Beim Cricket wärmte sich Lewis Hamilton für den Saisonbeginn auf

Formel 1 2009

— 26.03.2009

Hamilton: "Würde mir andere Angebote anhören"

Weil der neue McLaren-Mercedes seiner Meinung nach nur halb so gut ist wie das 2008er-Modell, ist Lewis Hamilton offen für andere Angebote

Der aktuelle Silberpfeil ist nach Aussage des McLaren-Mercedes-Teams kein Siegerauto, sodass Lewis Hamilton am Sonntag in Melbourne seinen Vorjahreserfolg kaum wiederholen wird. "Da liegt viel Arbeit vor uns", seufzt der Titelverteidiger einen Tag vor dem ersten Freien Training im Albert Park und fügt achselzuckend an: "Unser neues Auto ist langsamer als seine Vorgänger."

2007 und 2008 war Hamilton bekanntlich bis zum Schluss um den WM-Titel mitgefahren; 2007 unterlag er Kimi Räikkönen um einen Punkt, 2008 setzte er sich ebenfalls um einen Punkt gegen Felipe Massa durch. Aber das ist Schnee von gestern: "Das letztjährige Auto war auf einer Skala von eins bis zehn eine Acht. Dem neuen würde ich vielleicht eine Vier geben. Wir haben uns so sehr auf das letztjährige Auto konzentriert, dass wir uns zu spät auf das neue konzentrieren konnten."

Möglicherweise ein Jahr im Mittelfeld

"Im Moment ist unser Auto sicher nicht das beste, aber wir haben ein großartiges Team und es ist wirklich wichtig für uns, dass wir uns neu sammeln und alle an einem Strang ziehen. Wir müssen richtig hart arbeiten", appelliert er an seine Crew und stellt sich demonstrativ hinter sie: "Wenn wir ein Jahr hinterherfahren müssen, dann ist es eben so. Aber wir werden kämpfen - und ich glaube, dann werden wir auch wieder gewinnen."

Angesichts der Waldbrandopfer in der Provinz Victoria seien die Probleme des Formel-1-Alltags sowieso nebensächlich, findet der 24-Jährige: "Wir können uns gar nicht vorstellen, was diese Menschen durchmachen mussten, aber ich sehe das Lächeln auf ihren Gesichtern und wie stark sie sind. Das inspiriert mich!" Hamilton schloss sich heute einer ganzen Reihe von Fahrern an, die den über 200 Opfern der Katastrophe gedachten.

Doch zurück zum Sport: "Wir wissen nicht", sagt er, "was wir von diesem Wochenende erwarten dürfen. Es wird eine große Herausforderung für jeden Einzelnen, weil sich so viel geändert hat. Das beeinflusst nicht nur die Fahrer, sondern auch die Teams. Die Leute werden sich aber umstellen und daran gewöhnen. Unterm Strich glaube ich, dass die gleichen Teams wie im Vorjahr vorne mitmischen werden - abgesehen von uns natürlich..."

Als "unglaublich" bezeichnet er die Frühform des Brawn-Teams, "aber sie hatten auch mehr Zeit als alle anderen, um ihr Auto zu entwickeln. Das Jahr 2008 haben sie früh abgeschrieben, weil sie sowieso hinten waren. Dadurch hatten sie ein paar Monate Vorsprung - und das scheint nun aufzugehen. Sie haben fantastische Arbeit geleistet. Sie waren schon immer ein großartiges Team, aber jetzt haben sie wirklich einen Volltreffer gelandet."

Ein letzter Funken Hoffnung

Ganz abschreiben will er die Saison 2009 für sein eigenes McLaren-Mercedes-Team aber noch nicht: "Wer weiß? Wir bekommen schon dieses Wochenende einige neue Teile. Hoffentlich können wir damit zumindest ein paar Punkte sammeln. Ich glaube, dass wir uns in den nächsten drei oder vier Rennen deutlich steigern werden - und dann mischen wir hoffentlich wieder vorne mit. Mir ist aber klar, dass das eine Riesenherausforderung ist", so Hamilton.

Als "großartig" empfindet er es, Weltmeister zu sein, aber: "Ich muss mir jetzt neue Ziele setzen. Ich will wieder Weltmeister werden, auch wenn es dieses Jahr schwierig wird!" Dass er den Titel unbedingt bestätigen muss, sieht er nicht so: "Einige sind einmal Weltmeister geworden, einige dreimal, einer siebenmal - aber ein WM-Titel bedeutet immer harte Arbeit. Und die Leute vergessen oft: Mich trennt nur ein Punkt davon, Doppelweltmeister zu sein..."

Ganz spurlos zieht die silberne Krise übrigens nicht am jüngsten Champion der Formel-1-Geschichte vorbei. Trotz seines erst Ende 2012 auslaufenden Vertrags mit McLaren-Mercedes spricht er erstmals offen darüber, dass er sich einen Wechsel vorstellen könnte: "Ich habe keine Angebote und ich habe noch nie mit jemandem gesprochen, aber wenn mir jemand ein Angebot machen würde, dann würde ich es mir anhören. Ich würde das als Kompliment auffassen und wäre dumm, das zu ignorieren."

Fotoquelle: xpb.cc

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