Norbert Haug weiß, dass die Formel-1-Teams zusammenhalten müssen

Formel 1 2009

— 23.03.2009

Haug hofft auf Einigkeit unter den Teams

Mit den jüngsten Regeländerungen stellt die FIA die Teamvereinigung FOTA auf die Probe, weshalb Mercedes-Sportchef Norbert Haug Einigkeit fordert

Dass die FIA vergangene Woche ein umstrittenes Wertungssystem und eine Budgetobergrenze beschlossen hat, ohne die zuvor von der Teamvereinigung FOTA eingebrachten Vorschläge auch nur im Geringsten zu beachten, wurde von vielen als Affront gegen die aktuellen zehn Rennställe gewertet. Offenbar war dies der Auftakt zu einer weiteren Runde im Machtkampf des Max Mosley.

Der FIA-Präsident dürfte seinen Willen durchgesetzt haben, um seine Muskeln spielen zu lassen und die Harmonie innerhalb der FOTA auf die Probe zu stellen. Im Klartext: Mosley versucht besonders die kleinen Teams mit Budgetrestriktionen zu ködern, damit diese aus der FOTA-Front ausbrechen und somit die Teams insgesamt schwächen. Denn solange die Teams an einem Strang ziehen, ist Mosleys Handlungsspielraum begrenzt.

FOTA wird auf die Probe gestellt

Es gilt also, die Einigkeit unter allen Umständen zu bewahren: "Das wird ständig eine gewisse Challenge sein", räumte Mercedes-Sportchef Norbert Haug heute vor seiner Abreise nach Melbourne auf unsere Frage ein, ob die FIA-Maßnahmen für die bislang so starke FOTA gefährlich sein könnten. Daher ist für den Deutschen auch klar: "Natürlich sind die Teams am stärksten, wenn sie sich untereinander einig sind."

Er sei grundsätzlich "ein ganz großer Freund" von restriktiven Budgets, aber mit der 33-Millionen-Obergrenze, wie sie der FIA-Weltrat für 2010 auf freiwilliger Basis beschlossen hat, kann Haug nichts anfangen. Viel sinnvoller wäre es seiner Meinung, Situationen wie die Diskussion um die Legalität der Diffusoren zu unterbinden, weil auf diese Weise einige Teams nachrüsten und somit wieder viel Geld ausgeben müssen. "Das kann nicht im Sinne des Kostensparens sein", so Haug.

"Ich würde nichts lieber sagen, als dass zu diesem Betrag eine Formel 1 machbar ist", meinte der Mercedes-Sportchef über die 33 Millionen Euro und fügte an: "Wir wollen vernünftige Kostensenkungsprogramme - da sind wir dabei. Dafür brauchen wir aber stringent fortgeführte Reglements, die nicht geändert werden." Die Änderung des Motorenformats und die Einführung von KERS hätten "eine Menge Geld gekostet. Man muss aus der Vergangenheit lernen."

Leise Kritik am neuen Wertungssystem

Auch mit der Einführung des neuen Wertungssystems, das nun nach Protesten der FOTA doch erst 2010 kommen wird, scheint Haug nicht ganz glücklich zu sein: "Es war sicherlich ungewöhnlich kurzfristig. Wenn jetzt von außen einer sagt, warum das nicht während der letzten Saison für die nächste beschlossen wurde, dann kann man das durchaus verstehen. So war das Echo quer durch die Medien. Da war das Verständnis für die vorgeschlagene Variante nicht groß."

"Es ist für 2010 mal so veröffentlicht, aber ich bin sicher, dass man da konstruktive Gespräche führen kann. Man muss das Für und Wider abwägen. Ich glaube aber, dass jetzt Zeit ist, um das noch mal als Thema aufzunehmen", kündigte der 56-Jährige an, dass die FOTA in den nächsten Monaten den Dialog mit der FIA suchen wird, um in dieser Frage einen gemeinsamen Nenner zu finden, der für alle Beteiligten akzeptabel ist.

Ein Machtkampf sei dabei nicht die Hauptmotivation: "Uns Teams geht es nicht darum, wessen Idee durchgeht. Ich würde nichts mehr unterstützen als die beste Idee - wenn die von der FIA kommt, hervorragend! Aber ich denke, man muss die Aktiven anhören. Sonst sagt mal ein Sponsor: 'Das ist nicht kommunizierbar.' Dann hätte es auch finanzielle Folgen und das sollte nicht sein. Es ist ein konstruktiver und legitimer Ansatz der Teams, nicht ein Machtkampf."

Fotoquelle: xpb.cc

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