John Howett gilt in den Verhandlungen als eine der besonnenen Kräfte

Formel 1 2009

— 31.03.2009

Concorde-Agreement: "Noch einiges zu klären"

Eigentlich sollte das neue Concorde-Agreement längst unterschrieben sein, doch laut John Howett gibt es noch einige Details zu klären

Bei der FOTA-Pressekonferenz Anfang März in Genf hatte Luca di Montezemolo angekündigt, dass das neue Concorde-Agreement bis zum Saisonauftakt in Melbourne unter Dach und Fach sein wird, doch unter der kommerziellen "Verfassung" der Formel 1 fehlen nach wie vor einige Unterschriften. Grund dafür ist wie so oft das liebe Geld.

Vor Melbourne war es zu einer hitzigen Debatte zwischen Bernie Ecclestone, Flavio Briatore (Renault) und Ron Dennis (McLaren) gekommen, in der es um Zahlungen ging, die den Teams nach Meinung von Briatore und Dennis zustehen. Ecclestone sagt: "Ich schulde den Teams kein Geld!" Aber wer hat Recht? Gemunkelt wird jedenfalls, dass die Teams, die sich für die Jahre 2006, 2007 und 2008 nicht gerecht bezahlt fühlen, in Malaysia sogar ein Freies Training boykottieren könnten, um ihre Position zu unterstreichen.

Derzeit kein Concorde-Agreement

Dabei sollte eigentlich alles klar sein: Es gibt zwar kein gültiges Concorde-Agreement, aber ein Verständnismemorandum von Mai 2006, in dem geregelt ist, wie der Einnahmentopf des Formula One Managements (FOM) verteilt wird. Daran hält sich Ecclestone auch. Aber: "Es gibt einige Zahlungen, die erst dann getätigt werden, wenn wir unterschreiben. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob diese Zahlungen auch ohne Vereinbarung überwiesen werden müssen oder erst mit der Unterschrift", klärt Toyota-Teampräsident John Howett im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' auf.

"Wir haben im Vorjahr bewiesen, dass wir uns an das Verständnismemorandum halten, daher erwarten wir eine Kompensation für unsere Teilnahme in den vergangenen Jahren", sagt Howett, in der Teamvereinigung FOTA übrigens Stellvertreter von di Montezemolo - und ebenfalls Teilnehmer an besagtem Treffen zwischen Ecclestone, Briatore und Dennis. Allerdings soll der Toyota-Teampräsident dabei die besonnene Kraft gewesen sein, die Briatore in seinen Drohungen gebremst hat.

"Ich kann hier nur für Toyota sprechen", so der 56-Jährige. "Wir sind der Meinung, dass uns noch Geld zusteht. Ich kann bestätigen, dass wir vor Australien einen Geldbetrag überwiesen bekommen haben, was ein Zeichen des guten Willens auf beiden Seiten ist, schnell zu einer Vereinbarung zu kommen. Wir können jedoch nicht akzeptieren, dass der Rest des Geldes erst mit unserer Unterschrift fällig ist. Das ist das, was Bernie sagt. Aber wir hoffen, dass dieses Thema in spätestens einem Monat vom Tisch ist."

Der Eindruck, der in den Medien entsteht, ist der, dass in der Diskussion um das Concorde-Agreement die Fetzen fliegen. Das will Howett so nicht stehen lassen: "Wir machen gute Fortschritte. In den vergangenen Wochen hat es zwischen den Anwälten der Teams und den Anwälten von FOA/FOM mehrere Treffen gegeben. Es sind noch einige Dinge zu klären, aber beide Seiten hoffen, in den nächsten zwei bis drei Wochen zu einem Abschluss zu kommen - spätestens in einem Monat."

Stimmung besser als angenommen

"Beide Seiten gehen aufeinander zu und ich glaube, dass unsere Forderungen vernünftig sind. In den Medien entsteht manchmal der Eindruck, dass die Fetzen fliegen, aber zwischen den Anwälten läuft alles sehr besonnen ab. Die kommen voran. Aber es ist natürlich eine sehr detaillierte Vereinbarung. Da gibt es naturgemäß einiges auszusortieren", bittet er um Verständnis dafür, dass der angekündigte Termin vor Melbourne nicht eingehalten werden konnte.

Eine Frage, die es noch zu klären gilt, ist übrigens auch, ob neben dem Halter der kommerziellen Rechte und den Teams auch die FIA das Concorde-Agreement unterschreiben wird. FIA-Präsident Max Mosley hat eigentlich keinen Grund dafür, schließlich kann er derzeit reglementseitig machen, was er will. Sollte er jedoch unterschreiben, dann hätte er sich an die vereinbarten Bestimmungen zu halten. Außerdem verbietet die Europäische Union eine Einmischung der Sporthoheit in kommerzielle Belange.

"Die meisten Teams wünschen sich ein Concorde-Agreement, das von allen drei Seiten unterschrieben wird", sagt Howett, ohne allerdings einen klaren Wunsch seinerseits zu äußern, die FIA unbedingt mit an Bord zu haben. Außerdem sei dies im Moment ohnehin nicht das Hauptthema. Stattdessen sei zunächst am wichtigsten, alle noch offenen Details mit Ecclestone/CVC zu klären. Über alles andere werde man sich später Gedanken machen.

Fotoquelle: xpb.cc

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