McLaren-Mercedes packte heute erstmals einen modifizierten Diffusor aus

Formel 1 2009

— 17.04.2009

Hamilton zum Auftakt in Schanghai Schnellster

Lebenszeichen von den Silberpfeilen: Bestzeit für Lewis Hamilton, vier Mercedes-Motoren in Front - Teams warten mit zahlreichen Neuerungen auf

Wie spannend die Formel 1 derzeit ist, zeigte sich heute Morgen im ersten Freien Training zum Grand Prix von China: Obwohl der Shanghai International Circuit 5,451 Kilometer lang ist, lagen 14 Autos (!) innerhalb von einer Sekunde und das gesamte Feld binnen 1,491 Sekunden. Das lässt ein spannendes drittes Rennwochenende erwarten.

Bei sonnigen Bedingungen und bis zu 18 Grad Lufttemperatur präsentierten die Teams nach der ersten Zwei-Wochen-Pause einige Neuerungen: Ferrari trat heute Morgen ohne KERS an, dafür hatte Robert Kubica das Energierückgewinnungssystem erstmals an Bord - und prompt warb das BMW Sauber F1 Team mit dem Schriftzug "ActiveHybrid" auf dem Heckflügel. Außerdem fielen neue vordere Radkappen am Ferrari auf.

McLaren-Mercedes mit neuem Diffusor

Die vielleicht signifikanteste Änderung des gesamten Feldes testete aber McLaren-Mercedes, denn die Silberpfeile rückten mit einem modifizierten Diffusor aus - noch keinem klassischen Doppeldecker, aber zumindest einer Vorstufe. Und die scheint zu funktionieren: Zur Halbzeit gab es nach 45 Minuten eine McLaren-Mercedes-Doppelführung, am Ende sicherten sich Lewis Hamilton immerhin die Positionen eins und vier.

Für den Weltmeister war das die erste Trainingsbestzeit der neuen Saison - und zwar in 1:37.334 Minuten nach 22 Runden. Damit blieb er zwar um mehr als eineinhalb Sekunden hinter seiner Freitagsbestzeit des Vorjahres zurück, aber er war um 0,116 Sekunden schneller als WM-Leader Jenson Button (18 Runden) und um 0,232 Sekunden vor Rubens Barrichello (beide Brawn-Mercedes/19 Runden). Kovalainen (4./+ 0,338/23 Runden) komplettierte das Mercedes-Quartett.

Die übrigen beiden Mercedes-Autos im Feld, Adrian Sutil (14./+ 0,985/18 Runden) und Giancarlo Fisichella (17./+ 1,126/19 Runden) von Force India, schafften zwar in der Zeitentabelle nicht den Sprung an die Spitze, führten dafür aber mit je 312 km/h die Topspeedwertung an. Nach den beiden ernüchternden Auftaktwochenenden ist der Auftakt in Schanghai für die Marke mit dem Stern mindestens als Lebenszeichen zu werten.

Über das, was hinter den Top 4 passiert ist, lässt sich noch wenig sagen, denn das Mittelfeld lag unglaublich eng beisammen - mit den Herren Mark Webber (5./Red-Bull-Renault/+ 0,418/20 Runden) und Jarno Trulli (6./Toyota/+ 0,430/19 Runden) in Lauerstellung. Trulli sorgte nach einer halben Stunde für Verwunderung, als er im ersten Gang um den Kurs rollte, weil eine Warnleuchte im Cockpit aktiv war. Später konnte er sein Programm aber ganz normal fortsetzen.

Reifen sorgen für Kopfzerbrechen

Sein Teamkollege Timo Glock (+ 0,560/21 Runden) lotete in den ersten 90 Minuten wie gehabt das Limit aus, fand sich daher zweimal neben der Strecke wieder. Generell gab es heute Morgen zahlreiche kleinere Ausritte, was möglicherweise an den Bridgestone-Slicks lag: Die weiche Reifenmischung war schon nach wenigen Runden unbrauchbar, die harte entwickelte starkes Graining. Strategisch könnten wir am Sonntag also ein interessantes Rennen erleben.

Bester Deutscher war zunächst Nico Rosberg (7./Williams-Toyota/+ 0,526/24 Runden), der im siebenten Freien Training der Saison erst zum zweiten Mal nicht Schnellster war. Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/+ 0,940/20 Runden) wurde Zwölfter, Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 1,122/21 Runden) 16. - übrigens sieben Tausendstelsekunden vor seinem Stallgefährten Kubica (18./18 Runden).

Ansonsten fiel auf: Ferrari brachte auch ohne KERS kein Auto in die Top 10, während ganz hinten Kazuki Nakajima (Williams-Toyota/+ 1,396/25 Runden) und Nelson Piquet (Renault/+ 1,491/20 Runden) als einzige Piloten verhältnismäßig deutlich vom Rest des Feldes abfielen. Für Piquet ist die Optik also wieder einmal schief, denn sein Teamkollege Fernando Alonso (+ 0,755/19 Runden) belegte immerhin den soliden neunten Rang.

Kleine Randnotizen: Neben Trulli gedenkt auch Ferrari an diesem Wochenende mit einem auffälligen Schriftzug vor den Seitenkästen den Erdbebenopfern in den italienischen Abruzzen. Außerdem stachen die praktisch komplett leeren Tribünen ins Auge. Im Infield wurde eine Tribüne sogar komplett geschlossen, um in gewohnt riesigen Dimensionen für die Weltausstellung 2010 in Schanghai zu werben...

Fotoquelle: xpb.cc

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