Beat Zehnder ist kein Freund der späten Startzeiten in Australien und Malaysia

Formel 1 2009

— 05.04.2009

Späte Startzeit: Bedenken der Teams ignoriert

Dass in Malaysia abgebrochen werden musste, lag auch an der späten Startzeit - Hätte man auf die Teams gehört, wäre das nie passiert

Geld regiert die Welt: Um für den europäischen Markt lukrativere TV-Sendezeiten zu schaffen, wurden die Startzeiten in Melbourne und heute in Sepang um drei Stunden auf jeweils 17:00 Uhr nach hinten verschoben. Im Nachhinein betrachtet war das zumindest sportlich betrachtet eine krasse Fehlentscheidung.

Denn während die Fahrer vor einer Woche über die schlechte Sicht klagten, führte die einbrechende Dämmerung heute dazu, dass Rennleiter Charlie Whiting nach dem Abbruch wegen des monsunartigen Regens die Zeit für einen Restart davonlief. Um 18:02 Ortszeit kamen die roten Flaggen raus, genau 50 Minuten später wurde das Warten beendet - und die Zuschauer auf den Rängen packten enttäuscht ihre Regenschirme zusammen.

Hauptverantwortlich für die Startzeiten waren nicht die Teams, sondern Bernie Ecclestone. Der ließ Whiting im Dezember in Nizza den Segen der Teams einholen: "Er bat uns um Zustimmung für die späten Trainingszeiten", erklärte BMW Sauber F1 Teammanager Beat Zehnder gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Das Freitags- und Samstagstraining sind im Sportlichen Reglement verankert, aber über die Startzeit des Rennens entscheiden die Halter der kommerziellen Rechte und die FIA."

Zehnder und seine Kollegen wurden dabei nicht um Input gebeten, sondern mehr oder weniger vor vollendete Tatsachen gestellt. Dabei hätten sie durchaus Bedenken anzumelden gehabt: "Unser Input wäre gewesen, dass wir früher starten sollten! Wir wissen aus Erfahrung, dass es hier sehr früh dunkel wird und dass die Wahrscheinlichkeit für starken Regen am späten Nachmittag viel höher ist", führt Zehnder aus.

Den Teams seien 17:00-Uhr-Starts generell ein Dorn im Auge: "Wir haben dargelegt, dass eine späte Startzeit in Melbourne wegen der tiefstehenden Sonne nicht optimal sein könnte. Darüber haben sich im Nachhinein dann ja auch einige Fahrer beschwert. Und hier haben wir gesagt, dass 17:00 Uhr wegen der frühen Dämmerung und wegen möglicher Regenschauer keine gute Idee ist", beschwerte sich Zehnder.

Der heutige Abbruch nach 31 von geplanten 56 Runden könnte für Melbourne und Sepang verheerende Folgen haben, denn 17:00 Uhr als Startzeit war bekanntlich ein Kompromiss, um keine Flutlichtanlage für ein noch späteres Rennen installieren zu müssen. Nach dem Abbruchfiasko ist klar, dass man in Zukunft entweder normal um 14:00 Uhr oder gleich bei Dunkelheit starten muss - und Ecclestone ist bekanntlich ein Freund der teuren Nachtrennen...

Fotoquelle: xpb.cc

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