Hat keine Punkte, aber ein schnelles Auto: BMW Motorsport Direktor Mario Theissen

Formel 1 2009

— 29.03.2009

Theissen: Vettel hat Robert um den Sieg gebracht

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen ärgert sich über den bitteren Ausfall von Robert Kubica und spricht über die neue Situation in der Formel 1

Bis er drei Runden vor Schluss von Sebastian Vettel aus dem Rennen befördert wurde, war BMW Sauber F1 Team Pilot Robert Kubica der schnellste Mann im Grand Prix von Australien - mit realistischen Chancen, nach Vettel auch noch Jenson Button zu knacken. Bekanntlich kam es anders. Über diese bittere Pille und über einige andere Themen unterhielten wir uns am Abend mit BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

Frage: "Herr Theissen, bis drei Runden vor Schluss sah es so aus, als ob Robert Kubica das Rennen gewinnen könnte..."
Mario Theissen: "Ja, genau so war es. Die Strategie, zuerst mit den weichen Reifen und wenig Benzin loszufahren und das Feld dann von hinten aufzurollen, war perfekt. Er ist auch ein sehr starkes Rennen gefahren, war sehr schnell unterwegs. Schade! Es war eine Aktion so knapp vor Schluss, die beide Fahrer um einen Podiumsplatz gebracht hat - ich bin der Überzeugung: Robert sogar um den Sieg - und beide Teams um wertvolle Punkte."

Kein Interesse an einer Schulddiskussion

Frage: "Wie sehen Sie die Schuldfrage? Normaler Rennunfall?"
Theissen: "Was soll man da hinterher groß diskutieren? Als Sebastian zunächst zurückgesteckt hat, da dachte ich schon, jetzt ist das Thema erledigt, jetzt sind sie durch. Ich kenne Sebastian ja auch von früher und dachte mir, dass er keine dummen Sachen machen wird - und schon war's passiert!"

Frage: "Haben Sie die Enttäuschung schon verdaut?"
Theissen: "Das wird noch ein bisschen dauern. Die Enttäuschung ist riesengroß im Team, weil wir sehr zuversichtlich waren, dass Robert das Rennen noch gewinnen könnte. Er wäre wahrscheinlich noch locker vorbeigekommen."

Frage: "Bis zu dieser Kollision war keines der Top-6-Autos mit KERS ausgestattet. Möchten Sie dazu einen Kommentar abgeben?"
Theissen: "Ich glaube, wenn Nick in der ersten Kurve nicht rausgeschoben worden wäre, wäre er unter den ersten Sechs gewesen."

Frage: "Dann wäre es eben ein Auto gewesen. Aber hätten Sie nicht vermutet, dass KERS mehr bringt?"
Theissen: "Nein. Was KERS kann und was es nicht kann, das wussten wir vorher - das kommt aus der Simulation sehr gut raus. Es liegt irgendwo zwischen null und drei Zehntelsekunden - plus der Möglichkeit, auf den Geraden zu überholen."

KERS-Entscheidung von Rennen zu Rennen

Frage: "Werden Sie so weiterfahren, dass ein Auto KERS hat und eines nicht, oder wird es da während der Saison auch mal Änderungen geben?"
Theissen: "Wir schauen uns das von Rennen zu Rennen an."

Frage: "Halten Sie den Stand vor der Kollision für aussagekräftig, was das derzeitige Kräfteverhältnis angeht?"
Theissen: "Nein. Das gibt das Kräfteverhältnis nicht korrekt wider, weil das Feld heute infolge der Safety-Car-Phasen und der Rückversetzung von Toyota schon am Start durcheinandergewirbelt war. Deswegen stimmt es so nicht."

Frage: "Für die Zuschauer war es ein spannendes Rennen. Glauben Sie, dass es genauso weitergehen wird?"
Theissen: "Ja. Ich glaube schon, dass wir uns diese Saison auf einige spektakuläre und unerwartete Rennausgänge freuen können."

Fotoquelle: BMW

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