Sauer: Sebastian Vettel verliert langsam das Vertrauen in die Elektronik

Formel 1 2009

— 05.04.2009

Vettel: "Kupplungspedal wäre gescheiter"

Sebastian Vettel ärgert sich darüber, dass die Elektronik seinen RB5 abgestellt hat, und kritisiert das späte Herausfahren des Safety-Cars

Als der Regen beim Grand Prix von Malaysia zunahm, war Sebastian Vettel eines der ersten Opfer. Der Red-Bull-Pilot drehte sich auf abgefahrenen Intermediates und konnte anschließend nicht mehr weiterfahren, weil das Anti-Stall-System versagte und irrtümlich den Motor abstellte. Bei seiner Abreise noch vor der endgültigen Entscheidung, ob das Rennen nun abgebrochen werden soll oder nicht, war der junge Deutsche dementsprechend schlecht gelaunt.

Frage: "Sebastian, wie waren die Bedingungen vor dem Abbruch?"
Sebastian Vettel: "Es stand zu viel Wasser - ich habe das leider am eigenen Leib erfahren. Ich war mit den Intermediates draußen und hatte kein Profil mehr auf den Reifen. Ich war ganz langsam unterwegs, konnte aber nichts mehr machen und habe mich gedreht. Ich bin mit Glück durch Kurve fünf und sechs gekommen. Ich hatte dann in der Anfahrt zu Kurve sieben Aquaplaning, keine Kontrolle mehr."

"Das wäre eigentlich gar kein Problem gewesen, aber wie das so ist in der modernen Formel 1, gibt es zu viel Elektronik. Manchmal funktioniert die nicht. Leider ist es bei uns nach Australien schon das zweite Mal so, dass das System, das den Motor vor dem Absterben retten soll, nicht funktioniert hat. Ich konnte meine Fahrt also nicht fortsetzen. Da wäre es dann doch gescheiter, ein Kupplungspedal zu haben, dann weiß der Fahrer genau, was er zu tun hat. So verlässt er sich auf die Elektronik. Wenn die nicht funktioniert, ist das natürlich in so einer Situation besonders schade."

Frage: "Wie schwierig war denn davor die Entscheidung zwischen Intermediates und Regenreifen?"
Vettel: "Sehr schwierig. Wir Fahrer konnten das am besten wissen. Timo hat am schnellsten die beste Entscheidung getroffen. Wir wussten, dass es heftig regnen soll, aber dann kam und kam es nicht. Die Intermediates waren die schnellsten Reifen. Ich hatte dann einen Funkspruch, dass der Regen nicht mehr stärker werden sollte - und eine halbe Runde später begann es richtig zu schütten. Die Wettervorhersagen sind für alle Teams sehr schlecht. Wie gesagt, eine halbe Runde später war dann so viel Wasser, dass man das Auto nicht mehr auf der Strecke halten konnte."

Frage: "Wäre eine andere Reifenwahl besser gewesen?"
Vettel: "Natürlich. Die Intermediates sind für extreme Wasserbedingungen ohnehin nicht günstig und noch dazu waren sie abgefahren. Nichtsdestotrotz stand so viel Wasser, dass sogar die Jungs mit Extreme-Wets Probleme hatten. Die konnten auch nichts machen, aber bei ihnen hat die Elektronik funktioniert und sie konnten weiterfahren."

Frage: "War das Safety-Car rechtzeitig draußen oder hätte man es früher rausschicken müssen?"
Vettel: "Früher! Es ist natürlich immer schwierig, denn bei Start und Ziel war es gar kein Problem. Da kriegt man es dann nicht so mit, aber man hätte früher rauskommen müssen."

Frage: "Du musst schon zum Flughafen. Reist du gleich ab?"
Vettel: "Ich muss nicht zum Flughafen - ich hätte schon Zeit gehabt, das Rennen zu fahren! Deswegen bin ich hier, aber das macht ja jetzt keinen Sinn mehr. Ist natürlich schade, aber so komme ich wenigstens nicht kurz vor knapp."

Fotoquelle: Getty

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