Felipe Massa musste mit einem technischen Defekt aufgeben

Formel 1 2009

— 29.03.2009

Kein weltmeisterlicher Saisonstart für Ferrari

Die amtierenden Champions waren in Melbourne schnell genug, um in die Punkte zu fahren, doch technisch und strategisch stellte man sich selbst ein Bein

Für Ferrari endete das erste Rennen zur Formel-1-Saison 2009 mit einer herben Enttäuschung. Das amtierende Weltmeister-Team war nicht in der Lage, mit einem Fahrer in die Punkte zu fahren, sowohl Kimi Räikkönen als auch Felipe Massa sahen die Zielflagge nicht.

"Dass ich in der Mauer landete, war mein Fehler", gestand Räikkönen nach seinem Abflug gegen Ende des Rennens. "Das ist eine Schande, denn angesichts dessen, was später passierte, hätte ich Zweiter werden können. Wir haben wertvolle Punkte verloren, aber wir werden versuchen, dies gleich in Malaysia wieder gutzumachen. Dort werden wir ein klares Bild der Situation haben, denn dieser Kurs ist kein sehr guter Leistungsindikator."

"Das KERS arbeitete beim Start gut, aber es gab nicht genügend Raum, um irgendwo hinzufahren. Wenn wir nicht glauben würden, dass es uns einen Vorteil verleiht, dann würden wir es nicht verwenden. Heute war das Hauptproblem definitiv der Umgang mit den Reifen, aber wir müssen auch unsere allgemeine Leistung verbessern."

"Wir wussten, dass die Autos von Brawn heute unschlagbar sein würden, aber gleichzeitig dachten wir, dass wir ein gutes Rennen haben können", so Massa. "Der Start war großartig, aber nach fünf oder sechs Runden bekamen wir mit den weichen Reifen Probleme, so sehr, dass wir vorzeitig an die Box kommen mussten."

"Wir stellten dann auf eine sehr aggressive Strategie um, was sich rückblickend als die falsche herausstellte. Kurz nach dem Boxenstopp kam das Safety Car auf die Strecke. Ich befand mich auf dem dritten Platz, aber nach dem Restart hatte ich nur noch weniger als zehn Runden, um zu versuchen, Boden auf jene wiedergutzumachen, die hinter mir mit wesentlich mehr Benzin an Bord fuhren. Beim zweiten Stopp füllten wir bis zum Ziel auf, aber dann war ich sehr langsam. Schlussendlich hatte ich ein Problem, das mich zum Aufgeben zwang."

"Lässt man Brawn einmal außer acht, so sind wir meiner Meinung nach konkurrenzfähig. Aber wir müssen perfekt arbeiten, um an die Spitze zu kommen. Hier ist es sehr schwierig, die Reifen zum Arbeiten zu bewegen, besonders da die Oberfläche des Asphalts nicht viel Haftung bietet. Die Lösung für Malaysia? Arbeiten und hart arbeiten."

"Dies war definitiv kein Start, der Ferrari würdig war, aus keinem Blickwinkel", so Teamchef Stefano Domenicali. "Uns mangelte es in Bezug auf die Zuverlässigkeit, zwei Autos waren gezwungen, aufzugeben. Unsere Leistung entsprach nicht dem Potenzial, das wir nach unseren Tests im Winter erwartet hatten. Wir kämpften mit dem Umgang der Reifen."

"Hinzu kommt, dass unsere Strategie-Entscheidungen nicht funktionierten, besonders im Falle von Felipe. Zusammenfassend war es ein Tag zum Vergessen, wenn man sich das Ergebnis anschaut. Aber wir müssen auch daran erinnern, dass wir alles versuchen und analysieren müssen, wo wir gescheitert sind, um uns sofort zu verbessern."

"So gesehen ist es gut, dass kommende Woche in Malaysia sofort das nächste Rennen kommt. Dies wird uns die Möglichkeit geben, zu reagieren, solange wir die richtigen Schlüsse ziehen, ruhig aber auch entschlossen."

"Australien scheint für uns in den vergangenen Jahren kein glücklicher Jagdgrund gewesen zu sein. Der Kurs ist etwas untypisch, so dass die Hackordnung nicht klar sein könnte. Diese wird in Sepang deutlicher sein, aber wir sind uns absolut bewusst, dass es abgesehen von einem Team, das heute unschlagbar war, viele andere starke Gegner gibt."

"Wir entschieden uns, auf den weicheren Reifen zu starten, dieses Zocken zahlte sich heute nicht aus", so Chefingenieur Luca Baldisserri. "Angesichts der starken Abnutzung der Reifen bei beiden Fahrern mussten wir die ersten Stopps vorziehen. Wir setzten dann auf zwei unterschiedliche Strategien. Bei Felipe haben wir rückblickend den falschen Weg eingeschlagen, besonders die Safety-Car-Phase hat nicht geholfen."

"Abgesehen davon müssen wir heute zugeben, dass unsere Leistung nicht jener vieler unserer Rivalen entsprach", so der Italiener abschließend. "Wir müssen herausarbeiten, warum dies so war, und schnell reagieren, schon in Malaysia."

Fotoquelle: xpb.cc

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