Der FIA-Weltrat in Paris: 26 Stimmen entscheiden in der "Liegate"-Affäre

Formel 1 2009

— 07.04.2009

McLaren-Mercedes muss vor den FIA-Weltrat

Lügen haben kurze Beine: Wegen der "Liegate"-Affäre muss sich McLaren-Mercedes am 29. April vor dem FIA-Weltrat verantworten

McLaren-Mercedes hat mit dem FIA-Weltrat schon Bekanntschaft gemacht - und zwar keine gute: Im Jahr 2007 wurde das Team wegen der Spionageaffäre um Mike Coughlan und Nigel Stepney zu einer Geldstrafe von 100 Millionen US-Dollar verdonnert. Jetzt müssen sich die Silberpfeile wegen der "Liegate"-Affäre neuerlich dem Weltrat stellen.

Die FIA hat heute bekannt gegeben, dass das Thema am 29. April in Paris behandelt wird. Derzeit stehen fünf Vorwürfe im Raum: Erstens, dass am 29. März behauptet wurde, man habe Lewis Hamilton in Melbourne nicht instruiert, für Jarno Trulli Platz zu machen, obwohl das der Fall war. Zweitens, dass Hamilton aufgefordert wurde, diese unrichtige Aussage gegenüber den Rennkommissaren zu bestätigen.

Drittens habe McLaren-Mercedes nichts unternommen, obwohl ein anderes Team als Konsequenz der Falschaussage zu Unrecht bestraft wurde. Viertens blieb das Team am 2. April in Sepang bei der Falschaussage von Melbourne, obwohl der belastende Boxenfunk bereits bekannt war. Fünftens sei Hamilton am 2. April angewiesen worden, die wahren Aspekte seiner Falschaussage vom 29. März zum Zwecke der Vertuschung hervorzuheben.

Die FIA sieht in all diesen Punkten Verstöße gegen den berühmten Artikel 151c des Internationalen Sportkodexes, der vereinfacht formuliert alles untersagt, was im Widerspruch zu den Interessen des Sports stehen könnte. Mögliche Strafen reichen von bescheidenen Geldbußen bis hin zu einem Ausschluss aus der Weltmeisterschaft. Letztere Variante gilt aber in Expertenkreisen als äußerst unwahrscheinlich.

Fotoquelle: FIA

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