Nick Heidfeld erwartet sich durch KERS keinen entscheidenden Vorteil

Formel 1 2009

— 26.03.2009

KERS-Vorteil Heidfeld: Theissen sieht ein Regelproblem

Nick Heidfeld fährt in Melbourne mit, der ein paar Kilogramm schwerere Robert Kubica ohne KERS - BMW wünscht sich höheres Minimalgewicht

Ein Formel-1-Auto muss samt Fahrer mindestens 605 Kilogramm wiegen, ist aber ohne Ballastgewichte natürlich wesentlich leichter. Der Wolframballast wird in der Regel dazu verwendet, um auf die 605 Kilogramm zu kommen und gleichzeitig die Balance zu optimieren. Seit der Einführung der über 30 Kilogramm schweren KERS-Einheiten ist diesbezüglich Spielraum verloren gegangen.

Das führt zum Beispiel im BMW Sauber F1 Team zu der ungewöhnlichen Situation, dass Nick Heidfeld in Melbourne mit und Robert Kubica ohne KERS fahren wird. Heidfeld ist um 20 Zentimeter kleiner und um gut zehn Kilogramm leichter als sein Stallgefährte und zieht daher aus KERS einen größeren Nutzen. Bei Kubica scheint die Rechnung mit der Energierückgewinnung hingegen zumindest beim ersten Rennen nicht aufzugehen.

"Das ist ein Regelproblem, durch das große Fahrer bestraft werden", meint BMW Motorsport Direktor Mario Theissen und erklärt: "Wir müssen sicherstellen, dass jeder unserer Fahrer basierend auf den Streckeneigenschaften das beste Paket zur Verfügung gestellt bekommt. Also werden wir uns von Rennen zu Rennen neu entscheiden. Für die Zukunft würden wir aber eine Erhöhung des Minimalgewichts unterstützen."

"Robert", betont Heidfeld, "ist viel schwerer als ich - ich habe über den Winter ein bisschen Gewicht abgenommen. Wir haben uns beide für die jeweils beste Option entschieden und ich meine, der Unterschied ist nicht so groß. Auf anderen Strecken bringt KERS mehr, etwa in Monza oder auch in Malaysia. Auch am Start hilft es, wenn auch nicht unbedingt hier, weil der Weg zur ersten Kurve recht kurz ist. Hoffentlich spürt man es auch beim Überholen im Rennen."

"Aber KERS hat auch Nachteile", relativiert der 31-Jährige. "Zum Beispiel ist der Schwerpunkt damit höher, ebenso wie die Wahrscheinlichkeit eines technischen Defekts - vor allem so früh in der Saison. Es ist eine Herausforderung, es beim Bremsen perfekt zum Laufen zu bringen und es perfekt abzustimmen. Man muss Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen, deshalb fahre ich damit und Robert nicht. Es ist hier keine klare Sache, dass KERS schneller ist."

Heidfeld stimmt zu, dass es "nicht fair" sei, dass Fahrer "nur wegen ihres Gewichts" bestraft werden. Aber er ergänzt mit grinsendem Gesicht: "Ich nehme den Vorteil dankend an!" In der Theorie sollte KERS schon etwas bringen - und zwar ganz konkret eine Zusatzleistung von 82 PS für einen Zeitraum von 6,6 Sekunden in jeder Runde. Auf die Renndistanz hochgerechnet kann das im Idealfall einen Unterschied von mehr als 15 Sekunden ausmachen.

Doch BMW Motorsport Direktor Theissen ist sich diesbezüglich nicht hundertprozentig sicher: "Einige Autos haben KERS drin, andere nicht. Also werden wir hier schon sehen, ob es etwas bringt, ob man zum Beispiel am Start ein bis zwei Gegner überholen kann, ob es beim Überholen hilft oder in den Kurven wegen des höheren Schwerpunkts ein Nachteil ist. Ich bin selbst schon sehr gespannt darauf", so der Deutsche abschließend.

Fotoquelle: xpb.cc

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