Strahlende Gesichter: Sebastian Vettel, Polesetter Jenson Button und Jarno Trulli

Formel 1 2009

— 04.04.2009

Trotz Trulli: Zweite Pole-Position für Button!

Jenson Button und Jarno Trulli lieferten sich in Malaysia einen harten Kampf um die Pole-Position - Felipe Massa wegen Ferrari-Fehler schon in Q1 out

Die Formel-1-Saison 2009 hält weiterhin, was sie im Vorfeld versprochen hat: Im Qualifying zum Grand Prix von Malaysia auf dem 5,543 Kilometer langen Sepang International Circuit lieferten sich Jenson Button (Brawn-Mercedes) und Jarno Trulli (Toyota) einen spannenden Kampf um die Pole-Position, in dem letztendlich nur Nuancen ausschlaggebend waren.

Doch nach einer Stunde Schlagabtausch hatte am Ende doch wieder Button die Nase vorne - zum zweiten Mal nach dem Saisonauftakt in Australien. Der Brite hatte schon in Q2 Bestzeit erzielt, lag aber nach dem ersten Run im Top-10-Finale noch vier Tausendstelsekunden hinter Trulli. Im zweiten Versuch steigerte sich Button jedoch auf 1:35.181 Minuten - und das reichte für den ersten Startplatz. Außerdem knackte er die Pole-Position-Zeit aus dem Vorjahr um mehr als eine halbe Sekunde.

Button für Trulli nicht zu schlagen

Trulli konnte zwar in seinem letzten Versuch ebenfalls zulegen, schrammte aber um 0,092 Sekunden an der Spitze vorbei. Das schien ihn im ersten Moment leicht zu ärgern, doch insgesamt dürfte doch die Freude überwiegen - zumal auch teamintern klare Verhältnisse herrschten: Timo Glock (5.) brummte der Italiener fast eine halbe Sekunde Abstand auf, womit es im Qualifyingduell zwischen den beiden nun 1:1 steht.

Dritter wurde mit einer starken Pace Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault), aber der junge Deutsche wird morgen trotzdem nur als 13. ins Rennen gehen, weil er wegen der Kollision mit Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team) in Australien um zehn Positionen nach hinten muss. Vettel fehlten 0,337 Sekunden auf Button - und ärgert sich umso mehr über seine Strafe: "Jetzt muss ich schon auf Regen hoffen, um eine echte Chance auf ganz vorne zu haben."

Rubens Barrichello (Brawn-Mercedes) erging es ähnlich, denn der Brasilianer rutscht wegen eines Getriebewechsels vom vierten auf den neunten Startplatz nach hinten. Das Stallduell gegen Button verlor der Routinier um eine halbe Sekunde, doch das lag nicht nur an seinem fahrerischen Können: Laut Auskunft von Teamchef Ross Brawn ließ man bei Barrichello wegen der Strafe, die ja schon vor dem Qualifying bekannt war, andere Überlegungen in die Rennstrategie einfließen.

Glock und Rosberg in Reihe zwei

Durch diese beiden Strafversetzungen rücken Timo Glock (Toyota/+ 0,509) und Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 0,569) in die zweite Startreihe auf. Glock wirkte heute bei weitem nicht so souverän wie Trulli, wohingegen Rosberg wieder einen starken Eindruck machte. Allerdings bestätigte sich der Verdacht, dass er bei seinen Bestzeiten im Freien Training recht leicht unterwegs gewesen sein dürfte, denn mit den Allerschnellsten konnte er im Qualifying nicht mehr mithalten.

Auch Mark Webber (Red-Bull-Renault/+ 0,616), Kubica (+ 0,925) und Kimi Räikkönen (Ferrari/+ 0,989) rücken von den Positionen sieben bis neun um je zwei Plätze auf; der gesundheitlich angeschlagene Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Renault/+ 2,478) wird als Zehnter des Qualifyings morgen schräg hinter Barrichello als Neunter in den Grand Prix starten. Alonso setzte in Q3 keine Akzente und könnte viel Benzin an Bord haben.

