Ross Brawn darf sich Chancen auf den zweiten Sieg seines Teams ausrechnen

Formel 1 2009

— 04.04.2009

Brawn hat im Training nur geblufft

Keine einzige Trainingsbestzeit, aber im Qualifying doch wieder Pole-Position: Das Brawn-Team hat seine Karten in Malaysia spät aufgedeckt

Zweimal Nico Rosberg und einmal Kimi Räikkönen waren an diesem Wochenende die Trainingsschnellsten, doch als es heute Nachmittag in Malaysia um die Pole-Position ging, stellte das neue Team von Ross Brawn die Hackordnung aus Australien wieder her: Rubens Barrichello fuhr in Q1 Bestzeit, Jenson Button in Q2 und Q3.

Das legt die Frage nahe: Hat die Truppe aus Brackley nur geblufft? "Wir sind gestern und heute Morgen mit viel Benzin gefahren, daher konnten wir die Konkurrenz nicht genau einschätzen", gestand Teamchef Brawn nach dem Qualifying. "Q2 war das erste Mal, dass wir eine Einschätzung wagen konnten. Ein, zwei Teams, die im Training noch sehr schnell waren, sind jetzt zurückgefallen. Die sind wahrscheinlich im Training leicht gewesen."

Der Brite spielte damit vermutlich auf Ferrari und Williams an, die jeweils nur ein Auto in die Top 10 brachten und in der Entscheidung nicht die geringste Chance auf die Pole-Position hatten. Umso beeindruckender die Vorstellung von Button, der eiskalt sein Programm durchzog und auch die Nerven nicht verlor, als er nach dem ersten Run im Finale noch vier Tausendstelsekunden Rückstand auf Jarno Trulli hatte.

"Mit Jenson konnten wir Reifen sparen", streute Brawn zusätzliches Salz in die Wunden der Gegner, "denn er kam über weite Strecken mit dem harten Reifen durch. Das ist für das Rennen ein Vorteil. Jarno machte einen sehr starken Eindruck, aber Jenson auch. Wir wollen das Schicksal nicht herausfordern, aber zwei frische Reifensätze für das Rennen zu haben, ist sicher kein Nachteil." Neben Trulli müsse man aber auch Red Bull auf der Rechnung haben, warnte er.

Die Freude ist jedenfalls groß: "An so etwas gewöhnt man sich nie! Eine Pole-Position ist immer etwas ganz Besonderes", jubelte Brawn und präsentierte eine Erklärung für die 0,603 Sekunden Abstand zwischen Button und Rubens Barrichello: "Rubens ging mit dieser Getriebestrafe um fünf Positionen in die Session, also haben wir uns für ihn eine andere Strategie überlegt. Damit sollte er im Rennen eine gute Chance haben."

Hilfreich für Brawn: Mit Räikkönen (7.), Fernando Alonso (9.) und Nick Heidfeld (10.) stehen nur drei KERS-Startraketen in den vorderen fünf Reihen. "Am Start ist niemand mit KERS in unserer Nähe, was eine Hilfe ist, denn das haben wir ein bisschen gefürchtet. KERS bringt hier bis zur ersten Kurve auf jeden Fall was", analysierte der Ex-Ferrari-Chefstratege, der nun mit einem "großartigen" zweiten Saisonrennen über insgesamt 56 Runden rechnet.

Fotoquelle: xpb.cc

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