Robert Kubica wollte sich nicht nur Vettel, sondern auch Button schnappen

Formel 1 2009

— 29.03.2009

BMW Sauber F1 Team: Kollision statt möglicher Sieg

Während Nick Heidfelds Rennen schon in der ersten Kurve quasi gelaufen war, beraubte eine Kollision Robert Kubica zum Schluss um einen Podiumsplatz

Das BMW Sauber F1 Team erlebte einen enttäuschenden Start in die Saison 2009 - beide F1.09 waren in Unfälle verwickelt. Für Nick Heidfeld war das Rennen schon in der ersten Kurve gelaufen, nachdem ein Konkurrent in ihn reingeschoben worden war. Heidfeld brachte sein beschädigtes Auto als Elfter ins Ziel.

Für seinen Teamkollegen Robert Kubica verlief der Große Preis von Australien noch weit dramatischer. Drei Runden vor Schluss griff er im Kampf um Platz zwei Sebastian Vettel (Red Bull) an. Beide Autos berührten sich und fielen nach dem Unfall aus. Zu diesem Zeitpunkt war das Team noch optimistisch gewesen, dass Kubica nicht nur Vettel, sondern auch den führenden Button würde überholen können - weil er im Gegensatz zu den beiden vor ihm auf harten Reifen fuhr.

"Was für eine Enttäuschung!", bedauerte Kubica. "Ich hätte eine gute Chance gehabt, dieses Rennen zu gewinnen, denn Jenson Button und Sebastian Vettel fuhren auf der weicheren Gummimischung und hatten Probleme, während ich mit den harten Reifen viel schneller war."

"Sebastian fuhr in Kurve eins eine weite Linie und bremste anschließend früh. Ich war schon vorne, doch er wollte mich nicht vorbei lassen. Dann hatte er Untersteuern und berührte mich. Mein Frontflügel rutschte unters Auto, weshalb ich in Kurve fünf abflog. Ich denke, dass Sebastian ein wenig zu optimistisch war."

"Wäre das in der letzten Kurve geschehen, okay, aber es waren noch drei Runden zu fahren, und er hatte keine realistische Chance, seine Position zu verteidigen, weil ich viel schneller war. Wir beide hatten ein gutes Wochenende bis zu diesem Moment, und nun stehen wir mit leeren Händen da. Das ist wirklich schade! Mein Auto war sehr gut, vor allem im zweiten Stint, als ich die schnellsten Runden fuhr. So ist Racing!"

"Das Ergebnis heute ist extrem enttäuschend für mich", so Heidfeld. "Ich hatte so einen guten Start, konnte gleich ein paar Positionen gutmachen, und auch meine Rennstrategie war viel versprechend. In der Anbremszone vor der ersten Kurve habe ich mich eigentlich recht sicher gefühlt. Ich sah weder rechts noch links ein Auto direkt neben mir und habe mich mittig auf der Fahrbahn gehalten. Aber dann hat es plötzlich 'Bumm' gemacht."

"Ich habe an der Box neue Reifen und einen neuen Frontflügel geholt, aber der Schaden war erheblich größer und das Auto nachher kaum noch zu fahren. Ich denke, das KERS hat mir wenigstens etwas geholfen, mit dem langsamen Auto meine Position zu verteidigen. Aber am Ende ist das nicht viel wert, wen interessiert es schon, ob man Elfter oder 13. wird."

"Es war wie schon so oft in Melbourne ein sehr ereignisreiches Rennen", erinnert sich BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. "Nick wurde bereits in der ersten Kurve um alle Chancen gebracht. Nach einer unverschuldeten Kollision hatte er nicht nur großen Rückstand, sondern auch eine beschädigte Aerodynamik, die ein Aufholen unmöglich machte."

"Robert hat ein exzellentes Rennen gezeigt und sich kurz vor Schluss in Schlagdistanz zur Spitze gebracht. Er war am Ende des Rennens auf harten Reifen unterwegs und hatte beste Chancen, die beiden vor ihm fahrenden Autos noch abzufangen und das Rennen zu gewinnen."

"Die Kollision kurz vor Schluss hat sowohl ihn als auch Sebastian Vettel um einen Podiumsplatz und beide Teams um wertvolle Punkte gebracht. Sehr positiv ist anzumerken, dass wir mit harten Reifen heute sehr schnell unterwegs waren."

"Das war ein turbulenter Saisonauftakt, insbesondere für uns. Nick fiel bereits unmittelbar nach dem Start nach einer unverschuldeten Kollision chancenlos zurück. Noch mehr Pech hatte Robert. Zunächst arbeitete er sich stetig nach vorn, bis er wenige Runden vor Schluss die beiden Führenden attackieren konnte."

"Aufgrund unserer Reifenwahl war Robert im letzten Stint mit harten Reifen unterwegs, die Konkurrenz vor uns hingegen mit weichen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir dadurch ein weitaus schnelleres Auto als die beiden Führenden. Bei dem Überholmanöver mit Sebastian Vettel lag Robert bereits vorn, als Sebastian in ihn reinrutschte. Das hat uns Platz zwei und womöglich sogar einen Sieg gekostet."

Fotoquelle: xpb.cc

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