Ferrari hat den Ernst der Lage erkannt und reagiert: Ein Notprogramm soll helfen...

Formel 1 2009

— 13.04.2009

Ferrari: Umstrukturierung nach Auftakt-Pannen

Nach dem wenig erfolgreichen Beginn der neuen Formel-1-Saison bringt Ferrari ein Notprogramm an den Start - Baldisserri nicht mehr an der Rennstrecke

Ferrari zieht die Konsequenzen aus dem schlechtesten Saisonauftakt seit 1992: Weil sowohl Felipe Massa als auch Kimi Räikkönen in den beiden ersten Rennen des Jahres ohne WM-Punkte geblieben sind, strukturiert die Scuderia ihre Belegschaft um. Teammanager Luca Baldisserri wird demnach künftig nicht mehr zu den Grands Prix reisen und Aldo Costa übernimmt als Technischer Direktor nun den Vorsitz einer neuen Arbeitsgruppe, die Ferrari wieder konkurrenzfähig machen soll.

Während Baldisserri ab sofort für die Koordination zwischen Rennstrecke und Fabrik zuständig ist und auf Einsätze vor Ort verzichten wird, konzentriert sich Ferrari auf die Weiterentwicklung des F60, um Massa und Räikkönen alsbald wieder ins Titelrennen schicken zu können. Der Wagen soll dabei eine Rundumerneuerung erfahren und könnte auch einen Doppeldiffusor erhalten, sollte die FIA dieses Konzept in ihrer Überprüfung am Dienstag als legal einstufen.

Chefingenieur Chris Dyer wird sich künftig auch um das Aufgabenfeld von Baldisserri kümmern und seinen italienischen Kollegen an der Rennstrecke vertreten. Schon beim Großen Preis von China soll diese Umstrukturierung ihre ersten Früchte tragen, denn dort will Ferrari mit einigen neuen Teilen die Wende in der bisher eher bescheiden verlaufenen Rennsaison einläuten.

Testfahrer Marc Gené hat sich in der vergangenen Woche intensiv mit einigen dieser Neuerungen auseinander gesetzt und unter anderem einen neuen Frontflügel evaluiert. Weil Testfahrten seit Saisonbeginn verboten sind, musste sich der spanische Rennfahrer allerdings auf Geradentests beschränken. Ferrari verspricht sich von den neuen Elementen jedenfalls einiges.

Die Italiener wollen in Shanghai den Grundstein zu einer Aufholjagd legen und den F60 sukzessive verbessern. Ganz nebenbei schicken die Roten allerdings noch Design-Berater Rory Byrne und Chefdesigner Nikolas Tombazis nach Paris, wo am Dienstag das FIA-Berufungsgericht tagt. Schließlich will man ja wissen, ob man sich dem Doppeldiffusor bald verstärkt widmen muss...

Fotoquelle: Ferrari

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