Mario Theissen hofft, dass der Protest gegen die drei Teams durchgeht

Formel 1 2009

— 26.03.2009

Theissen fürchtet Comeback der Ground-Effect-Autos

Der Protest von BMW wurde zwar abgewiesen, doch Mario Theissen hofft, dass der Diffusorstreit mit einem Verbot beendet wird

Ferrari, Renault und die beiden Red-Bull-Teams haben heute Protest gegen die Diffusoren von Brawn, Toyota und Williams eingelegt. Auch das BMW Sauber F1 Team wollte sich daran beteiligen, doch der Protest des deutsch-schweizerischen Rennstalls wurde wegen eines Formfehlers abgewiesen. Dennoch wünscht sich Mario Theissen ein Einschreiten der FIA.

"Wir interpretieren die Regeln anders und sehen diesen Spielraum nicht, den die anderen Teams da ausnutzen", sagte der BMW Motorsport Direktor heute in Melbourne über die Doppeldecker-Diffusoren der drei fragwürdigen Teams. Nach dem Protest liegt der Ball nun bei den Rennkommissaren, die über die Legalität entscheiden müssen. Anschließend droht noch ein Gang zur letzten Instanz, zum Internationalen Berufungsgericht der FIA.

Comeback der Ground-Effect-Autos

Theissen hofft, dass die Rennkommissare gleich an diesem Wochenende in seinem Interesse für Klarheit sorgen, denn: "Wenn das für legal erklärt wird, dann öffnet das einen weit größeren Spielraum, als er bisher von diesen drei Teams genutzt wurde. Wir würden im Laufe des Jahres zu echten Ground-Effect-Autos zurückkehren. Das wäre ein Entwicklungsrennen, also genau das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen."

Sollten Brawn, Toyota und Williams Recht bekommen, dann müssten die Konkurrenzteams nachziehen und ebenfalls einen solchen Diffusor entwickeln, um nicht länger im Nachteil zu sein. In Hinwil wird daran bereits gearbeitet, aber bis zum zweiten Rennen in Sepang werden die Teile sicher nicht einsatzbereit sein. Theissen: "Es würde ein paar Wochen dauern und eine bestimmte Menge Geld kosten."

Eine andere Variante wäre, gegen die Entscheidung der Rennkommissare in Berufung zu gehen und quasi neuerlich zu protestieren. Was passiert, wenn die Rennkommissare die drei Autos in Melbourne für legal erklären, Mario? "Dann schauen wir uns die Begründung an und diskutieren, wie wir damit umgehen. Das kann ich heute noch nicht sagen", so Theissen. Und: "Im Sinne der Formel 1 muss es sein, möglichst schnell Regelklarheit zu kriegen."

Protest ist ein normaler Vorgang

Theissen findet den Prozess mit Protest und Berufungsgericht nicht ungewöhnlich. Dieser diene lediglich dazu, Interpretationen zu überprüfen: "Mit Worten ist das Reglement nicht lückenlos hinzukriegen. Das heißt, es wird immer Grauzonen geben, die man so oder so interpretieren kann. Für diese Grauzonen brauchen wir so ein Protestverfahren mit einer Entscheidung der FIA", gab der 56-Jährige zu Protokoll.

Verärgert ist er darüber, dass FIA-Inspektor Charlie Whiting die Designs von Brawn, Williams und Toyota als legal eingestuft hat (was de facto nichts zu bedeuten hat), während andere noch während der Entwicklungsphase einen Korb verpasst bekamen: "Andere Teams haben zu ähnlichen Konstruktionen eine andere Aussage gekriegt. Genau das ist das Problem", so Theissen über die wahrlich diffuse Diffusordiskussion.

Dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Teams die Harmonie innerhalb der FOTA gefährden könnten, glaubt er übrigens nicht. Aber könnte das Ganze nicht ein Versuch seitens der FIA sein, eben diese Harmonie zu stören: "Das kann schon sein, dass solche Hintergedanken dabei sind, aber ich mache mir da keine Sorgen", teilte Theissen mit und stellte sich damit demonstrativ hinter die Teamvereinigung.

Fotoquelle: xpb.cc

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