Der Brawn-Mercedes-Traum geht weiter: Jenson Button beeindruckt erneut

Formel 1 2009

— 11.03.2009

Barcelona: Button mit perfektem "Rennwochenende"

Jenson Button hat am Mittwoch das Potenzial des Brawn-Mercedes erneut aufgezeigt: Starker Rennspeed und Bestzeit in der Qualifikations-Simulation

Wo soll die Brawn-Geschichte noch hinführen? Kaum ist das ehemalige Honda-Werksteam mit Mühe und Not gerettet, fährt die Nachfolgemannschaft beim Test in Barcelona lustig an der Spitze mit. Auch heute konnte Jenson Button im BGP001 wieder für viel Freude im Brawn-Lager sorgen. Der Brite fuhr zunächst am Vormittag eine problemlose Rennsimulation und hängte gleich noch weitere schnelle Longruns hintenan. Bereits in der Mittagspause hatte der Wagen 86 weitere Runden auf dem Tacho.

Erstaunlich war dabei, wie gut der Brawn-Mercedes mit den Reifen umgeht. Button konnte über einen sehr langen Zeitraum extrem konkurrenzfähige Runden fahren. Einzig der neue Toyota hatte bislang solche Qualitäten offenbart. Als der britische Pilot am Nachmittag zu einer Qualifikations-Simulation ansetzte, fiel auch die Barcelona-Bestzeit des bisherigen Jahres. In 1:19.127 Minuten sicherte sich Button die deutliche Bestzeit des Tages. Am Ende hatte er 130 Runden am Mittwoch absolviert.

Ferrari erneut mit Defekt

Natürlich hatte man die Tagesbestzeit mit wenig Benzin an Bord gefahren. Daher konnte die Konkurrenz nicht mithalten. "Wenn das mit rechten Dingen zugeht, dann sind die in Melbourne einsam an der Spitze", kommentierte Sebastian Vettel in 'auto motor und sport'. Felipe Massa war in 1:20.168 Minuten der schnellste Verfolger. Bei Ferrari hatte man allerdings auch heute wieder Probleme mit der Zuverlässigkeit. Der Vizeweltmeister musste den F60 am frühen Vormittag naben der Strecke abstellen. Das Team gab einen Fehler im Hydrauliksystem als Ursache an. Die Reparatur dauerte rund zwei Stunden.

Eigentlich wollte Massa ein Rennwochenende simulieren. Doch als der Brasilianer kurz vor Mittag mit dem F60 zu Qualifikationrunden ansetzen wollte, kam ihm Sebastian Vettel (6./1:21.165 Minuten/102 Runden) in die Quere. Der Heppenheimer rollte mit dem Red Bull RB5 auf der Strecke aus und sorgte für eine Unterbrechung des Testbetriebes. Vettel konnte die Fahrt jedoch kurze Zeit später wieder aufnehmen und die Arbeit mit dem neuen Entwurf von Adrian Newey fortsetzen. Später rutsche der Red-Bull-Neuzugang noch einmal in den Kies.

Auch am Mittwoch bestätigte sich, dass Toyota im Konzert von Ferrari offenbar locker mitmusizieren kann. Timo Glock (4./1:20.410/132) absolvierte erneut viele problemlose Runden und konnte sich auf Longruns wieder über eine konstante Performance des TF109 freuen. Ein ähnliches Programm spulte Fernando Alonso (5./1:20.863/107) im Renault R29 ab.

Buemi der fleißigste Pilot

Robert Kubica (3./1:20.217/114) musste sich am Mittwoch mit einem veränderten Heckflügel am BMW Sauber F1.09 anfreunden. Die Endplatten des Spoilers wurden mit dreieckigen Einschnitten versehen. Die gestern neu installierte große "Haifischflosse" kam heute nicht zum Einsatz. Nico Rosberg (7./1:21.324/89) fuhr mit dem Williams ebenso ein solides Tempo wie Giancarlo Fisichella (8./1:21.545/97) im Force-India-Mercedes und Sébastien Buemi (9./1:21.569/145) im Toro Rosso. Für den Schweizer war es der erste Testtag im Neuwagen.

Und McLaren-Mercedes? Die Probleme bleiben offenbar. Lewis Hamilton (10./1:21.657/86) begann den Tag mit vielen Boxenstopps, um die silberne Mannschaft zu trainieren. Anschließend fuhr der amtierende Champion einige mittellange Stints, ohne dabei zu beeindrucken. Am Nachmittag wollte der Brite schnelle Runden auf den Barcelona-Asphalt zaubern, doch der Versuch schlug fehl. Hamilton landete mit dem MP4-24 im Kies und beschädigte mindestens den Frontflügel. Am Ende fehlten ihm rund 2,5 Sekunden auf die Spitze.

Fotoquelle: xpb.cc

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