Das Team um Ross Brawn wurde von der FIA als neuer Rennstall eingestuft

Formel 1 2009

— 10.04.2009

Brawn und die FOM-Gelder

Ross Brawn bekommt nicht die gleichen FOM-Gelder, wie sie Honda kassiert hätte, doch das hat nichts mit seinem FIA-Status zu tun

Der FIA-Weltrat hat am 17. März in Paris dem Antrag von Ross Brawn zugestimmt, das Ex-Honda-Team in Brawn umzubenennen. Neu ist an der inzwischen nur noch 450 Mann starken Truppe aus Brackley aber nur der Name, denn am Mitarbeiterstamm hat sich nichts geändert und auch die technischen Voraussetzungen sind gleich geblieben.

Trotzdem hat Brawn keinen Anspruch auf die gleichen Gelder aus dem Einnahmentopf des Formula One Managements (FOM), wie sie Honda zugestanden wären. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die FIA Brawn als neues Team einstuft und nicht als bestehendes Team mit neuem Namen, sondern vielmehr mit dem komplexen Vertragsgewirr zwischen den Teams und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone.

Kein Anspruch auf Hondas historischen Anteil

Zum Hintergrund: Das FOM verteilt einen Teil seiner Einnahmen nach einem komplexen Schlüssel an die Teams. Dieser Schlüssel beinhaltet die Konstrukteurs-WM der jeweils vergangenen Saison, aber auch historische Ergebnisse. Brawn als neues Team bekommt also deutlich weniger Geld, als ein Ex-Honda-Team mit neuem Namen bekommen hätte. Angeblich geht es dabei um einen zweistelligen Millionenbetrag.

In einem Fachmagazin hieß es Ende März, Ecclestone soll gegen die Namensänderung von Honda in Brawn sein Veto eingelegt haben und damit der Verursacher dieser Situation gewesen sein. Doch 'Motorsport-Total.com' hat erfahren, dass die zähen Verhandlungen um ein neues Concorde-Agreement dafür verantwortlich sind. Hinter den Kulissen wird bekanntlich immer noch über eine neue "kommerzielle Verfassung" für die Königsklasse verhandelt.

Die übrigen Teams haben vor Melbourne von Ecclestone einen Vorschuss erhalten, basierend auf dem Verständnismemorandum von Mai 2006. Das hat uns John Howett verraten. Doch dieses Memorandum hat nicht Brawn, sondern Honda unterschrieben, während das formalisierte Concorde-Agreement nicht von Honda, sondern von Brawn unterschrieben wird. Also sagt Ecclestone mit Recht: Ich habe mit Brawn noch keinen Vertrag und bin dem Team nichts schuldig.

Gegen die Umbenennung von Honda in Brawn gab es kein Veto von außerhalb der FIA. Die Namensänderungen von Minardi in Toro Rosso und von Spyker in Force India stellten jedoch auch kein Problem dar. Feiner Unterschied: In diesen Fällen gab es nie eine Pressemitteilung des Vorgängerteams, wonach man sich komplett zurückziehen wolle. In Wahrheit habe aber auch Honda laut Brawn eigentlich gemeint, dass man einen neuen Eigentümer für das bestehende Team suche.

Außerhalb des Concorde-Agreements

Die FIA stufte Brawn schließlich als neues Team ein, weil alle anderen Namensänderungen der vergangenen Jahre innerhalb des Concorde-Agreements stattgefunden haben. Zu den kommerziellen Angelegenheiten darf sich der Weltverband nicht äußern, schließlich muss sich die Sporthoheit laut EU-Vorgaben aus diesen Belangen raushalten. In solchen Fragen müssen Ecclestone und FOTA kontaktiert werden.

Die FOTA hatte bereits am 5. März in Genf erklärt, Brawn nach Kräften unterstützen zu wollen, und auch Ecclestone hatte gegen die Namensänderung nichts einzuwenden, hört man. Das Problem war jedoch, dass Chassis und Motor bei der FIA laut provisorischer Nennliste jeweils als Honda gemeldet worden waren, sodass Brawn nur als "new Entry" gehandhabt werden konnte, wie uns von gut informierten Quellen zugetragen wurde.

"Die FIA hat entschieden, dass wir ein neues Team sind. Ich verstehe die Gründe für diese Entscheidung und respektiere das", sagt Brawn. Ob neues Team oder nicht, ist dem Briten auch grundsätzlich egal, doch der Verlust eines Teils der FOM-Gelder tut weh. Letztendlich war Ecclestone derjenige, der mit Recht keine Notwendigkeit sah, diese auszuzahlen. Doch das bedeutet nicht, dass Brawn gar nichts bekommt.

Denn in Australien und Malaysia wurde gemunkelt, dass anscheinend ein neues Arrangement für die Einnahmenbeteiligung neuer Teams getroffen werden soll. Dieses Arrangement sieht eine Finanzspritze in zweistelliger Millionenhöhe vor sowie eine begrenzte Fracht- und Reisekostenübernahme bei den Überseerennen. Das 48-Millionen-Dollar-Depot, das bis vor einigen Jahren bei der FIA zu hinterlegen war, gibt es nicht mehr.

Fotoquelle: xpb.cc

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