Der Brawn-Diffusor geht angeblich von allen Designs am meisten an die Grenze

Formel 1 2009

— 25.03.2009

Diffusorstreit: Melbourne-Ergebnis nur provisorisch?

Der Formel 1 blüht schon wieder ein Besuch am Grünen Tisch: Wegen des Streits um die Diffusoren könnte das Melbourne-Ergebnis nachverhandelt werden

Drei Teams - Brawn, Toyota und Williams - haben sich im Bereich des Diffusors eine Regelinterpretation einfallen lassen, die im Vergleich zu einem konventionellen Design einen Vorteil von angeblich mehreren Zehntelsekunden bringen kann. Doch ob diese drei Diffusoren wie von FIA-Inspektor Charlie Whiting beurteilt auch legal sind, das weiß im Moment noch niemand so genau.

Zwar sind zumindest Brawn und Williams diesbezüglich so selbstbewusst, dass sie keinen Alternativdiffusor nach Melbourne mitgebracht haben, aber zwei gegnerische Rennställe - einer davon ist Red Bull - haben bereits einen offiziellen Protest angekündigt. Dabei müssen Brawn, Toyota und Williams zunächst einmal die technische Abnahme vor Beginn des Rennwochenendes überstehen. Sollte das gelingen, wird die Konkurrenz protestieren.

Betroffene wähnen sich in Sicherheit

Bei einem der drei betroffenen Teams ist die Verwunderung über die Proteste der Konkurrenz ebenso groß wie die Verwunderung darüber, dass sich Red Bull, Ferrari und Co. nicht selbst ein solches Diffusorkonzept einfallen lassen haben. Und: Es gibt Unterschiede zwischen Brawn, Toyota und Williams - Toyota soll mit seinem Design komplett auf der sicheren Seite sein, Brawn lotet die Grauzonen angeblich schon etwas frecher aus.

Sollte es zu einem Protest kommen, dann haben die drei Rennkommissare das Wort. Nur: Deren Entscheidung ist noch nicht endgültig, sondern kann von den betroffenen Teams wiederum angefochten werden. Beispiel: Sollten die sechs Autos wegen eines Protests nachträglich disqualifiziert werden, könnten Brawn, Toyota und Williams gegen diese Entscheidung in Berufung gehen. Dann wäre das Internationale Berufungsgericht der FIA die letzte Instanz.

Gewinnt der Sieger am Grünen Tisch?

Dieser Prozess scheint im Moment die einzige Möglichkeit zu sein, die Grauzone im Reglement endgültig aufzuklären. Das Problem daran ist aber, dass damit die Rennergebnisse von Melbourne und Sepang zunächst nur provisorisch wären, denn das Berufungsgericht kann frühestens nach dem Malaysia-Grand-Prix zusammenkommen. Somit fragt man sich: Wird disqualifiziert oder nicht - und wird die Disqualifikation dann wieder aufgehoben oder nicht?

Ein bisschen erinnert die Situation um den "Staubsauger" BT46B des Brabham-Teams im Jahr 1978: Brabham-Teamchef war damals ein gewisser Bernie Ecclestone - und der verstand es, mit Diplomatie einen langwierigen Streit zu verhindern. Denn Ecclestone erklärte sich nach den Protesten der Konkurrenz bei der Premiere in Anderstorp dazu bereit, den BT46B zurückzuziehen, behielt aber die Punkte für den Sieg von Niki Lauda und ersparte sich eine Nachverhandlung am Grünen Tisch...

Fotoquelle: xpb.cc

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