Sportchef Norbert Haug sieht sich in seiner negativen Einschätzung bestätigt

Formel 1 2009

— 27.03.2009

Haug: "Es gibt schnellere Autos"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug sieht nach dem ersten Trainingstag seine pessimistische Einschätzung des Kräfteverhältnisses bestätigt

Mit den Plätzen 17 und 18 fing das McLaren-Mercedes-Team im zweiten Freien Training zum Grand Prix von Australien eine schallende Ohrfeige ab. Das hatte sich zwar im Winter bereits abgezeichnet, doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Mercedes-Sportchef Norbert Haug macht sich nun keine großen Hoffnungen auf den Einzug ins Top-10-Qualifying.

Frage: "Herr Haug, Lewis Hamilton, der schon gestern gesagt hat, dass es nicht ganz rund läuft, ist nur 18. Wie fällt Ihre Freitagsbilanz aus?"
Norbert Haug: "Es läuft sicherlich nicht gut, aber ich glaube auch nicht, dass alle 16 Autos vor uns die Zeit mit dem Gewicht gefahren sind, mit dem sie auch im Rennen an den Start gehen werden. Ich glaube, dass es im Renntrimm halbwegs ordentlich aussieht. Wir haben nicht das Qualifying geprobt, aber es gibt schnellere Autos als unseres im Feld, das ist auf jeden Fall klar."

Brawn bleibt für Haug Favorit

Frage: "Alle Teams, die jetzt vorne stehen, waren im Vorjahr weit hinten. Wie erklären Sie sich das?"
Haug: "Man darf nicht nur auf die Reihenfolge gucken, sondern man muss auch schauen, wann welche Zeiten gefahren wurden. Diese Leute haben auch Zeiten gefahren, die zweieinhalb Sekunden langsamer waren. Ich denke, dass Brawn sehr stark sein wird - ich glaube nicht, dass die alles gezeigt haben."

"Man kann sich sicherlich am Konstrukteurs-Weltmeister Ferrari orientieren. Die sind Zehnter mit 1:27.0 Minuten und Lewis ist 1:27.8 Minuten gefahren. Vielleicht ist das der Abstand. Da denke ich, dass Ferrari morgen in der Startaufstellung nicht nur Zehnter sein wird. Die Zeit von Barrichello, der Zweiter ist, wurde bei einem Longrun rausgefahren. Der Williams ist gut und schnell, aber ob er da steht, wo er jetzt gerade steht, wage ich zu bezweifeln. Ich denke, da gibt es zwei, drei Teams, die weiter vorne sind. Red Bull hat gut ausgesehen, auch wenn Sebastian Vettel zweimal neben der Piste war. Sonst wäre sicher mehr drin gewesen."

"Die Spritladungen kenne ich natürlich nicht - nur unsere. Wir haben sicherlich den Ernstfall geprobt, den man proben sollte, wenn man im Rennen mit den Reifen klarkommen soll. Zufrieden bin ich überhaupt nicht, das ist auch klar, aber ich denke nicht, dass das heutige Kräfteverhältnis mit Platz 17 und 18 repräsentativ ist. Es bringt jedenfalls nichts, die reine Wertung nach Plätzen anzusehen."

Einschätzung war keine Tiefstapelei

Frage: "Was heißt das für das Qualifying? Glauben Sie, dass Lewis eine Chance hat, das Auto zumindest in die ersten zwei Startreihen zu stellen?"
Haug: "Nein, das glaube ich nicht. Wir haben nach den Barcelona-Tests gesagt, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben. Ich sage nicht, dass ich uns im letzten Drittel des Feldes sehe, um irgendwelche Storys zu erzählen, sondern ich sage das, was Sache ist."

"Wenn man ein bisschen in der Schule aufgepasst hat, weiß man, dass 20 geteilt durch drei ungefähr sieben sind. Ich sehe uns also von Platz 13 bis 20. Ich hoffe, dass sich das im Rennen ein bisschen besser entwickelt, aber wir sind nicht da, wo wir hingehören. Ich könnte es positiv sehen und sagen, dass wir im Longrun nicht so schlecht ausgesehen haben."

"Es war heute sicherlich eine große Herausforderung, mit den weichen Reifen auf die Distanz klarzukommen - da hatten glaube ich mehrere Probleme. Ich will es aber nicht zu positiv, sondern realistisch beschreiben, deshalb denke ich nach wie vor, dass wir leider im hinteren Teil des Feldes sind. Wir müssen weiter arbeiten und uns konzentrieren, um sukzessive nach vorne zu kommen."

Fotoquelle: xpb.cc

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