Flavio Briatore mal wieder rätselhaft: Was möchte der Renault-Teamchef?

Formel 1 2009

— 23.03.2009

Wertungssystem: Was tobt da für ein Machtkampf?

Nachdem die Teamvereinigung FOTA eine Verschiebung auf 2010 erzwingen konnte, folgen seltsame Aussagen - Briatore und Mallya als Befürworter?

Die Teamvereinigung FOTA hat im Streit um die plötzliche Einführung eines neuen Wertungsystems in der Formel 1 kurz mit den Muskeln gespielt und die FIA mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Geradezu kleinlaut musste der Motorsport-Weltverband am Ende der vergangenen Woche bekanntgeben, dass man die Einführung der neuen Wertung auf 2010 verschieben könne. Die FIA hatte bei den Beschlüssen des Weltrates das eigene Regelwerk missachtet.

Die Umsetzung bereits zur kommenden Saison hätte die Zustimmung aller Rennställe verlangt, doch diese gilt als äußerst unwahrscheinlich. Aber warum eigentlich? Die Frage muss man sich stellen, wenn man die Aussagen zum Beispiel von Renault-Teamchef Flavio Briatore liest. "Ich hätte gar kein Problem mit Medaillen", sagte der Italiener. Außerdem empfinde er ein System, welches den Fahrer mit den meisten Saisonsiegen zum Champion macht als "enorme Motivation für die Fahrer, auf Sieg zu fahren".

Die Worte von Briatore klingen seltsam, denn immerhin hatte er den Rückzieher der FIA am Samstag noch lächelnd kommentiert: "Wenn die Teams mit einer Stimme sprechen, dann werden wir auch gehört." Er schien gerade zu glücklich über das Ergebnis der kleinen Machtdemonstration der FOTA zu sein. Es herrscht Verwirrung, denn nach wie vor sind nicht alle Teams tatsächlich gegen das neue Wertungsystem.

Force-India-Boss Vijay Mallya war schon vor Monaten als Fürsprecher des Medaillensystems aufgetreten, welches Bernie Ecclestone ins Spiel gebracht hatte. An der grundsätzlichen Haltung des Inders hat sich nichts geändert. "Demjenigen Fahrer den Titel zu geben, der die meisten Siege eingefahren hat, ist großartig. Das wird die Fahrer anstacheln, noch mehr um den Sieg zu kämpfen", so Mallya in der Zeitung 'The Age'.

Der Force-India-Chef fügte jedoch hinzu: "Man muss gewisse Prozeduren einhalten, wenn man neue Regeln einführen will. Ich stimme mit der Zielsetzung der FIA, den Sport attraktiver zu machen, grundsätzlich überein. Aber solche kurzfristigen Regeländerungen können die gesamte Vorbereitung auf die neue Saison stören."

Fotoquelle: xpb.cc

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