Eine Umarmung für den genialen Chef: Jenson Button mit Ross Brawn

Formel 1 2009

— 30.03.2009

Button: "Es ist schon irgendwie surreal"

Jenson Button führt zum ersten Mal in seiner Karriere die Fahrer-WM an, verschwendet derzeit aber noch keine Gedanken an den Titelkampf

Seit seinem Auftaktsieg gestern in Melbourne ist Jenson Button in der Formel 1 der Mann der Stunde. Zwar hat er in Ungarn 2006 schon einmal einen Grand Prix gewonnen, aber damals half ein chaotischer Rennverlauf bei schlechtem Wetter nach. Jetzt führt er in der Fahrer-WM - und sein Brawn-Mercedes BGP 001 ist zumindest im Moment das schnellste Auto im Feld.

Naturgemäß war Button vom zweiten Sieg seiner Karriere in seinem zehnten Jahr in der Königsklasse überwältigt, aber wie in Trance fühlt er sich nicht: "Es ist schon irgendwie surreal", sagte er Stunden nach dem Rennen im Interview mit den Kollegen von 'Autosport', "aber eher weil es mir so normal vorkommt!" Jahrelang war der Brite in seiner Heimat der unumstrittene Publikumsliebling, bis ihm Lewis Hamilton die Show stahl. Jetzt scheint sich das Blatt zu wenden.

Next Stop: Kuala Lumpur

"Beide Siege sind speziell", erinnerte er sich an den Triumph auf dem Hungaroring zurück, der damals sehr überraschend kam, "aber diesmal ist es etwas anderes, weil wir es mit einem Auto geschafft haben, das sehr schnell ist. Jetzt denken wir an das nächste Rennen und glauben, dass wir es gewinnen können. Das muss jedenfalls das Ziel sein." Der Sepang International Circuit in Malaysia liegt ihm: 2004 holte er dort als Dritter seinen ersten Podestplatz.

"Wir wissen nicht, wer dort schnell sein wird, denn es ist eine ganz andere Strecke als Melbourne. Man sollte meinen, dass wir konkurrenzfähig sein werden, aber die Frage ist, wer sonst noch schnell sein wird. Der Ferrari wird wegen KERS sicher besser dabei sein, denn KERS bringt dort mehr als hier. Bei McLaren weiß ich es nicht. Und regnen könnte es auch. Das ist schade, denn uns wäre ein Trockenrennen lieber. Im Regen haben wir ja noch nie getestet", so Button.

Dass Brawn noch kein KERS hat, bereitet ihm kein Kopfzerbrechen, auch wenn das System das ganze Jahr hindurch nicht zur Verfügung stehen wird: "Das können wir uns nicht leisten", gestand der 29-Jährige. Ein viel größeres Problem sei, "dass ich nicht viel schlafe, weil ich so aufgeregt bin! Aber ich hoffe, das geht wieder vorbei. Und es ist ja auch ein angenehmes Problem." So gut wie in der Nacht auf heute dürfte er schon lange nicht mehr eingeschlummert sein...

Maximum noch nicht ausgeschöpft

"Ich freue mich jetzt schon darauf, wieder ins Auto zu steigen und es noch spezieller zu machen, denn wir sind noch nicht ganz dort", ortete Button sogar weiteres Steigerungspotenzial. "Das Auto ist nicht perfekt und wir haben an diesem Wochenende auch nicht das Maximum herausgeholt. Ich habe das Rennen gewonnen, aber ich habe zum Beispiel sechs Sekunden beim zweiten Boxenstopp verloren. Es gibt schon noch ein paar Bereiche, in denen wir schwach sind."

Dafür war das, was Brawn gestern im Albert Park gezeigt hat, schon recht beeindruckend - und auch Button selbst hat einen perfekten Job gemacht: Am Freitag noch langsamer als sein Teamkollege Rubens Barrichello, entschied er das Qualifying recht deutlich für sich und am Sonntag blieb er im Rennen fehlerfrei. Daher spürt er jetzt auch keine Befriedigung den Skeptikern gegenüber: "Ich muss nichts mehr beweisen. Mir geht es nur um das Team und um mich selbst."

Und er denkt noch nicht an den WM-Titel: "Darüber will ich im Moment nicht sprechen", gab der Brawn-Pilot zu Protokoll. "Natürlich ist das der Grund, weswegen wir alle Formel 1 fahren - wir wollen Weltmeister werden. Aber daran zu denken, das bringt uns jetzt nicht weiter. Wir müssen daran denken, die Punkte an Land zu ziehen, dann schauen wir später in der Saison, wo wir damit stehen. Dann können wir auch über eine veränderte Strategie nachdenken."

Fotoquelle: xpb.cc

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