Bernie Ecclestone glaubt, dass sich Honda jetzt über den Ausstieg ärgert

Formel 1 2009

— 07.04.2009

Ecclestone: Honda hat das Potenzial nicht erkannt

Der Honda-Plan ist voll aufgegangen, aber erst nach dem Rückzug aus der Formel 1 - Bernie Ecclestone: "Sie wären sicher nicht ausgestiegen"

Unser TV-Kollege Jacques Schulz hat es nach dem Doppelsieg des Brawn-Teams in Australien treffend auf den Punkt gebracht: "In Japan stürzen sich die Honda-Manager jetzt aus den Hochhäusern!" So ein Fall - im wahrsten Sinne des Wortes - ist uns bislang nicht bekannt, aber dass sich einige Herren grün und blau ärgern, darf man wohl annehmen.

Jahrelang hatte Honda neben Toyota am meisten Geld für die Formel 1 ausgegeben, doch nach dem Ausstieg von David Richards ging es mit dem Team bergab. Jenson Button gelang 2006 in Ungarn unter glücklichen Umständen ein Sieg, doch ansonsten blieben Triumphe Mangelware. Also wurde vor der Saison 2008 Ex-Ferrari-Mastermind Ross Brawn verpflichtet, der auch keinen sofortigen Erfolg bewirken konnte. Das machte Honda den Rückzug leichter.

Doch inzwischen weiß die ganze Welt: Brawn hat nichts von seiner Genialität verloren, sondern er hat lediglich die Saison 2008, auf die er kaum Einfluss hatte, abgeschrieben, um sich voll auf 2009 konzentrieren zu können. Jetzt ist das Ex-Honda-Team unter neuem Namen die unumstrittene Nummer eins - und die Lorbeeren dafür ernten andere: Brawn selbst, sein neuer Hauptsponsor Richard Branson, die Fahrer Button und Rubens Barrichello.

Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone glaubt, dass Honda nicht ausgestiegen wäre, hätte man diese Ereignisse in Japan im Dezember vorhergesehen: "Sie haben unglaublich viel Geld ausgegeben, haben damit nichts erreicht und wahrscheinlich das Potenzial nicht erkannt. Wenn sie es erkannt hätten, dann wären sie sicher nicht ausgestiegen, denn dann würde man all diese Siege jetzt Honda anrechnen", erklärte er der 'Japan Times'.

Brawn sagte dazu in Malaysia: "Honda ist sicher sehr frustriert darüber, dass sie aussteigen mussten. Ich habe viele Anrufe von Honda-Managern bekommen, die enttäuscht sind, weil sich das Team weiterentwickelt hat und sie nicht mehr dabei sein. Aber der Ausstieg war eine geschäftliche Notwendigkeit." Der Gewinn des Konzerns ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 87 Prozent eingebrochen und in den USA wurden so wenige Autos verkauft wie zuletzt 1981.

Fotoquelle: xpb.cc

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