Kimi Räikkönen verließ die Ferrari-Box in Sepang auf den falschen Rennreifen...

Formel 1 2009

— 06.04.2009

Schumacher: "Können den Speed nicht mitgehen"

Ferrari-Berater Michael Schumacher sieht seinen Rennstall im Hintertreffen und erläutert, wie es zur fatalen Reifenwahl bei Kimi Räikkönen gekommen ist

Großer Jubel ist am Kommandostand von Ferrari in dieser Saison bislang noch nicht ausgebrochen. Nach zwei Saisonrennen hat die Scuderia noch immer keine WM-Zähler eingefahren und auch Berater Michael Schumacher konnte seinem Rennstall in Malaysia nicht aus der Patsche helfen. Während Felipe Massa im Hinterfeld feststeckte, wurde Kimi Räikkönen viel zu früh mit Regenreifen auf die Strecke geschickt - Ferrari musste die Konkurrenz ziehen lassen und sich geschlagen geben.

Doch nach zwei Nullnummern schrillen in Maranello logischerweise sämtliche Alarmglocken, wie Schumacher gegenüber 'RTL' erklärte: "Wir werden sicherlich extrem entwickeln. Das war von vorneherein so vorgesehen. Man kann aber gewiss davon ausgehen, dass das Tempo noch etwas verschärft wird. Irgendwann sollten wir dann allerdings schon einmal aufschließen", meinte der 2006 zurückgetretene Rekordweltmeister.

Ferrari liegt hinter der Konkurrenz zurück

Überhaupt konnte Schumacher an der Performance von Ferrari nicht viel Falsches erkennen: "Es sah ja nicht so verkehrt aus. Was die Longruns angeht waren wir auch sehr zuversichtlich. Den Speed ganz vorne können wir aber im Moment nicht mitgehen - aufgrund der Situation, dass wir im vergangenen Jahr noch tief in den Meisterschaftskampf verwickelt waren", meinte der ehemalige Ferrari-Fahrer."

"Das liegt also wohl an der Entwicklungszeit, welche die anderen uns voraus haben", sagte Schumacher, musste aber gestehen: "Das haben wir in der Vergangenheit sicherlich besser geregelt. Man muss aber auch sagen, dass die Konkurrenz stärker ist und sich sehr verbessert hat. Dann kommen natürlich auch noch die neuen Regeln dazu. Wir hatten schlicht und ergreifend zu wenig Entwicklungszeit. Das ist das Hauptmanko."

Auf dem Sepang International Circuit trat mit dem unbeständigen Wetter allerdings noch eine weitere Unbekannte auf den Plan - und Ferrari tappte prompt in die Regenfalle: Ex-Champion Räikkönen wurde kurzerhand auf Regenreifen auf die Strecke geschickt, obwohl zu diesem Zeitpunkt nur einige wenige Tropfen vom Himmel fielen. Doch der Regen ließ noch eine Weile auf sich warten - Ferrari hatte sich schlichtweg verzockt.

Räikkönen im Trockenen ohne Chance

Wäre der Regen früher gekommen, Räikkönen hätte wohl richtig davon profitiert, wie 'RTL'-Experte Ralf Schumacher nach dem Rennen erläuterte. "Sie waren zu früh dran, weil sie rein mussten. Wenn man einen großen Sprung machen will, dann ist es natürlich richtig, eine solche Entscheidung zu treffen. Bei Toyota hat es eben funktioniert", verwies der frühere Formel-1-Pilot auf die hervorragende Reifenwahl bei Timo Glock, der Intermediates hatte aufziehen lassen.

Räikkönen stand mit seinen Regenreifen dagegen auf verlorenem Posten - schließlich war die Strecke nach seinem Boxenstopp noch nahezu vollkommen trocken. Innerhalb von wenigen Runden hatte Räikkönen seine Regengummis komplett zerstört. "Das ist wie fahren auf rohen Eiern", hielt Michael Schumacher fest. "Die Reifen sind unglaublich weich. Die einzige Möglichkeit für ihn bestand darin, die Reifen nicht gleich zu beschädigen."

"Er musste so ruhig wie möglich fahren und auf den großen Regen warten, der angekündigt war", so Schumacher. "Zu diesem Zeitpunkt hätte man natürlich auch auf Intermediates gehen können. Das haben wir nicht gemacht, weil die Intermediates im Vergleich zu früher nicht mehr ganz so gut sind. Durch weniger Downforce und verschiedene andere Umstände - deshalb sind die meisten Fahrer ja auch auf den richtigen Regenreifen unterwegs gewesen."

Fotoquelle: xpb.cc

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