Jenson Button demonstrierte das Potenzial seines Brawn-Mercedes-Pakets

Formel 1 2009

— 17.04.2009

Schanghai: Button rückt die Verhältnisse zurecht

Der Silberstreif am Horizont ist verblasst, Jenson Button war im zweiten Freien Training vor Nico Rosberg Schnellster - Topteams wieder weit zurück

Der Silberstreif von heute Morgen hielt sich nicht lange am Horizont von Schanghai, im zweiten Freien Training war die starke Performance von McLaren-Mercedes schon kein Thema mehr. Stattdessen hatte am Ende des Freitags beim Grand Prix von China wieder der zweifache Saisonsieger Jenson Button die Nase vorne.

Bei sonnigen Verhältnissen und bis zu 20 Grad Lufttemperatur stellte der Brawn-Mercedes-Pilot in 1:35.679 Minuten nach 35 Runden eine beeindruckende Bestzeit auf. Beeindruckend nicht wegen der 25 Tausendstelsekunden Vorsprung auf Nico Rosberg (Williams-Toyota/36 Runden), sondern weil Button dieses Niveau mehrfach bestätigen konnte. Außerdem war der WM-Leader auch nach mehreren Runden auf weichen Bridgestone-Slicks immer noch schneller als die Konkurrenz.

Rosberg wieder im Qualifyingtrimm

Nur Rosberg hätte ihn am Ende beinahe noch gepackt, doch der übt bekanntlich am Freitag gerne schon für das Qualifying. Zieht man den Deutschen ab, dann waren wieder zwei Brawn-Mercedes an der Spitze, denn Rubens Barrichello (35 Runden) belegte mit 0,202 Sekunden Rückstand den dritten Platz. Button/Barrichello hatten damit fast eine halbe Sekunde Vorsprung auf die nächsten Verfolger - der dritte Sieg im dritten Rennen scheint möglich.

Schwer geschlagen wieder einmal die etablierten Topteams der vergangenen Jahre: Ferrari brachte keines der beiden Autos in die Top 10, McLaren-Mercedes schaffte das immerhin mit Heikki Kovalainen (9./+ 0,995/34 Runden). Weltmeister Lewis Hamilton (1,262/28 Runden) fiel "mit einem anderen Programm als am Morgen", wie von Mercedes-Sportchef Norbert Haug bestätigt wurde, vom ersten auf den 13. Platz zurück.

Anzumerken ist, dass Ferrari in Schanghai erstmals auf das Energierückgewinnungssystem KERS verzichtet, aber die Spitze weiterhin nur von hinten sieht. Denn Felipe Massa (+ 1,168/34 Runden) musste mit Platz zwölf, Kimi Räikkönen (+ 1,375/33 Runden) gar nur mit Platz 14 Vorlieb nehmen. Der sonst so souveräne "Iceman" leistete sich außerdem eingangs der langen Geraden einen Ausritt bei recht hoher Geschwindigkeit.

Probleme mit den Reifen

Der Fairness halber sei angemerkt, dass er sich damit in bester Gesellschaft befand, denn Bekanntschaft mit der Botanik machte im Laufe des heutigen Tages fast jeder Fahrer einmal. Das mag auch an den Reifen gelegen haben, über die sich viele Fahrer schon im Vorfeld beschwert haben. Heute Nachmittag stellte sich heraus: Die weichere Mischung ist für mehrere schnelle Runden geeignet, zerfällt dann aber komplett, während die härtere Mischung sukzessive zu grainen beginnt.

Erfreulich war das Ergebnis des zweiten Freien Trainings aus deutscher Sicht: Sebastian Vettel (Red-Bull-Renault/+ 0,488/22 Runden) wurde trotz eines Problems mit einem hinteren Querlenker, durch das er am Ende zuschauen musste, einen Platz hinter seinem Teamkollegen Fünfter, Timo Glock (Toyota/+ 0,869/40 Runden) mischte als Achter wieder vorne mit. Sensationell die elfte Position von Adrian Sutil (Force-India-Mercedes/30 Runden) - nur 1,150 Sekunden hinter Button.

Das BMW Sauber F1 Team hielt sich an die Freitagstradition, mit viel Benzin auf das Rennen hinzuarbeiten, doch ein paar mehr Akzente hätte man sich von Robert Kubica (17./+ 1,812/34 Runden) und Nick Heidfeld (18./+ 1,865/28 Runden) dann doch erwartet. Interessant ist, dass die beiden so eng beisammen lagen, obwohl Kubica heute erstmals mit KERS unterwegs war, nachdem er bisher gewichtsbedingt darauf verzichten musste.

Alonso nur Vorletzter

Einen Freitag zum Vergessen erlebte Ex-Weltmeister Fernando Alonso (19./+ 1,959/28 Runden), denn der Renault-Pilot konnte trotz eines Generalumbaus an der Box nie an die Spitze fahren. Ausnahmsweise war er sogar langsamer als sein Stallgefährte Nelson Piquet (16./+ 1,594/36 Runden). Einen Platz vor Piquet nistete sich der Schweizer Rookie Sébastien Buemi (Toro-Rosso-Ferrari/+ 1,540/34 Runden) ein.

Zu erwähnen ist auch, dass die Interimsdiffusoren von McLaren-Mercedes und Renault, die als Reaktion auf das FIA-Urteil vom Mittwoch nach Schanghai eingeflogen wurden, nicht das erhoffte Allheilmittel zu sein scheinen. Das bestätigt Aussagen, wonach die Diffusoren ins aerodynamische Gesamtkonzept eingearbeitet sein müssen, um ihre volle Wirkung entfalten zu können. Das wird bei den sieben betroffenen Teams wohl frühestens in Europa gelingen.

Außerdem hätte die Formel 1 2009 heute beinahe schon die Freitagsbestzeit von Hamilton aus dem vergangenen Jahr (1:35.630 Minuten) unterboten - am Ende fehlten Button darauf gerade mal 49 Tausendstelsekunden. Das ist umso bemerkenswerter, als das Rennwochenende in Schanghai in der vergangenen Saison erst Mitte Oktober ausgetragen wurde, als die 2008er-Autos in ihrem Entwicklungszyklus praktisch schon voll ausgereizt waren...

Fotoquelle: xpb.cc

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