Führt der Weg von toyota mit dem neuen TF109 tatsächlich steil nach oben?

Formel 1 2009

— 11.03.2009

Standortbestimmung: Wer ist der große Favorit?

Auf der Zielgeraden der Saisonvorbereitung schieben sich die Formel-1-Stars gegenseitig die Favoritenrolle zu: Wie stark ist Toyota?

Das wahre Kräfteverhältnis in der Formel 1 anhand von Testzeiten und Äußerungen von Teammitgliedern festzumachen, grenzt an Kaffeesatzleserei. Niemand kann bisher ein genaues Bild von der Hackordnung 2009 malen, doch es gibt bereits Indizien. Sehr deutlich ist bisher zu erkennen, dass Toyota offenbar einen guten Schritt nach vorn gemacht hat.

Die Entwicklung der Japaner aus Köln ist dermaßen offensichtlich, dass sogar die Verantwortlichen des Rennstalls mittlerweile nicht mehr tiefstapeln. "Die Longruns haben uns gezeigt, dass wir wohl auf einem ganz guten Level sind", sagte Toyota-Chefingenieur Dieter Gass. Der TF109 zeigte bei den Testfahrten, dass er ein recht hohes Tempo über viele Runden halten kann. Der Grund: Der Neuwagen scheint die Hinterreifen schonend zu behandeln.

Toyota bekommt viel Lob von allen Seiten

"Wir können mit den Besten mithalten, ganz sicher", gab Jarno Trulli seinen Optimismus zu Protokoll. Teamkollege Timo Glock stimmte in den fröhlichen Lobgesang auf den TF109 mit ein: "Wir sind alle zuversichtlich, dass wir in dieser Saison um Podestplätze mitkämpfen können." Erstaunlich ist die Zuverlässigkeit des Toyotas. Abgesehen von einer Beschädigung am Frontflügel, hatten die Japaner in Jerez und Barcelona stets freie Fahrt.

"Wenn man die Benzinlast aller Autos in die Rechnung mit einbezieht, dann hatten wir den schnellsten Wagen im Feld", wurde ein hochrangiger Toyota-Techniker in 'auto motor und sport' zitiert. Die aktuellen Leistungen sorgen nicht nur für Selbstbewusstsein bei Glock, Trulli und Co., sondern auch die Konkurrenz lobt. "Toyota hat in den vergangenen Tagen wirklich gut ausgeschaut", analysierte Ex-Weltmeister Fernando Alonso.

Die Probefahrten in Bahrain hatten bereits deutlich gemacht, dass sich offenbar mindestens drei Teams auf einem ähnlich hohen Niveau bewegen: Toyota, Ferrari und das BMW Sauber F1 Team. Doch die Piloten haben auch noch andere auf der Rechnung. "Renault sieht auch stark aus, Brawn beeindruckt und Red Bull auch", sagte Trulli und ließ dabei McLaren-Mercedes absichtlich beiseite. "Sie wirken zurzeit nicht gerade schnell."

McLaren-Mercedes holt schnell auf?

Bei den Silbernen hat man bis zum Saisonstart nicht mehr viel Zeit, aber eben noch sehr viel Arbeit. "Wir müssen uns bis dahin steigern", gab Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in der 'Bild' offen zu. Das Problem: Beim Team um Weltmeister Lewis Hamilton fehlt bisher eine klare Linie in der Entwicklung. Mal fuhr man mit einem alten Flügel, dann packte man gleich zwei Unterschiedliche Heckleitwerke aus, baute einen neuen Diffusor und Unterboden.

"Ich weiß auch nicht genau, ob die vielleicht Probleme haben", sagte Kimi Räikkönen in der 'Gazzetta dello Sport'. Der Ferrari-Star fügte hinzu: "Sie sind eindeutlig weniger schnell unterwegs als in den Wintersessions der Vorjahre. Aber das bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass sie im ersten Rennen nicht schneller sein werden." Bezüglich der eigenen Fortschritte mit dem Ferrari F60 sagte der Finne: "Wir geben nicht 100 Prozent, um tolle Zeiten zu fahren."

"Der F60 ist wirklich gut", wurde Räikkönen in der spanischen Sportzeitung 'AS' zitiert. "Der Wagen ist einfach zu fahren, aber es ist schwierig zu sagen, wo wir im Moment stehen. Es läuft abgesehen von kleineren Problemen mit KERS alles rund. Natürlich kann man in Zeiten neuer Regeln und vor allem mit KERS viele Fehler machen. Vor allem, weil man es nicht voll austesten kann. Aber wir werden schon auf einem guten Level sein und liegen auch gut in der Zeit."

Renault als Geheimfavorit

Beim BMW Sauber F1 Team bereitet man sich konsequent vor. Es werden keine Fabelzeiten markiert, aber man liegt auch nie am Ende des Feldes. Auf Longruns scheint man allerdings das Tempo von Toyota gerade zum Ende hin nicht ganz mitgehen zu können. Wahrscheinlich ist der Reifenverschleiß etwas höher. Bei Red Bull hat man ein anderes Problem. Der Entwurf von Adrian Newey ist dermaßen extrem, sodass man zwar schnelle Zeiten darstellen kann, aber auch immer wieder Probleme mit der Zuverlässigkeit bekommt.

Ganz anders bei Renault. Nicht wenige im Fahrerlager haben die Franzosen nach wie vor auf der Rechnung. Nach einem schlechten Start in die Wintertestfahretn in Portimão geht es stetig bergauf. Der R29 läuft - zumindest wenn Alonso am Steuer sitzt - klaglos und konstant. Angeblich hat Renault für Donnerstag noch weitere Verbesserungen im Gepäck, sodass die Hoffnungen der Fans der französischen Mannschaft nicht ganz unberechtigt erscheinen.

Mit großen Fragezeichen sind die aktuellen Boliden von Williams, Force India, Toro Rosso und Brawn versehen. Zwar konnten Jenson Button und Rubens Barrichello aus dem Stand tolle Zeiten fahren und Teamchef Ross Brawn bekräftigte, dass man keine Showzeiten fabrizierte, aber der BGP001 ist auf der Strecke noch wenig erforscht. Das gleiche gilt für Force India und Toro Rosso ebenso. Williams hatte einen guten Beginn in die Wintertests, aber das Auto wurde dennoch seltsamerweise deutlich umgebaut.

Fotoquelle: xpb.cc

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