Umzingelt von den Medien: Sebastian Vettel und Pressesprecherin Britta Roeske

Formel 1 2009

— 29.03.2009

Vettel: "Konnte mich nicht in Luft auflösen"

Sebastian Vettel bedauert die Kollision mit Robert Kubica und die verlorenen Punkte, macht sich noch keine Gedanken über den WM-Titel

Neben Brawn hätte Sebastian Vettel heute in Melbourne zur großen Sensation werden können: Auch mit einem konventionellen Diffusor nahm er mit seinem Red-Bull-Renault Kurs auf Platz zwei hinter Jenson Button, bis er in der 56. von 58 Runden mit Robert Kubica kollidierte, der ihm die Position noch streitig machen wollte. Die Experten finden, dass Vettel daran selbst schuld war - genau wie die Rennkommissare, die ihn für das nächste Rennen in Malaysia mit einer Rückversetzung um zehn Positionen in der Startaufstellung bestraften...

Frage: "Sebastian, du warst so gut unterwegs, aber dann kam diese Kollision mit Robert Kubica. Kannst du beschreiben, was genau passiert ist?"
Sebastian Vettel: "Das hat man ja gesehen. Natürlich ist das sehr enttäuschend, aber ich kam sehr schlecht aus der ersten Kurve raus vor der Kollision. Ich war darüber informiert, dass Robert auf harten Reifen ist. Ich hatte schon die Runde davor eigentlich keinen Grip mehr, weil die weichen Reifen extrem abgebaut haben - da war eigentlich fast keine Lauffläche mehr da."

Beim Einlenken nach außen gerutscht

"Robert war Seite an Seite. In dem Moment, wo wir in die Kurve eingebogen sind, war ich zwar noch voraus, aber er hatte zu dem Zeitpunkt natürlich viel mehr Grip und konnte außen schneller fahren. Ich konnte leider nirgendwo mehr hin, konnte mich nicht in Luft auflösen und habe ihn dann leider getroffen. Leider bedeutete das nicht nur für mich das Ende, sondern auch für ihn. Das ist natürlich schade."

"Im Nachhinein betrachtet hätte ich wahrscheinlich zwei, drei Schritte vorausdenken müssen. Es tut mir leid für das Team, denn ich denke, wir haben gut gearbeitet, obwohl Freitag und Samstagfrüh alles andere als gut verlaufen sind. Aber unser Auto ist schnell und das gibt Mut und Hoffnung. Schauen wir mal. Es ist nicht das Ende der Welt. Nächste Woche geht es weiter."

Frage: "Würdest du dich in der Situation im Nachhinein gesehen noch einmal genauso verhalten?"
Vettel: "Nein. Ich hätte ihn wahrscheinlich einfach vorbeigewunken, aber in dem Moment wollte ich natürlich den zweiten Platz verteidigen. Nachher ist man meistens schlauer. Nichtsdestotrotz war das heute ein sehr gutes Rennen. Ich war überrascht, wie nahe wir am Ende an Jenson dran waren - vielleicht hat er am Ende ein bisschen Luft rausgenommen, um das Ganze zu kontrollieren. Hätte, wenn und aber gibt es nicht, von daher schauen wir auf nächste Woche."

Frage: "Nach dem Crash bist du zunächst hinter dem Safety-Car weitergefahren..."
Vettel: "Ja, aber wir mussten dann doch stehen bleiben."

Frage: "Hattest du während des Rennens irgendwann das Gefühl, dass du Jenson Button noch erwischen könntest?"
Vettel: "Die ganze Zeit! Auch wenn er manchmal sehr weit weg war, habe ich immer versucht, zu pushen und zu kämpfen. Man weiß nie, was passiert - vielleicht fährt er einmal ins Gras und verliert drei Sekunden. Wenn ich dann gerade drei Sekunden dahinter bleiben kann, bin ich schon vorbei. Hier ist es schwierig, jemanden zu überholen, also habe ich immer versucht, dranzubleiben und zu kämpfen. Ich habe gehofft, dass im letzten Stint etwas Magisches passiert oder dass seine Reifen sehr stark abbauen und meine nicht. Im Endeffekt war es eher umgekehrt. Schade, aber nächste Woche geht es weiter."

Nicht auf Massa, sondern auf Button konzentriert

Frage: "Beim Restart hast du dich sehr clever verhalten, denn hinter dir war Felipe Massa mit einem KERS-Ferrari. Hast du irgendwelche Tricks ausgepackt, um dich von ihm abzusetzen?"
Vettel: "Ich habe mich darauf konzentriert, möglichst nahe an Jenson dranzubleiben, denn ich wollte an ihm vorbei. Das ist mir leider nicht gelungen, aber ich war dann überrascht, wie weit Felipe weg war. Natürlich hatte ich das am Anfang des Rennens im Hinterkopf, dass er mit KERS unterwegs ist und da vielleicht den entscheidenden Schritt machen kann. Ich habe in den Kurven immer darauf geschaut, gut herauszubeschleunigen, um mich gut zu verteidigen."

Frage: "Wie lange brauchst du, um diese Enttäuschung zu verdauen?"
Vettel: "Nicht lange, aber es ist schade, weil ich weiß, was passiert ist. Ich denke, man kann nicht einem die Schuld in die Schuhe schieben. Natürlich will ich meinen Platz verteidigen, dafür bin ich ja da, und Robert will einen gutmachen. Schade ist nur, dass es uns beide das Rennen gekostet hat. So ist das Leben."

Frage: "Die Saison ist erst ein Rennen alt. Hast du den Eindruck, du kannst 2009 um den WM-Titel mitfahren?"
Vettel: "Ich glaube, es ist jetzt noch zu früh. Es sind einige Punkte, die uns heute fehlen - ob acht oder sechs, das ist im Prinzip egal. Man muss zumindest drei, vier Rennen abwarten, auch auf normalen Strecken, denn Australien ist doch ein besonderes Pflaster."

Frage: "Bleibt Brawn erster Favorit?"
Vettel: "Im Moment auf jeden Fall. Der Speed war schon gehörig, aber ich habe gespürt, dass ich teilweise relativ gut dranbleiben konnte. Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. So etwas gibt natürlich noch mehr Hoffnung. Wir haben ein schnelles Auto, von daher bin ich froh, dass es nächste Woche schon weitergeht."

Fotoquelle: xpb.cc

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