Abenteuer Formel 1: Sir Richard Branson und sein neues Virgin-Team

Formel 1 2009

— 27.12.2009

Branson reizt die Herausforderung mit einem neuen Team

Sir Richard Branson hat sich mit Manor zusammengetan, weil ihn die Aufgabe interessiert, ein neues Team von Null an aufzubauen

In der vergangenen Saison leistete Sir Richard Branson mit Virgin als Geldgeber von Brawn seinen Beitrag zum Titelgewinn in der Fahrer- und Teamwertung. Doch 2010 startet er mit seinem eigenen Team. Er tat sich mit Newcomer Manor zusammen, die Mannschaft tritt mit den Piloten Timo Glock und Lucas Di Grassi offiziell unter dem Namen Virgin an. Ihn reize die Aufgabe, ein neues Team aufzubauen, begründet Branson diesen Schritt.

"Ich hätte natürlich auch für Brawn einen dicken Scheck ausfüllen und dort eine weitere Saison bleiben können", wird Branson von 'Autosport' zitiert. "Aber wenn ein Team einmal gewonnen hat, kann man das nicht mehr steigern. Also dachten wir, dass es besser ist, sich ein neues Team zu suchen und dieses zu unterstützen."

Bei seinem neuen Abenteuer bleibt der Unternehmer realistisch. "Wir erwarten nicht, dass wir genauso viel Glück haben werden wie in der vergangenen Saison. Wir sind uns dessen voll bewusst, dass wir das Team in den nächsten Jahren erst aufbauen müssen. Aber es wird aufregend sein, das zu versuchen", sagt Branson.

Für ihn und seine Mitstreiter ist das keine neue Situation: "Das Raumfahrt-Unternehmen, an dem Teamchef Alex Tai beteiligt war (Virgin Galactic; Anm. d. Red.) wurde auch in jahrelanger Arbeit aufgebaut. Und ich gehe davon aus, dass das hier auch der Fall sein wird."

Mit Technikchef Nick Wirth und seinem Team habe Virgin eine "brilliante Mannschaft", so Branson weiter: "Dass Nick bei uns arbeitet, hat auch Ingenieure von Brawn, von Red Bull, von fast allen anderen Teams angelockt. Er hat ein großartiges Team um sich. Für uns war es auch eine enorme Bestätigung, dass wir Timo Glock an Bord holen konnten, der nicht nur auf viel Geld verzichtet hat, sondern auch darauf, ein Auto zu bekommen, das bereits getestet wurde."

Das Virgin-Team ist ein langfristiges Projekt, doch Branson hofft, dass sich das Team über kurz oder lang dank anderer Sponsoren finanziell auf den Beinen halten kann, wenn es sich in der Formel 1 etabliert hat. Der Vertrag von Virgin mit dem Team laufe über drei Jahre, berichtet der Unternehmer, aber er sieht das Team auch weit darüber hinaus bestehen: "Sie müssen genug Sponsorengelder zusammenbekommen, um Jahr für Jahr weiterzumachen. Doch da sie innerhalb der Budgetgrenze arbeiten, sind die Chancen sehr groß, dass ihnen das auch gelingt."

Fotoquelle: xpb.cc

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