Wittert seine letzte Chance auf einen großen Coup: Rubens Barrichello

Formel 1 2009

— 13.03.2009

Barrichello: "Darauf habe ich lange gewartet"

Nach den Brawn-Fabelzeiten kann Rubens Barrichello seinen Optimismus nicht mehr verbergen - Letzte Chance auf einen WM-Titel?

Man sollte mit gewagten Prognosen auf Basis von Wintertestfahrten immer vorsichtig sein, aber nach den vier Tagen in Barcelona muss man den Satz einmal in den Mund nehmen und aussprechen: Das neue Brawn-Team zählt mit seinen Mercedes-Motoren nach aktuellem Stand zu den ganz heißen Favoriten auf Grand-Prix-Siege und vielleicht sogar den WM-Titel!

Rubens Barrichello fuhr gestern auf dem Circuit de Catalunya als erster Pilot überhaupt mit einem 2009er-Auto unter 1:19 Minuten, hängte die Konkurrenz genau wie sein Stallgefährte Jenson Button am Vortag um rund eine Sekunde ab. Nun hofft der 36-Jährige im Spätherbst der längsten Formel-1-Karriere aller Zeiten auf einen zweiten Frühling - und er träumt erstmals seit langem wieder von Großzielen wie dem WM-Titel und dem Sieg beim Heim-Grand-Prix in São Paulo.

"Ich glaube, dass wir die Überraschung des Jahres sein werden", kündigte "Rubinho" im Interview mit 'formula1.com' selbstbewusst an. "Ich habe auf so eine Zeit schon ewig gewartet - genau genommen seit meinem Wechsel zu Honda -, auf ein Auto, mit dem ich so ein gutes Gefühl habe." Das sei zuletzt mit dem 2003er-Ferrari der Fall gewesen: "Das war ein Mörderauto, aber seit ich zum ersten Mal im 2006er-Honda gesessen bin, habe ich daran gezweifelt, ob ich das je wieder erleben darf."

Selbst Vizeweltmeister Felipe Massa musste gestern eingestehen, dass er die Zeiten des Brawn-Mercedes nicht einmal mit leeren Tanks hätte fahren können. Barrichello, ganz trocken: "Dafür hättet ihr nicht Felipe fragen müssen, das hätte ich euch auch sagen können!" Eindreiviertel Sekunden fehlten dem Ferrari gestern auf den BGP 001. Umgerechnet auf die Benzinmenge wären das bei gleichem Grundspeed ungefähr 50 Kilogramm oder 20 Runden Unterschied.

"Unser Auto ist aerodynamisch sehr stark. Es harmoniert gut mit dem Motor, was Leistung und Fahrbarkeit angeht. Es läuft mit viel Benzin gut, mit wenig Benzin - eigentlich mit allen Benzinmengen", sprach Barrichello den Designern in der Ex-Honda-Fabrik in Brackley ein Kompliment aus und fügte an: "Das Team hat auch hier an den vier Tagen einen fantastischen Job gemacht. Ich bin im Moment wirklich sehr glücklich."

Abheben will der neunfache Grand-Prix-Sieger wegen des Traumstarts in das Jahr aber nicht: "Das Auto ist so gut, wie es eben ist, aber das ist erst der Anfang. Das bedeutet nicht, dass wir schon Rennen gewonnen haben", so Barrichello. "Es wäre verfrüht, jetzt schon vom WM-Titel zu sprechen. Ich kann nur noch einmal sagen, dass ich lange auf so eine Zeit gewartet habe. Ich glaube, dass dieses Jahr ein sehr glückliches für mich wird."

Zufrieden war der Routinier bei seiner Abreise aus Barcelona übrigens auch mit sich selbst, denn obwohl er seit dem Saisonfinale in São Paulo nicht mehr Formel 1 gefahren ist, stellte die Fitness kein Problem für ihn dar: "Ich fühle mich gut. Ehrlich gesagt hätte ich nach vier Monaten Pause nicht damit gerechnet, dass ich meinen Nacken nach diesen zwei Testtagen noch spüren würde", gab Barrichello augenzwinkernd zu Protokoll.

Fotoquelle: xpb.cc

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