Sebastian Vettel stellte die gesamte Konkurrenz in Jerez in den Schatten

Formel 1 2009

— 01.03.2009

Jerez-Test: Vettel ist schnellster Sonntagsfahrer

Sebastian Vettel hat die versammelte Konkurrenz am ersten Tag der Jerez-Testfahrten deutlich distanziert - Viele neue Entwicklungen zu sehen

Die erste Runde des fnftgigen Jerez-Tests ging klar an Sebastian Vettel. Der Red-Bull-Neuzugang setzte mit seiner besten Runde in 1:19.055 Minuten eine neue Spitzenmarke fr Neufahrzeuge. Bisher war Lewis Hamilton in 1:19.632 Minuten der schnellste Pilot des Jahres in Jerez gewesen. Die Rundenzeit von Vettel ist umso beeindruckender, da der amtierende Weltmeister seine Zeit am letzten von vier Testtagen im Februar gefahren war, als die spanische Strecke schon viel Sonne und Gummi aufgesogen hatte.

Bei Red Bull hat man offenbar aus dem ohnehin schon schnellen RB5 beim viertgigen Privattest in der vergangenen Woche in Valencia ein noch schnelleres Auto gemacht. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten konnte man am Einsatzauto von Vettel jedoch bislang noch keine Weiterentwicklungen ausmachen. Bis 14:30 Uhr war beim Test von insgesamt acht Teams (nur Toro Rosso und das Ex-Honda-Team fehlten) viel Fahrbetrieb zu beobachten.

Massa und Rosberg rutschen aus

Am frhen Nachmittag sorgte jedoch ein kleiner Regenguss fr ein jhes Ende der schnellen Zeiten. Bis dahin hatte in Spanien der wolkige Himmel bei milden Temperaturen um 15 Grad dichtgehalten. Bei Ferrari sa Vizeweltmeister Felipe Massa (2./1:20.330 Minuten/63 Runden) im F60. Der Brasilianer sorgte jedoch mit einem kleinen Ausritt gegen Mittag fr rote Flaggen, denn er strandete im Kiesbett von Kurve zehn. Am Ferrari konnte man eine vernderte Motorabdeckung sehen, auch der Bereich um den Auspuff wurde erneut berarbeitet.

Die aufflligsten Neuerungen waren bei Williams auszumachen. Nico Rosberg (4./1:21.171/71) fuhr einen FW31, der nicht nur im neuen Knigsblau daherkam, sondern auch vllig neue Seitenksten aufwies. Die neuen Bauteile weisen nicht mehr lnger die bisherige, unruhige Form auf, sondern fallen gleichmiger nach hinten ab. Auch der ohnehin schon hei diskutierte Williams-Diffusor wurde noch einmal nach hinten in die Lnge gezogen.

Rosberg hatte jedoch Pech, denn er war gerade am Ende eines Longruns, als der Regen einsetzte. Prompt drehte sich der gebrtige Wiesbadener in Kurve eins von der Piste. Weder Fahrzeug noch Pilot kamen dabei jedoch zu Schaden. Schnell und fleiig prsentierte sich einmal mehr Toyota. Die Japaner hatten Testpilot Kamui Kobayashi (3./1:20.699/79) mit neuen Luftleitblechen neben den Seitenksten des TF109 auf die Bahn geschickt.

Der BMW Sauber F1.09 wurde mit einem vernderten Heckflgel getestet. Am Fahrzeug von Robert Kubica (5./1:21.292/47) waren neue Endplatten am hinteren Leitwerk zu erkennen. Ansonsten fhrte das deutsch-schweizerische Team die Arbeit vom Bahrain-Test fort. Es standen KERS-Erprobungen, Setup-Versuche und einige Reifentests auf dem Programm. Allerdins fuhr der Pole berraschend wenige Runden.

McLaren-Mercedes mit neuem Heckflgel

McLaren-Mercedes hat nun offenbar auch endgltig auf 2009 umgeschaltet. Endlich fuhren die Briten mal einen Test mit kompletter Aerodynamik nach neuesten Regeln. Der neue Heckflgel hat mit jener Version, die man bei der offiziellen Vorstellung des neuen MP4-24 zu sehen bekam, rein gar nichts mehr zu tun. Das neueste Modell weist in der Mitte eine deutliche Aufwrtswlbung auf, die man in dieser Form bei keinem anderen 2009er-Auto bislang gesehen hat.

Schnell war Testpilot Pedro de la Rosa (7./1:21.831/94) mit dem neuen Heckflgel jedoch nicht. Nicht wenige Beobachter werden kurz geschmunzelt haben, als sie entdeckten, dass sogar Giancarlo Fisichella (6./1:21.584/31) im neuen Force India VJM02 (mit McLaren-Mercedes-Antrieb) auf Anhieb schneller war. Groe Sorgen gibt es offenbar nach wie vor bei Renault. Nelson Piquet (8./1:22.011/52) war zwar nicht allzu weit von der Konkurrenz entfernt, doch legten heute erneut mehrere Defekte den R29 lahm. Neue Entwicklungen konnte man am Renault nicht erkennen.

Wie viel die Zeiten vom heutigen Testtag in Jerez wert sind, lsst sich kaum einschtzen, denn einige Teams sollen bereits mit Bridgestone-Slicks der Generation 2010 gefahren sein. Der Sonntag knnte fr die meisten Teams dennoch der wertvollste Tag der gesamten Testwoche gewesen sein, denn fr Montag bis Mittwoch ist in Jerez viel Regen angesagt. Erst am Donnerstag soll die Sonne zurckkommen. Dann werden jedoch nur noch McLaren-Mercedes, Toyota und das BMW Sauber F1 Team anwesend sein.

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