Pascal Vasselon hat dem neuen Toyota TF109 viel Speed mitgegeben

Formel 1 2009

— 22.03.2009

Vasselon: "Entwicklung wird kaum gebremst"

Toyota-Technikchef Pascal Vasselon rechnet trotz des Testverbots mit vielen Entwicklungsschritten: Nur Chassis und Aufhängungen brauchen Testkilometer

Selten war ein gutes Auto zum Auftakt einer Formel-1-Saison so wichtig wie in diesem Jahr. Das neue Verbot von Testfahrten kann die Weiterentwicklung der Boliden einbremsen, auch die Verbesserung von zum Beispiel KERS könnte so in die Länge gezogen werden. Diese Einschätzung hat man in den vergangenen Monaten sehr oft gehört, doch Toyota-Technikchef Pascal Vasselon ist anderer Ansicht. "Die Entwicklung wird während der Saison fast ganz normal weitergehen", so der Franzose in der Sportzeitung 'l'Equipe'.

"Das Verbot der Testfahrten hat sicherlich Einfluss auf Entwicklungen am Chassis und an den Aufhängungen", so Vasselon weiter, "denn dafür braucht man Kilometer auf der Rennstrecke, um die Teile auszuprobieren. Aber alles was mit Aerodynamik zu tun hat wird keineswegs verlangsamt. Und immerhin ist dies der größte Performance-Faktor in der Formel 1. Man ist gezwungen, in diesem Bereich deutliche Fortschritte im Verlauf der Saison zu machen."

Erste Bilanz nach drei Rennen

Sein Team gehe mit dem TF109 gut gerüstet an den Saisonstart, denn immerhin konnte man mit dem Neuwagen fast 13.000 Kilometer im Winter zurücklegen - annähernd so viel wie im Vorjahr mit zwei Autos. "Wir sind zufrieden, es lief alles glatt", so der ehemalige Reifentechniker. "Wir haben sicherlich ein zuverlässiges Auto. Auch bezüglich der Performance machen wir uns nicht allzu große Sorgen. Wir waren mehrfach vorne dabei, obwohl wir auf schnelle Rundenzeiten gar keinen Wert gelegt haben."

Den Optimismus relativierte der Franzose aber sogleich: "Wir können es natürlich noch nicht zu 100 Prozent einschätzen. Eine erste Bilanz können wir nach den ersten drei Rennen ziehen. Sofort nach dem Saisonauftakt macht das kaum Sinn, denn Melbourne ist eine ganz besondere Strecke. Du ganz dort brilliante Leistungen zeigen und danach in der Versenkung verschwinden." Für ihn als Techniker sei der Winter sehr spannend gewesen, da man sich in einem gewissen Rahmen habe technisch austoben können.

Obwohl Toyota als Vorreiter von Hybridtechnik bei Straßenautos gilt, wird man KERS zum Saisonstart nicht einsetzen. Diese Entscheidung steht bereits seit einigen Wochen fest. "Wir sind sicher, dass wir zu Beginn keinen Vorteil hätten. Man hat zwar diesen Extraschub von 82 PS für knapp sieben Sekunden, aber auf der anderen Seite muss man bedenken, dass KERS sich auf das Bremsverhalten und die gesamte Balance auswirkt. Unser System funktioniert, aber wir setzten es erst ein, wenn es im Verlauf des Jahres besser geworden ist."

Trulli als Berater, Glock als Heizer

Mit viele Freude berichtete Vasselon von den aktuellen Produktionsabläufen im Werk in Köln. "Wir haben einige Frontflügel mehr gebaut als im Vorjahr", schmunzelte Vasselon. Er rechne damit, dass gerade beim Rennstart und in der ersten Kurve gleich reihenweise Spoiler abrasiert werden. Entsprechend habe man viele Ersatzteile in die Container für die Überseerennen gepackt.

Viel Lob gab es für die beiden Piloten Janro Trulli und Timo Glock. "Jarno ist der Referenzpunkt", so der Technikchef. "Wenn er mit all seiner Erfahrung sagt, dass etwas nicht stimmt, dann wissen wir genau, dass wir etwas tun müssen. Und Timo steht für die Jugend, er ist sehr entschlossen. Sein großer Vorteil ist, dass er sich in Windeseile auf alle erdenklichen Bedingungen einstellen kann - egal, ob auf der Strecke irgendetwas ist oder sich das Wetter ändert."

Toyota geht ins achte Formel-1-Jahr - ein wichtiges Jahr. Die Konzernzentrale in Japan hatte nach dem Abschied von Honda über ähnliche Schritte nachgedacht. Der ersehnte erste Grand-Prix-Sieg soll 2009 die weitere Zukunft in der Königsklasse sichern. "Für uns war wichtig, dass wir auch als einziger japanischer Hersteller dabei bleiben", so Vasselon. "Das gibt uns noch mehr Motivation. Wir sind fest entschlossen, in diesem Jahr gute Ergebnisse zu liefern. Dafür geben wir unser Bestes."

Fotoquelle: xpb.cc

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