Kimi Räikkönen musste heute lange Zeit in der Ferrari-Box warten

Formel 1 2009

— 17.02.2009

Bahrain-Test: Nur Trulli kommt durch

Toyota-Pilot Jarno Trulli war am Dienstag der einzige Tester in Bahrain, der ohne Probleme durchfahren konnte - Bestzeit für Kimi Räikkönen

Nach den Dauerläufen gestern folgte am Dienstag die große Ernüchterung. Bei den Testfahrten in Bahrian war heute der große "Pannentag". Kimi Räikkönen musste seinen neuen Ferrari F60 wegen akuter Probleme mit KERS kurz vor Mittag für lange Zeit parken, auch Nick Heidfeld wurde mit dem BMW Sauber F1.09 vom Defektteufel heimgesucht. Nur einer kam durch: Jarno Trulli absolvierte im Toyota TF109 einen problemlosen Testtag mit insgesamt 149 Runden.

Die große Show in Manama bot heute ohne Zweifel Ferrari. Kimi Räikkönen markierte in 1:32.102 Minuten eine neue Bestzeit für die Autos des neuen Jahrgangs und hatte auf dem Weg dorthin seine liebe Mühe. Gegen elf Uhr bemerkten die Techniker der Scuderia, dass die Kühlung des Hybridsystems nicht ausreichend Leistung bot. Die Batterien von KERS drohten zu kollabieren.

Räikkönen fuhr den F60 vorsichtig zur Box zurück und dann begann eine filmreife Einlage der Mechniker. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen schraubte man über drei Stunden lang am F60, um KERS ohne Blessuren und Stromschläge zu reparieren. Die Techniker trugen dabei Schutzhandschuhe und man hielt sich an einen peniblen Ablaufplan.

"Das Team hatte für solche Fälle ein Training abolviert. Dieses Wissen konnte heute eingesetzt werden", hieß es in einer Ferrari-Erklärung. Gegen 15 Uhr konnte der Finne den Testbetrieb wieder aufnehmen und die Arbeit am Setup und mit den neuen Slicks fortführen. Im Team nahm man den Vorfall mit KERS als "wichtige Erfahrung im Hinblick auf die Zukunft" zur Kenntnis.

Auch im BMW Sauber F1 Team gab es spektakuläre Bilder. Nick Heidfeld rollte aus und ging durch dichten Nebel an den Streckenrand. Ein Notschalter hatte am Vormittag die komplette Elektronik unterbrochen, der Feuerlöscher war losgegangen. Trotz der fälligen Reiningungs- und Reparaturarbeiten konnte der Deutsche insgesamt 104 Runden fahren und war in 1:32.585 Minuten gar nicht einmal allzu weit weg von der Spitze.

"Ich bin den BMW Sauber F1.09 heute zum ersten Mal bei heißen Wetterbedingungen gefahren", kommentierte Heidfeld. "Es war für mich sehr wichtig, etwas über die generelle Balance des Autos zu lernen. Insgesamt war es ein guter Tag, denn ich konnte viele Setup-Varianten ausprobieren. Es ist schön, dass der Wagen so gut auf Veränderungen am Setup reagiert."

Ganz ohne Zwischenfälle erledigte Jarno Trulli die Arbeit im Toyota. Der TF109 lief einmal mehr wie ein Uhrwerk. Nach 149 Runden hatte der Italiener am Abend wieder einmal mehr als zwei Renndistanzen hinter sich gebracht, und war dabei nicht einmal langsam: 1:32.230 Minuten bescherten Trulli Platz zwei. "Das war ein guter Test", bilanzierte der Toyota-Pilot. "Ich habe in drei Tagen mehr als 2.000 Kilometer abgespult und bin mit dem Auto glücklich."

"Der Wagen scheint konkurrenzfähig und zuverlässig zu sein. Das sollte für den Start eine gute Basis darstellen. Aber es ist noch Zeit bis zum ersten Rennen. Es gibt noch viele Möglichkeiten für die Teams, ihre Auto für Melbourne zu verbessern. Wir werden weiter hart arbeiten müssen, aber können den Schwung hoffentlich mitnehmen. Bisher: So weit, so gut", fasste Trulli seine Ansichten zusammen.

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