Verkehrte Welt: Eigentlich war McLaren-Mercedes schwächer als Ferrari

Formel 1 2009

— 30.03.2009

McLaren-Mercedes: In Sepang noch mehr Probleme?

McLaren-Mercedes lässt sich vom dritten Platz von lewis Hamilton zum Auftakt nicht blenden: Größere Sorgen in Sepang erwartet

Wer hätte das nach den Eindrücken von den Testfahrten und den Äußerungen der beiden Topteams der vergangenen Jahre vor dem Saisonstart gedacht? Im Duell zwischen McLaren-Mercedes und Ferrari steht es nach dem Auftakt in Melbourne nach Punkten 6:0. "Das Rennen in Melbourne lief für mich sehr gut, doch mein dritter Platz sollte uns nicht darüber hinweg täuschen, dass unser Auto noch nicht so weit ist, dieses Ergebnis aus eigener Kraft zu wiederholen", mahnte Lewis Hamilton vor dem zweiten Saisonrennen in Sepang.

Der amtierende Champion war vom 18. Startplatz weit nach vorn geprescht. Dank einer guten Strategie, einiger Überholmanöver und Glück reichte es schließlich zu Rang drei. Hamilton profitierte zwar am Ende von dem Crash zwischen Robert Kubica und Sebastian Vettel und von der Zeitstrafe gegen Jarno Trulli, aber immerhin: In diese Position musste der Brite sich und sein Team erst einmal bringen.

In Malaysia schmerzt Abtriebsmangel stärker

Die Erwartungen für Malaysia dürften nun nicht radikal nach oben geschraubt werden, sagte Hamilton. Der MP4-24 leide immer noch unter Abtriebsmangel. "Dazu kommt, dass Sepang eine der schwierigsten Strecken im Kalender ist", so Hamilton. "Wir werden hier wahrscheinlich weiter hinter der Spitze zurückliegen als zuletzt im Australien. In Sepang kommt es auf mechanischen Grip und vor allem auf die Aerodynamik an. Letztere gehört noch nicht zu den Stärken des MP4-24. Dennoch haben uns die letzten Fortschritte sehr ermutigt und wir werden wie immer alles geben, um auch in Malaysia ordentlich Punkte zu sammeln."

"Der Kurs von Sepang stellt uns vor keine leichte Aufgabe", stimmte Heikki Kovalainen zu. "Um die optimale Abstimmung zu finden, musst du einen guten Kompromiss finden. Auf den Geraden brauchst du nur wenig Abtrieb, doch wenn es zu wenig ist, kann das Auto in den Kurven rutschen. Mir gefallen die Kurven fünf und sechs am besten, eine Links-Rechts-Kombination hinter den Boxen, in der wir ungefähr 250 km/h schnell sind. Zudem brauchst du eine gute Balance, standfeste Bremsen und eine effiziente Kühlung, sonst bekommst du gegen Ende des Rennens Schwierigkeiten."

Er sei zwar für das zweite Saisonrennen trotz des Pechs in Melbourne gut gerüstet, aber er gehe dennoch mit großen Respekt an die Aufgabe in Malaysia. "Das einzige Problem für mich ist die Hitze. Als Finne kenne ich zwar diese Zahlen auf dem Thermometer - aber mit einem Minuszeichen davor", scherzte Kovalainen. Man habe zwar mit Rang drei gute Schadensbegrenzung betreiben können, aber sei mit dem neuen Boliden längst noch nicht dort, wo man hinwolle, erklärte Martin Whitmarsh.

Hamilton mit weltmeisterlicher Aufholjagd

"Auch im Rennen am kommenden Wochenende in Malaysia werden wir uns kaum deutlich steigern können", sagte der McLaren-Mercedes-Teamchef. "Wir arbeiten weiter daran, das Auto zu verbessern, doch in den wenigen Tagen zwischen den ersten beiden Rennen haben wir dazu nicht viele Möglichkeiten. Immerhin werden wir einzelne Komponenten verbessern können. Unser Ziel ist klar: Wir müssen uns schneller steigern als unsere Konkurrenten, damit wir sie erst einholen und dann mit ihnen kämpfen können. Darauf konzentrieren wir uns und wir sind zuversichtlich, dass wir das schaffen werden - eher früher als später."

"Malaysia ist ein technisch anspruchsvoller Highspeed-Kurs", so Whitmarsh weiter. "Wir haben im Moment zu wenig Abtrieb und daher wird es wohl sehr schwierig." Nur durch eine kluge Strategie und die besonderen fahrerischen Fähigkeiten des Weltmeisters sei das Ergebnis im Albert Park erst möglich geworden. "Es war für Lewis ungewohnt, von so weit hinten zu starten. Er hat einige tolle Überholmanöver gezeigt. Er hat uns gezeigt, was für ein großer Champion er ist."

"Mit dem dritten Platz von Lewis endete der Saisonauftakt in Melbourne für uns erfreulicher als wir das nach seinem 18. Startplatz erwartet hatten", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. "Verglichen mit unseren Testergebnissen vor zweieinhalb Wochen in Barcelona war das ein Schritt nach vorne. Zudem lief während des Rennens auch einiges für uns. Allerdings können wir nicht erwarten, dass das am kommenden Wochenende in Malaysia auch so sein wird. Wir werden alle weiter arbeiten, um unser technisches Paket weiter zu verbessern."

Fotoquelle: xpb.cc

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