Rubens Barrichello konnte zum Abschluss noch einmal überzeugen

Formel 1 2009

— 12.03.2009

Barcelona: Die Brawn-Show geht weiter

Die Konkurrenz kommt aus dem Staunen nicht heraus: Zum Abschluss der Barcelona-Tests setzte sich Rubens Barrichello deutlich an die Spitze

Als der letzte Barcelona-Testtag am Vormittag freigegeben wurde, rmpften viele Formel-1-Verantwortliche zunchst einmal etwas missmutig die Nase. Dichter Nebel hing ber der Strecke und machte frhe Fahrten nahezu unmglich. Doch gegen halb zehn gewann die Sonne urpltzlich an Kraft, der Schleier verschwand und der Formel-1-Vorhang ging auf zur neuesten Folge der groen Brawn-Mercedes-Show.

Nach den beeindruckenden Leistungen von Jenson Button am Mittwoch war es heute an Rubens Barrichello, diese Fabelzeiten auf Longruns und im Qualifikationstrimm zu widerholen. Der Brasilianer enttuschte nicht, im Gegenteil: Er konnte die Rundenzeiten seines Teamkollegen bei hnlichen Streckenverhltnissen noch deutlich unterbieten. Am Ende stand in 1:18.926 Minuten die Tagesbestzeit von Barrichello fest - neuer 2009er-Rekord.

Dabei war die Runde keine Krawallrunde, wie man sie im Verlauf eines Tages nur einmal hinbekommt. Barrichello zauberte unter anderem auch eine 1:19.266 Minuten auf die Bahn, es folgten kurze Zeit spter Runden in 1:19.196 Minuten und 1:19.044 Minuten. All diese Umlufe htten locker ausgereicht, um die mit Abstand beste Zeit des Tages zu markieren. Auch auf mehreren Longruns zeigte der Brasilianer erneut, wo der Brawn-Hammer hngt. Man darf gespannt sein, ob die Honda-Nachfolgemannschaft diese Leistungen in der kommenden Woche auch in Jerez wieder bieten kann.

Neuer Heckflgel am Ferrari F60

Nico Rosberg (2./1:19.774 Minuten/120 Runden) hatte im Rahmen der Simulation eines Rennwochenendes beim Qualifying-Run eine erste Bestmarke am Vormittag gesetzt, doch der Wiesbadener konnte diese Zeit spter nicht mehr verbessern. Allerdings spulte er im Williams FW31 viele konstante Runden ab und schien dabei keinerlei Probleme zu haben. Auch Robert Kubica (7./1:20.740/134) fuhr einen konstanten Speed, richtig beeindruckende Rundenzeiten kamen dabei jedoch nicht heraus.

Bei Ferrari hatte man es am Vormittag erst einmal gemtlich angehen lassen, wenigstens aus Fahrersicht. Die Boxenmannschaft kam dafr in der Morgensonne schon ziemlich ins Schwitzen, denn man absolvierte viele Probelufe fr Boxenstopps. Spter fuhr Felipe Massa (6./1:20.677/92) mehrere Longruns und zeigte dabei einen neuen Heckflgel am F60. Man unternahm mehrere Vergleichsfahrten und rstete zwischenzeitlich noch einmal auf das alte Modell um.

Timo Glock (3./1:20.091/128) setzte schon frh am Donnerstag zum nchsten Toyota-Marathon an. Der Wersauer fuhr das fast schon bliche starke Tempo im TF109 und probierte scheinbar einen leicht vernderten Diffusor aus. Vielleicht musste man bei Toyota nach dem berraschenden Besuch von FIA-Regelhter Charlie Whiting notgedrungen leicht umbauen. Zwischendruch probte man auch beim japanischen Werksteam Boxenstopps.

Rauchfahne bei Renault

Bei herrlichem Sonnenschein hatten sich am Nachmittag die Tribnen recht gut gefllt. Leider erlebte man das, was im vergangenen Jahr und auch gestern schon zu beobachten war: Die Fans pfiffen Lewis Hamilton gnadenlos aus. Als die Spanier gerade wieder zu einem solchen Konzert ansetzen wollten, blieben ihnen die Tne im Hals stecken, denn ihr Liebling Fernando Alonso (5./1:20.664/64) rollte mit scheinbarem Motorschaden am Streckenrand aus.

Doch offensichtlich handelte es sich nur um einen leichten Verlust von Hydraulikl. Nachdem der Renault R29 zurck zur Box geschleppt worden war, dauerte die fllige Reparatur mal gerade rund eine Stunde. Danach konnte Alonso noch viele Testrunden drehen. Die Fans jubelten wieder. Groe Freude blieb im Lager der Silbernen auch heute wieder aus. Lewis Hamilton (8./1:20.869/70) konnte sich im McLaren-Mercedes MP4-24 zwar etwas weiter vorn platzieren, beeindruckend war der Speed dennoch nicht.

Bei Red Bull hlt man sich offenbar nach wie vor im unaufflligen Mittefeld auf. Sebastian Vettel (4./1:20.576/83) fuhr den RB5 samt groer Haifischflosse ber mehrere lange Stints, verbrachte zwischendruch aber auch eine erheblich lange Phase an der Box. Sbastien Buemi (9./1:21.013/62) spulte im Schwesterauto von Toro Rosso auch heute wieder viele Runden ab, sein Teamkollege Sbastien Bourdais (11./1:21.629/27) durfte am Nachmittag auch wieder in den neuen STR4 klettern. Giancarlo Fisichella (10./1:21.045/141) legte eine problemlose Rennsimulation im Force-India-Mercedes hin.

Ein Teil des Formel-1-Starterfeldes hat die Saisonvorbereitung mit Abschluss des Barcelona-Tests nun beendet. Whrend Ferrari, Toyota, das BMW Sauber Team und Red Bull nun schon langsam fr den Saisonstart in Melbourne zusammenpacken, gehen andere noch auf die Suche nach weiteren Zeitspnen. In der kommenden Woche werden Williams und McLaren-Mercedes in Jerez Grundlagenforschung betreiben, whrend Renault und Brawn vielleicht noch weiter zulegen knnen.

Fotoquelle: xpb.cc

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