Ferrari in der Krise: Melbourne scheint genau wie 2008 keine Reise wert zu sein

Formel 1 2009

— 28.03.2009

KERS als letzter Hoffnungsschimmer für Ferrari

Mit den Positionen sechs und sieben sowie mit sehr wenig Benzin im Tank kann Ferrari nur auf einen ordentlichen KERS-Schub am Start hoffen

Felipe Massa und Kimi Räikkönen belegten im heutigen Qualifying in Melbourne die Positionen sieben und neun und büßten auf Polesetter Jenson Button im Brawn-Mercedes 0,831 beziehungsweise 0,961 Sekunden ein. Durch den Ausschluss der beiden Toyota-Piloten rückt das Ferrari-Duo zwar auf den sechsten beziehungsweise siebenten Rang auf, aber die Chancen stehen trotzdem denkbar schlecht.

"Für das Rennen sollten wir nicht so schlecht gerüstet sein", tröstete sich Räikkönen gleich nach dem Qualifying, während Massa noch selbstbewusst grinste: "Warten wir mal die Benzinmengen ab." Doch aus dem letzten Strohhalm Hoffnung wurde wenige Stunden später, als die Gewichte der einzelnen Fahrzeuge von der FIA bekannt gegeben wurden, eine schallende Ohrfeige: Nur ein einziges Auto hatte heute Nachmittag weniger Benzin an Bord!

Nur Kubica ist leichter als Ferrari

Der F60 von Massa ist 654 Kilogramm schwer, der von Räikkönen 655,5. Das bedeutet, dass sie voraussichtlich in Runde 17/18 oder in Runde 18/19 an die Box kommen werden - einen normalen Rennverlauf vorausgesetzt, denn mit jeder Safety-Car-Phase wird natürlich massiv Benzin gespart. Anstatt sich also nach vorne orientieren zu können, muss Ferrari eher nach hinten schauen. "Es fehlt uns an Speed", war Räikkönens Kommentar.

Leichter als die Roten ist nur Robert Kubica unterwegs, doch der steht auf dem vierten Startplatz. Von hinten droht indes Gefahr von Webber, Heidfeld und Alonso, die allesamt mehr Benzin an Bord haben als Massa und Räikkönen. "Das Auto rutscht stark und hat wenig Grip", sah Massa ein. Als ihn ein Journalist fragte, ob es nicht gut sei, wenigstens vor WM-Kontrahent McLaren-Mercedes zu stehen, entgegnete er nur: "McLaren ist nicht unser einziger Gegner. Wir fahren gegen alle."

Man muss umdenken in der Formel 1 des Jahres 2009 - die Kräfte sind anders verteilt als im Vorjahr. Überrascht, dass Brawn und Co. alles andere in Grund und Boden fahren, Kimi? "Nicht wirklich", antwortete der Finne. "Die waren schon beim Testen und in den Trainings schnell, also überrascht mich das nicht." Bei Massa spürte man die Enttäuschung stärker: "Ein bisschen mehr hätte ich mir schon erwartet. Mir war aber klar, dass es schwierig werden würde"

KERS darf ab 100 km/h am Start eingesetzt werden

Nachdem der Joker Benzin geplatzt ist, bevor er überhaupt ausgespielt wurde, bleibt Ferrari nur noch ein letzter Vorteil gegenüber den meisten Konkurrenten: KERS. Räikkönen: "Es sollte am Start auf jeden Fall etwas bringen, aber das hängt auch davon ab, ob man eingeklemmt wird oder nicht. Dann hilft das nämlich überhaupt nichts. Die Gerade ist leider auch nicht sehr lang. Ich hoffe, dass wir heil durch die erste Kurve kommen."

Es geht also - unter normalen Umständen, was in Melbourne keineswegs gesagt sein muss - primär um Schadensbegrenzung, um das Sammeln von WM-Punkten. "Das wäre gerade beim ersten Rennen besonders wichtig", weiß Massa, der 2008 mit zwei Nullnummern gestartet ist und am Ende um einen einzigen Punkt nicht Weltmeister wurde. Also gilt bei Ferrari volle Konzentration, auch wenn es nicht um den Sieg geht.

"Die Zuverlässigkeit wird morgen sehr wichtig sein, aber nicht nur die Zuverlässigkeit, denn Melbourne ist eine sehr rutschige Strecke, auf der man sich jederzeit drehen kann. Hoffentlich bringen wir das Auto ins Ziel", sagte Massa in Anspielung auf seinen Dreher in der zweiten Kurve vor einem Jahr. Außerdem macht er sich Sorgen wegen der weicheren Bridgestone-Slicks: "Es wird nicht einfach, die richtigen Reifen für die richtige Phase im Rennen auszuwählen."

Fotoquelle: xpb.cc

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