Der Spanier hatte seinen ersten Run im ersten Segment verpatzt, schaffte aber trotzdem den Aufstieg in Q2 und drängte dort in allerletzter Sekunde noch Nick Heidfeld aus den Top 10. Der BMW Sauber F1 Team Pilot verpasste den Cut damit auch beim zweiten Versuch in dieser Saison - heute um 63 Tausendstelsekunden. Doch die knappen Abstände wurden nicht nur ihm zum Verhängnis, sondern sorgten generell für unglaubliche Spannung.

Beide Silberpfeile frühzeitig out

So scheiterten in Q2 mit Kazuki Nakajima (12.) im konkurrenzfähigen Williams-Toyota sowie den beiden McLaren-Mercedes-Piloten drei "Big Names" am Top-10-Cut. Weltmeister Lewis Hamilton schrammte als 13. um 0,199 Sekunden an Alonsos rettender Zeit vorbei, schlug aber immerhin seinen finnischen Stallgefährten Heikki Kovalainen (14.) um 19 Tausendstelsekunden. Insgesamt scheint Kovalainen diese Saison bisher gut mit Hamilton mithalten zu können.

Mit dem K.O. der Silberpfeile war nach dem ersten Rennwochenende in Australien fast zu rechnen, das Aus eines anderen Favoriten schon in Q1 kam hingegen völlig überraschend: Felipe Massa (Ferrari), der Polesetter des Vorjahres, absolvierte im ersten Segment gleich zu Beginn einen Run auf weichen Reifen, verließ sich darauf, dass seine Zeit von 1:35.642 Minuten reichen würde, wurde aber gnadenlos eines Besseren belehrt!

Denn während die Ferraris seelenruhig an der Box standen - auch für Räikkönen wurde Q1 dadurch zu einer Zitterpartie -, legte die Konkurrenz bei immer griffiger werdender Strecke so stark zu, dass Massa noch um Haaresbreite aus den Top 16 gedrängt wurde. Schlussendlich fehlten dem Brasilianer 0,135 Sekunden auf die Grenzmarke von Sébastien Bourdais (Toro-Rosso-Ferrari), der seinerseits den ersten Sieg im Stellduell mit Sébastien Buemi feierte.

Pech für starken Buemi

Der junge Schweizer musste heute seiner Unerfahrenheit Tribut zollen, denn in seiner finalen Attacke in Q3 war er bei den Zwischenzeiten um fast vier Zehntelsekunden schneller unterwegs als davor, bis er sich ins Kiesbett verirrte - letzter Platz. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Keine Chance auf den Aufstieg hatte das Force-India-Mercedes-Duo: Giancarlo Fisichella schlug Adrian Sutil um 0,043 Sekunden, was die Ränge 18 und 19 bedeutete.

Fazit des zweiten Qualifyings 2009: Nachdem es in den Freien Trainings schon so ausgesehen hatte, als würde zumindest Ferrari den Anschluss an die neuen Spitzenreiter der Formel 1 finden, dominierten am frühen Samstagabend (die Session begann um 17:00 Uhr Ortszeit - übrigens bei trockenen Wetterbedingungen) doch wieder die gleichen Teams wie vor einer Woche. In den ersten zwei Reihen stehen nur Autos mit umstrittenem Diffusor.

Für morgen steht uns ein hochinteressantes Rennen über 56 Runden bevor, denn während der befürchtete Regen heute tagsüber wieder ausblieb, rechnen die Meteorologen morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Niederschlägen. Sollte es wider Erwarten trocken bleiben, dann werden die Reifen wohl keine so große Rolle spielen wie am vergangenen Sonntag: Diesmal sind auch die weichen Bridgestone-Slicks einigermaßen konstant...

Fotoquelle: xpb.cc

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