wird der Einsatz von Simulationstechniken immer wichtiger. Deshalb hat Ferrari nun, nachdem man jahrelang im Forschungszentrum von Fiat gearbeitet hatte, in Maranello einen eigenen Simulator gebaut. "Ein Simulator besteht aus einem Formel-1-Cockpit, umgeben von Bildern, die ein Fahrer am Steuer eines echten Autos sehen würde, inklusive dessen, was im Rückspiegel abgebildet wird", beschreibt Marco Fainello, der Leiter der Abteilung Vehicle Performance, auf 'ferrari.com'.

Das Cockpit, das wie ein richtiger Bolide auch über die entsprechenden Pedale und ein Formel-1-Lenkrad verfügt, wurde auf eine Plattform gebaut, die Signale von elektronisch gesteuerten Aktoren übermittelt. "Diese Aktoren können jede denkbare Bewegung in alle Richtungen simulieren. So kommt alles zusammen, was ein Fahrer in einem Auto fühlen würde" so Fainello.

Er räumt jedoch ein, dass nicht jede Bewegung des echten Autos ganz exakt wiedergegeben werden kann, "denn dazu bräuchte man so viel Platz wie auf einer richtigen Rennstrecke. Deshalb werden nur jene Bewegungen simuliert, die der vorhandene Platz zulässt und die dem Fahrer helfen, ein Gefühl dafür zu entwickeln, was er auf der Strecke erleben würde."

Mit einem speziellen Computer wird die Strecke in 3D-Optik simuliert, auch Objekte neben der Strecke und im Hintergrund. "Und natürlich die Strecke selbst, ihre Charakteristika hinsichtlich der Kerbs und die Streckenoberfläche", erklärt Fainello. "Zudem werden die Bilddaten dem Stand der Sonne und den entsprechenden Schatten angepasst und wir können äußere Parameter einstellen, wie Luft- und Streckentemperatur sowie Windrichtung und -stärke."

Fainello weiß, dass kein Simulator einem Fahrer eins zu eins das Gefühl vermitteln kann, das er im richtigen Auto hätte: "Aber ein Simulator kann gewisse Eindrücke vermitteln wie Sicht, Kräfte, Bewegungen, Vibrationen und Geräusche, die in manchen Bereichen identisch und in anderen Bereichen ähnlich oder anders, aber dennoch nah an der Realität sind. Damit kann man mit einem virtuellen Auto fahren und dabei Eindrücke gewinnen, die mit denen in einem echten Auto verglichen werden können."

"Wenn der Fahrer und die Ingenieure über ausreichend Erfahrung verfügen, dann können mit einem Simulatortest Daten gewonnen werden, die in der Entwicklung weiterhelfen und Aufschluss darüber geben, wie der Fahrer mit dem Handling und der Steuerung des Autos umgeht", erklärt Fainello weiter.

Der große Vorteil von Simulatoren: Hier kann unter absolut sicheren Bedingungen getestet werden, außerdem werden Kosten für Logistik und Ausrüstung gespart. Auch sind die Tests weniger zeitaufwändig, als wenn das Team an irgendeine Rennstrecke reisen müsste. Und man ist von den Launen des Wetters unabhängig, da die Bedingungen genauso eingestellt werden können, wie man es will. "Und schließlich haben Simulatortests weniger Auswirkungen auf die Umwelt als ein richtiger Test auf der Strecke. Denn es wird wesentlich weniger Energie verbraucht, als wenn derselbe Test auf einer Strecke gefahren wird", so Fainello.

Das Fahren im Simulator könne das Testen auf echten Rennstrecken natürlich nicht komplett ersetzen, betont Fainello, "aber wie viele andere rechnerbasierte Methoden und die Arbeit mit Prüfständen kann es zum Design- und Entwicklungsprozess neuer Komponenten beitragen, Kosten reduzieren und Zeit sparen."

Fotoquelle: Ferrari

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