Aus Ferrari-Sicht hatte Michael Schumacher keinen Grund zur Freude

Formel 1 2009

— 29.03.2009

Schumacher freut sich mit altem Bekannten Brawn

Trotz der Ferrari-Pleite hatte Michael Schumacher in Melbourne Grund zur Freude, denn sein alter Bekannter Ross Brawn feierte einen Doppelsieg

88 seiner 91 Grand-Prix-Siege und alle sieben WM-Titel hat Michael Schumacher unter der Regie von Ross Brawn gewonnen, der bei Benetton und Ferrari sozusagen sein Dirigent auf dem Kommandostand war. Dass Brawn heute in Melbourne auch ohne Schumacher einen Doppelsieg feierte, freute den heutigen Ferrari-Berater.

Überrascht zeigte sich Schumacher jedoch keineswegs: "Wenn man die Tests und die Vorgeschichte verfolgt hat, ist es keine Sensation mehr", erklärte er in einem Interview mit dem TV-Sender 'RTL', "aber sie sind wie Phoenix aus der Asche entstanden, waren im letzten Jahr nirgendwo und haben jetzt im ersten Rennen alles dominiert. Das kann man Ross nur gönnen. Er hat einen Superjob gemacht und ich freue mich für ihn."

Den einzigen Fehler der Truppe habe Rubens Barrichello begangen, der nach einem schlechten Start in der ersten Kurve beinahe ausgeschieden wäre: "Rubens war da ein bisschen optimistisch", kritisierte Schumacher seinen früheren Teamkollegen. "Er wollte wohl seinen schlechten Start wieder wettmachen. Das ist nachvollziehbar, aber man weiß, dass es in Melbourne in der ersten Kurve eng werden kann. Da muss man halt auch mal zurückstecken."

Dennoch war die Performance des Brawn-Teams auch für den 40-Jährigen beeindruckend. Schumacher hätte übrigens selbst Teil der heutigen Sternstunde sein können, denn sein alter Bekannter wollte ihn im Winter als Partner an Bord holen. Der Deutsche lehnte dankend ab. Das bereut er zwar möglicherweise nicht, aber die Chancen auf den WM-Titel sind bei Brawn im Moment wahrscheinlich größer als bei Ferrari: "Das ist nicht ausgeschlossen", so Schumacher.

Aber: "Eigentlich ist es ja ein Honda-Team, denn die Ressourcen von Honda konnte Ross im letzten Jahr voll nutzen. Die haben sich das ganze Jahr darauf konzentriert, dieses Auto zu entwickeln, und das sind natürlich entscheidende Vorteile, die die Topteams, die um die WM gekämpft haben, nicht hatten. Die mussten zweigleisig fahren. Gerade bei so signifikanten Regeländerungen nimmt das mehr Kapazität weg, als einem lieb ist. Das ist jetzt die Konsequenz daraus."

Fotoquelle: xpb.cc

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