Williams-Technikchef Sam Michael mag keine Malaysia-Vorhersage abgeben

Formel 1 2009

— 30.03.2009

Michael: "Wir leiden nicht an Selbstüberschätzung"

Williams-Technikchef Sam Michael hält trotz des starken Auftritts des neuen FW31 in Melbourne den Ball flach

Leider war bei Williams die falsche Hälfte des Rennwochenendes die bessere. Nico Rosberg und Kazuki Nakajima überraschten in allen Freien Trainings mit starken Zeiten, der gebürtige Wiesbadener konnte sogar drei Bestwerte markieren. Doch ab der Qualifikation lief es nicht mehr ganz so rund, im Rennen raufte man sich an der Williams-Box mehrfach die Haare. Nakajima schmiss den Neuwagen in die Leitplanken, Rosbergs Rennen wurde durch einen verpatzten Boxenstopp halbwegs ruiniert. Williams-Technikchef Sam Michael analysierte das erste Rennwochenende der Saison im Teaminterview.

Frage: "Sam, wodurch wurde Kazuki Nakajimas Reifenschaden im ersten Training ausgelöst? Gab es dadurch weitere Schäden?"
Sam Michael: "Ein Ventil hat sich gelöst. Dadurch wurde auch eine Bremsleitung beschädigt, aber wir konnten das sofort nach der Session reparieren."

Frage: "Wie sehr hat sich die Strecke im Verlauf des Freitags verändert?"
Michael: "Die Strecke wurde im Verlauf des ersten Trainings immer besser. Weil es in der zweiten Session aber immer kühler wurde, waren die Zeiten dann wieder langsamer."

Frage: "Warst du überrascht, dass ihr in allen drei Trainings die Schnellsten ward?"
Michael: "Sehr sogar. Aber wir haben daraus nicht sofort den Schluss gezogen, dass wir im Qualifying zwangsläufig genauso weit vorne sein würden."

Frage: "Welche Veränderungen habt ihr zwischen Q1 und Q2 an den Fahrzeugen vorgenommen?"
Michael: "Fast gar nichts. Wir haben vielleicht ein wenig den Frontflügel verstellt und ein bisschen an den Reifendrücken geändert."

Frage: "Kazuki hat im zweiten Qualifikations-Durchgang einen Fehler in der letzten Kurve gemacht. Wie viel hat ihn das gekostet?"
Michael: "Das dürfte mit etwa 0,3 Sekunden zu Buche geschlagen sein."

Frage: "Hattet ihr in Erwägung gezogen, beide Autos mit den ganz weichen Reifen ins Rennen zu schicken?"
Michael: "Nein. Auch wenn in Melbourne häufig zu Beginn ein Safety-Car kommt, so darf man sich nicht darauf verlassen. Wenn es nicht herauskommt, dass ist diese Strategie nämlich ein echtes Desaster."

Frage: "Wie passierte der Unfall von Kazuki in Runde 17?"
Michael: "Er ist zu heftig über den Randstein gefahren und hat das Heck verloren. Danach konnte er das Auto nicht mehr abfangen."

Frage: "Wird Kazukis Auto rechtzeitig zum nächsten Grand Prix in Malaysia wieder repariert sein?"
Michael: "Ja. Es ist zwar einiger Schaden entstanden und wir werden viel Arbeit haben, aber das lässt sich mit den ganz normalen Ersatzteilen, die wir dabeihaben, sicherlich bewerkstelligen."

Frage: "Habt ihr Nicos Strategie nach der Safety-Car-Phase angepasst?"
Michael: "Nein, wir haben da keinerlei Anpassungen vorgenommen. Zu jenem Zeitpunkt hatte er seinen normalen Stopp schon hinter sich. Es gab also keinen Grund zu reagieren."

Frage: "Warum hat er beim ersten Boxenstopp so viel Zeit verloren?"
Michael: "Der Splint, mit welchem die Radmutter gesichert wird, hatte sich auf der Schraube verklemmt. Als wir das alte Rad heruntergenommen hatten, konnten wir das Teil nicht ganz lösen. Dadurch klemmte dann wiederum die Radmutter schief auf dem Gewinde."

Frage: "Warum fiel Nico im ersten Stint recht schnell wieder zurück? Hatte er seine weichen Pneus zu hart rangenommen?"
Michael: "Ja, aber das war eigentlich eine Entscheidung des Teams. Wir haben ihm zu Beginn gesagt, er solle heftig pushen, um Rubens zu schnappen. Das hat er auch geschafft, aber die Reifen haben dabei zu stark gelitten."

Frage: "Warum war der FW31 vor allem im ersten und dritten Sektor so schnell?"
Michael: "Wir waren selbst von unserem Speed im ersten Sektor im Rennen sehr überrascht, denn dort waren wir in den Trainings und im Qualifying gar nicht mal so stark gewesen. Im dritten Sektor waren wir das ganze Wochenende schnell. Das liegt einfach an der speziellen Streckenpassage. Es gibt in diesem Bereich sehr viele schnelle Richtungswechsel. Das liegt dem FW31 sehr gut, in jenem Bereich haben wir ihn wirklich sehr gut verbessern können."

Frage: "Wir haben nun erstmals Autos mit KERS im Rennen gesehen. Wie war dein Eindruck?"
Michael: "Das ist ein sehr nützliches Tool, um das Überholen zu erleichtern. Wir wollen es so schnell wie möglich auch im Auto haben."

Frage: "Bist du zuversichtlich, dass ihr eure Performance in Malaysia bestätigen könnt?"
Michael: "Wir wissen es noch nicht. Wir leiden nicht an Selbstüberschätzung, das liegt nicht in unserer Natur!"

Fotoquelle: xpb.cc

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