Auch Timo Glock musste nach seinem Ausrutscher kurz pausieren

Formel 1 2009

— 02.03.2009

Glock am zweiten Jerez-Testtag vorne

Der zweite Testtag in Jerez bringt zwar viel Fahrbetrieb, aber wenig Erkenntnisse: Regen, Pannen und Dreher - Ferrari bleibt in der Box

Am zweiten Formel-1-Testtag in Jerez kam genaus das, was viele schon am Sonntag befürchtet hatten: Regen. Über den gesamten Tag verteilt gab es immer wieder Schauer, in nur ganz wenigen Phasen des Testbetriebs konnten die Teams wenigstens mal von Regenreifen auf Intermediates wechseln. Die Rundenzeiten waren entsprechend deutlich höher als am Vortag. Timo Glock umrundete die spanische Strecke am Montag in 1:30.979 Minuten am schnellsten.

Bei Toyota führte der Deutsche die erfolgreiche Testarbeit mit dem bisher beeindruckenden TF109 fort. Glock brachte wieder viele Kilometer auf den Tacho des neuen Boliden und konnte viel am Setup arbeiten sowie Daten sammeln, doch von Problemen blieb auch er nicht verschont. Am Vormittag sorgte der Wersauer mit einem Dreher in Kurve eins für die erste Unterbrechung. Dabei rutschte sein Auto haarscharf an den Reifenstapeln vorbei und blieb somit unbeschädigt.

Glocks Ausritt sollte längst nicht die einzige Unterbrechung hervorrufen. Robert Kubica (2./1:31.327 Minuten/70 Runden) rollte nur eine Stunde später mit dem BMW Sauber F1.09 aus. Das Fahrzeug musste per Lastwagen zurück zur Box gebracht werden. Am Mittag erwischte es dann wieder einmal einen Red Bull. Der RB5 von Sebastian Vettel (5./1:32.220/102) blieb am Streckenrand stehen. Der Eindruck bestätigte sich: Der Red-Bull-Bolide ist zwar schnell, aber auch nach wie vor defektanfällig.

Weniger Sorgen hatte man bei Williams. Nico Rosberg (3./1:31.451) konnte den FW31 über insgesamt 114 Runden durch den spanischen Regen treiben. Dabei absolvierte der gebürtige Wiesbadener mehrere Longruns. Die Zuverlässigkeit des neuen Williams scheint zu stimmen. Auf dem Arbeitsplan standen heute neben Boxenstopp-Training auch wieder einige Versuche mit der neuen Aerodynamik. Die veränderten Seitenkästen, der überarbeitete Diffusor und die heiß diskutierten "Skate-Fins" neben dem Cockpit waren im Fokus.

Bei McLaren-Mercedes scheint man immer noch auf der Suche nach dem passenden Anzug für die große Formel-1-Auftaktgala in Melbourne zu sein. Heikki Kovalainen (6./1:33.371/91) rückte heute mit einem anderen Heckflügel aus. Die neue Version wies nicht den deutlichen Schwung in der Mitte auf, wie man es gestern am Auto von Pedro de la Rosa gesehen hatte. Auffällig sind die verschieden großen Luftaustrittslöcher am Heck des MP4-24, die durchaus für ein asymetrisches Anströmen des Heckflügels sorgen könnten.

Nelson Piquet (7./1:33.476/66) erlebte endlich einmal einen Testtag im R29 ohne große Probleme. Der Brasilianer konnte im Gegensatz zu seinen bisherigen Erfahrungen ohne Probleme viele Runden drehen. Bei Force India muss man scheinbar immer noch die ersten Kinderkrankheiten auskurieren. Giancarlo Fisichella (4./1:31.547/54) kam wie schon am Vortag mit dem neuen VJM02 nicht auf allzu viele Kilometer, war aber dafür in der Zeitenliste weit vorne.

Und Ferrari? Die Scuderia verzichtete angesichts der wiedrigen Verhältnisse auf großartige Erprobungen mit dem F60. Felipe Massa verbrachte viel Zeit an der Box und schaute sich die Fahrten der Konkurrenz an. Der Brasilianer bewegte seinen Dienstwagen nur ein einziges Mal. Massa rollte vorsichtig um den nassen Kurs und kam nach nur einer Runde zurück zur Box - das war es.

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