Packte auf den letzten Runden seines Winters den Hammer aus: Alonso

Formel 1 2009

— 16.03.2009

Jerez: Alonso knackt die Brawn-Bastion!

Wer hätte das gedacht? Nach drei Brawn-Bestzeiten en suite verbesserte Fernando Alonso in Jerez den Rekord für 2009er-Fahrzeuge...

Mit einer mittleren Sensation endete heute der zweite Tag der letzten Testfahrten dieses Winters im südspanischen Jerez de la Frontera: Denn nach den Fabelrunden des Brawn-Mercedes war es diesmal Fernando Alonso im anfangs unterschätzten Renault, der der Konkurrenz einen ordentlichen Schrecken einjagte und sogar den Streckenrekord für 2009er-Autos pulverisierte.

Diesen hatte Sebastian Vettel am 1. März mit dem Red-Bull-Renault RB5 in 1:19.055 Minuten aufgestellt. Rubens Barrichello machte damit schon in der ersten Stunde der heutigen Session kurzen Prozess, steigerte sich bis zur Übergabe des BGP 001 an seinen Teamkollegen Jenson Button auf 1:18.398 Minuten und sicherte der Ex-Honda-Truppe fast die vierte Testbestzeit hintereinander. Außerdem absolvierte "Rubinho" 62 Runden ohne das geringste technische Problem.

Später Konter von Alonso

Doch der Brawn-Mercedes-Pilot hatte seine Rechnung ohne Alonso (103 Runden) gemacht, denn der verbesserte sich mit den letzten Runden seines Testwinters ebenfalls mit wenig Benzin an Bord auf erstaunliche 1:18.343 Minuten und war damit um 55 Tausendstelsekunden schneller als Barrichello. Nach dem gestrigen Crash entzückte der spanische Ex-Weltmeister heute also seine Fans, auch wenn es diesmal nicht sagenhafte 15.000 waren wie am arbeitsfreien Sonntag.

Für Jenson Button lief es im gleichen Brawn-Mercedes nicht so klaglos wie für seinen Stallgefährten, denn der Brite musste sein Programm kurz nach 15:00 Uhr unfreiwillig abbrechen. Damit verursachte er die einzige rote Flagge des Tages - und er sorgte für eine beeindruckende Machtdemonstration: Denn wem schon zwölf Runden reichen, um eine Zeit von 1:18.892 Minuten zu fahren, der scheint für den Saisonauftakt zumindest vom Speed her bestens gerüstet zu sein.

Hamilton wieder mit Rückstand

Der Rest des Feldes fand nicht in der gleichen Sekunde wie Renault und Brawn statt: Weltmeister Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/87 Runden) wurde Vierter unter fünf Piloten, büßte 1,170 Sekunden auf die Spitze ein und fand auch bei seinem Longrun am Nachmittag keinen Weg aus der silbernen Krise. Dabei hatte er marginal modifizierte Streben der Frontflügelaufhängung ebenso montiert wie ein auffälliges Messgerät im Bereich des Diffusors.

Abgerundet wurde das Klassement vom fleißigsten Piloten des Tages, Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 1,440). Der Deutsche absolvierte 123 Runden. Beobachtet wurde das Quintett übrigens von den Testfahrern Nico Hülkenberg (Williams) und Romain Grosjean, die die andalusische Sonne genießen konnten. Letzterer ist eigentlich nicht für den Jerez-Test eingeteilt, denn morgen soll Nelson Piquet den finalen Shakedown für Renault absolvieren.

Fotoquelle: xpb.cc

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