Mario Theissen möchte, dass das der Diffusor-Streit schnell geklärt wird

Formel 1 2009

— 28.03.2009

Theissen: Diffusor-Schlupfloch ist nicht neu

Der BMW Motorsport Direktor klärt auf: Die Reglementslücke der Doppeldecker-Diffusoren ist schon seit Jahren bekannt - schnelle Lösung gefordert

Es gibt gleich mehrere Themen, die den Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne beherrschen. Eines davon ist das "Märchen" rund um Ross Brawn, der mit seinem akquirierten Team derzeit die Konkurrenz bestimmt. Doch damit ist das zweite große Thema gleich angesprochen: Das Brawn-Team gilt als Erfinder des doppellagigen Diffusors, gegen den einige Konkurrenten Protest einlegten.

Dieser wurde abgelehnt und erst am 14. April wird das Berufungsgericht zu diesem Thema tagen. Bis dahin wird das Feld zweigeteilt sein - zumindest in Sachen Diffusor. Und auch nach einer Entscheidung wird kaum alles sofort wieder ruhig sein. Sollte das Berufungsgericht den Antragsstellern recht geben, müssen Brawn, Toyota und Williams ihre Konzepte ändern - was zu einem Kompromiss finden wird.

Diese Rechnung aber geht auch in die Gegenrichtung auf. "Wenn man jetzt anfängt mit der Entwicklung, dann hätte man für Shanghai kein starkes Paket. Das dauert länger. Und dann haben die Teams, die es schon haben, längst auch weiterentwickelt", erklärte BMW Motorsport Direktor in Melbourne. "Wir dürfen ja nicht davon ausgehen, dass das Potenzial der Brawn-Lösung schon ausgeschöpft ist. Das geht es erst richtig los."

Aber in einem solchen Falle müsse man "natürlich" mitziehen und ebenfalls einen neuen Diffusor entwickeln. "Es ist ein Teil des Gesamtkonzeptes. Wenn wir bei unserem Auto 1:1 das kopieren, was bei Brawn funktioniert, dann wird das bei uns mit Sicherheit nicht denselben Effekt haben", fuhr er fort. "Das Auto, was dann entstehen würde, wäre ein Kompromiss. Und wir können nicht davon ausgehen, dass wir an diesem Kompromiss schneller entwickeln, als das andere Team mit einem stimmigen Konzept weiterentwickelt."

"Daher fragen wir die FIA nach einer schnellstmöglichen Klärung - in die eine oder andere Richtung. Denn das Geldausgeben hat schon begonnen, wir können ja nicht warten, bis irgendwann jemand sagt, dass es verboten ist", so Theissen weiter, der die Frage der Regelauslegung durchaus nicht negativ sieht, denn die Formel 1 sei nun einmal ein komplexer technischer Sport.

"Ich glaube, da hätten auch die Fans Verständnis. Es darf sich nur nicht lange hinziehen", erklärte er. "Sport ist nur dann spannend, wenn alle unter denselben Regeln antreten. Sonst verliert das Publikum schnell das Interesse. Daher muss hier eine schnelle Klärung her."

Interessant ist auch, dass die Regellücke wohl nicht erst durch die neuen Aerodynamikregeln geschaffen wurde: Sie bestand schon länger. Ferrari, McLaren und Renault - die Teams, die für die FIA in der Overtaking Working Group sitzen - kannten das "Problem".

"Das haben diese Teams gesehen, auch wir haben das gesehen", erklärte Theissen. "Es gibt zu diesem Thema Technical Directives (Technische Richtlinien; Anm. d. Red.), die schon Jahre zurückliegen und die das klar ausgrenzen."

Die Reglementslücke ist damit schon längere Zeit offen. "Und das nicht erst im letzten Jahr, sondern seit vielen Jahren", wie der BMW Motorsport Direktor betonte. Dass sie nun mit den neuen Regeln ausgenutzt wird, sei eher ein zufälliges Produkt. "Aus meiner Sicht hat das nichts mit den Aerodynamikregeln zu tun. Aber das neue Reglement macht diese Lücke attraktiver."

Fotoquelle: BMW

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