Im Albert Park: Norbert Haug (rechts) im Gespräch mit Anthony Hamilton (links)

Formel 1 2009

— 29.03.2009

Haug freut sich über "anerkennenswerte" Leistung

Schadensbegrenzung in Perfektion: Norbert Haug freut sich über die Punkte für Lewis Hamilton, übt aber auch Kritik an der FIA

Nach den Wintertests hätte McLaren-Mercedes beim ersten Saisonrennen wohl kaum jemand einen Podestplatz zugetraut, aber die drastisch abbauenden Reifen von Nico Rosberg, die Kollision zwischen Sebastian Vettel und Robert Kubica sowie die 25-Sekunden-Zeitstrafe gegen Jarno Trulli bescherten Lewis Hamilton in Melbourne am Grünen Tisch einen Platz auf dem Podium.

"Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, aber dafür, dass wir beim Testen in Barcelona so weit weg waren, haben wir uns zumindest achtbar geschlagen", zog Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem Rennen Bilanz. Dass die sechs Zähler am Jahresende noch Gold wert sein könnten, ist ihm bewusst: "Wenn man die Punkte machen kann, obwohl man nicht eines der besten Autos im Feld hat, dann ist das durchaus anerkennenswert."

Verpasste Chance für Kovalainen

Dabei wäre unter Umständen noch mehr drin gewesen, denn Hamilton ging nur vom 18. Startplatz aus ins Rennen. Heikki Kovalainen kam von Platz zwölf, wurde aber in der ersten Kurve in eine Viererkollision mit Rubens Barrichello, Mark Webber und Nick Heidfeld involviert. Haug bedauert, dass sein Schützling dadurch leer ausging: "Heikki wurde schuldlos in einen Crash verwickelt, sonst wäre für ihn sicher auch etwas drin gewesen."

Dafür bereitete ihm eine andere Erkenntnis umso mehr Freude: "Wir haben das bestplatzierte KERS-Auto. Wir haben ein sehr standfestes und ein sehr leistungsfähiges System", hielt Haug fest. Allerdings muss man anmerken: Zumindest der KERS-Ferrari war dem MP4-24 über weite Strecken überlegen. Doch im Lager der Silberpfeile geht man davon aus, dass sich das aktuelle KERS noch signifikant weiterentwickeln lässt.

Das Mercedes-Kundenteam Brawn fuhr übrigens ohne KERS zum Doppelsieg. Haug freute sich mit seinem Partner Ross Brawn und betonte: "Der Kunde war wirklich König!" Außerdem sprach er dem Ex-Ferrari-Mastermind ein Lob aus: "Am 5. Dezember hat Honda den Rückzug bekannt gegeben. Die Jungs haben weitergemacht, haben bei uns gefragt und es wurde in Rekordzeit unser Motor eingebaut. Drei Monate später fahren die die schnellsten Rundenzeiten. Das ist einmalig."

Eine Runde Bier für die Brawn-Truppe

"Ich habe gesagt, dass ich denen eine Runde Bier ausgebe, wenn sie gewinnen. Dann haben sie gesagt: 'Wir trinken aber viel Bier!' Jetzt muss ich gucken, dass das nicht zu teuer wird, denn es wird ja überall gespart. Aber im Ernst: Das ist schon drin und die haben sich das verdient", witzelte der 56-Jährige. Neben Brawn ortete er aber noch weitere gut aufgestellte Fahrer für diese Saison, darunter auch die Deutschen Sebastian Vettel und Timo Glock.

Haug vermutet, dass bei Brawn "noch nicht alles gezeigt" wurde - und konnte es sich nicht verkneifen, auch in der Stunde des großen Brawn-Triumphes auf die leidige Diskussion um das Diffusorreglement hinzuweisen, das Brawn, Toyota und Williams anders ausgelegt haben als die übrigen Teams: "Die Regelinterpretation war dort eine andere als bei uns", meinte der Mercedes-Sportchef im Anschluss an seine Gratulation an Brawn.

Und er forderte die FIA abschließend zum Handeln auf: "Da waren viele verschiedener Ansicht und da müssen klare Linien her. Wenn wir unser Auto jetzt so umbauen müssen, dass sie den so interpretierten Diffusorregeln entsprechen, dann kostet das wieder Geld. Ich denke, wir alle sind aufgefordert, das einmal hinzubekommen und dann die Weiterentwicklung zu machen und nicht noch mal einen ganz neuen Entwicklungsschritt zu machen, gerade in den jetzigen Zeiten."

Fotoquelle: xpb.cc

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