Nico Rosberg fuhr im vierten Freien Training der Saison seine vierte Bestzeit

Formel 1 2009

— 03.04.2009

Auftakt in Sepang: Williams vor Brawn

Nico Rosberg und Kazuki Nakajima fuhren im ersten Freien Training vor dem Brawn-Duo an die Spitze - Kimi Räikkönen nach turbulenter Session Sechster

Bei leicht bewölktem Himmel, trockenen Bedingungen und bis zu 31 Grad Lufttemperatur ging heute Morgen das erste Freie Training zum Grand Prix von Malaysia über die Bühne. Möglicherweise war es an diesem Wochenende die einzige Trockensession auf dem Sepang International Circuit, denn schon für das zweite Freie Training am Nachmittag ist Regen vorhergesagt.

Am Kräfteverhältnis von Australien wurde nicht wesentlich gerüttelt, sondern es waren wieder die gleichen Teams schnell - und Nico Rosberg behielt nach drei Bestzeiten in drei Freien Trainings seine weiße 2009er-Weste: Der Williams-Toyota-Pilot wurde in der schnellsten seiner 27 Runden in 1:36.260 Minuten gestoppt und setzte sich damit knapp vor Ablauf der 90 Minuten an die Spitze des Klassements. Bereits zuvor hatte er stets vorne mitgemischt.

Williams mit weniger Benzin an Bord?

Die Stärke des Williams-Teams demonstrierte Kazuki Nakajima (25 Runden), der sich mit seinem letzten Versuch bis auf 45 Tausendstelsekunden an seinen Stallgefährten heranrobbte und damit den zweiten Platz einnahm. Allerdings legten die beiden Williams-Piloten den Grundstein für ihre Doppelbestzeit im Mittelsektor, der gemeinhin als Indikator für viel oder wenig Benzin gilt. Trotzdem scheinen Rosberg/Nakajima die Form des FW31 konserviert zu haben.

Beeindruckend erneut die Pace des Brawn-Mercedes-Pakets: Jenson Button (+ 0,170/20 Runden) und Rubens Barrichello (+ 0,227/22 Runden) landeten auf den Positionen drei und vier, erzielten ihre Zeiten aber jeweils während eines Longruns, in dessen Verlauf sie immer schneller wurden. Das legt den Verdacht nahe, dass das neue Team von Ross Brawn zu Beginn des Wochenendes noch nicht alles gezeigt hat - genau wie auch vor einer Woche in Australien.

Dahinter reihten sich die beiden Ferraris von Felipe Massa (+ 0,301/21 Runden) und Kimi Räikkönen (+ 0,386/18 Runden) ein. Letzterer erlebte einen turbulenten Vormittag: Erst kam er gleich zu Beginn von der Strecke ab, was er mit dem bissigen Funkspruch "Sprich nicht mitten in der Kurve mit mir!" in Richtung seines neuen Renningenieurs Andrea Stella quittierte, und dann musste er sein Programm fünf Minuten vor Schluss vorzeitig abbrechen.

Zu heiße KERS-Batterie?

Auf der langen Geraden vor der Boxeneinfahrt setzte im Cockpit starke Rauchentwicklung ein, sodass der "Iceman" an die Garage zurückkommen musste. Allerdings verdeckte ihm der Rauch die Sicht, weswegen er gezwungen war, den Sicherheitsgurt zu lösen und sich mit dem Kopf zu erheben. Was zunächst aussah wie ein irrtümlich ausgelöster Bordfeuerlöscher, könnte in Wahrheit eine überhitzte KERS-Batterie gewesen sein. Bestätigte Informationen vom Team liegen noch nicht vor.

Überhaupt waren die letzten Minuten turbulent, denn kurz nach dem kuriosen Zwischenfall um Räikkönen drehte sich Nelson Piquet (14./Renault/+ 0,939/20 Runden) mit einem Reifenschaden ins Kiesbett. Wenig später rutschte auch noch sein an und für sich stärkerer Teamkollege Fernando Alonso (16./+ 1,135/12 Runden) aus, der geschwächt in dieses Wochenende geht: Alonso leidet seit gestern an einer leichten Mittelohrentzündung.

Etwas freundlicher als in Australien begann das Wochenende für Weltmeister Lewis Hamilton: Der McLaren-Mercedes-Pilot leistete sich zwar 15 Minuten vor Schluss in der letzten Kurve einen Ausritt, absolvierte aber 16 Umläufe und sicherte sich mit 0,439 Sekunden Rückstand den soliden siebenten Platz. Dass die Bäume bei den Silberpfeilen noch nicht in den Himmel wachsen, zeigte aber die Vorstellung von Heikki Kovalainen (20./+ 2,223/7 Runden), der offenbar Probleme hatte.

Heidfeld noch nicht zufrieden

Für die Deutschen lief es neuerlich nicht schlecht: Rosberg Schnellster, Sebastian Vettel (9./Red-Bull-Renault/+ 0,487/25 Runden) und Timo Glock (Toyota/+ 0,720/27 Runden) in den Top 10, Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/+ 0,981/18 Runden) trotz eines Ausritts 15. - nur Nick Heidfeld (18./+ 1,380/17 Runden) war mit seinem F1.09 und mit dessen Motorensteuerung noch nicht zufrieden. Doch das BMW Sauber F1 Team deckt seine Karten bekanntermaßen meist später auf.

Rookie Sébastien Buemi (17./Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,374) begann ähnlich wie in Australien, konzentrierte sich zunächst darauf, die Strecke kennen zu lernen, leistete sich dabei keine auffälligen Schnitzer und war auf Anhieb schneller als sein Teamkollege. Dennoch wird es für das Red-Bull-B-Team kein Selbstläufer, im Qualifying ins zweite Segment einzuziehen. Das Gleiche scheint derzeit für Force India und Renault zu gelten.

Übrigens: Die Bestzeit aus dem ersten Freien Training des Vorjahres (Massa in 1:35.392 Minuten) wurde heute zwar noch nicht erreicht, aber der Ferrari-Pilot hatte damals auch mehr als eine Sekunde Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Das bedeutet, dass die Formel 1 auch auf dem aerodynamisch anspruchsvollen Sepang International Circuit trotz der vielen Regeländerungen schon jetzt genauso schnell ist wie 2008...

Fotoquelle: xpb.cc

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