Adam Parr beschwichtigt Ferrari: "Das war alles nur ein Missverständnis"

Formel 1 2009

— 17.04.2009

Parr: Ferrari hat sich selbst für illegal erklärt

Williams-Geschäftsführer Adam Parr klärt das Missverständnis um seine Aussagen in Paris auf und übt sanfte Kritik an Flavio Briatore

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali kündigte gestern an, dass er sich an diesem Wochenende Williams-Geschäftsführer Adam Parr für ein Vieraugengespräch zur Brust holen wird. Dem vorangegangen waren Medienberichte über eine angebliche Anschuldigung Parrs vor dem Internationalen Berufungsgericht der FIA im Rahmen des Diffusorstreits.

Im Zuge der Diskussionen in Paris soll Parr am Dienstag folgendermaßen argumentiert haben: Wenn Ferrari glaubt, dass multiple vertikale Trennübergänge im Heck illegal sind, dann muss Ferrari auch akzeptieren, dass sie in den vergangenen Jahren einige WM-Titel mit einem illegalen Auto gewonnen haben. Parr verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Benetton-Erfolge in den 1990er-Jahren unter der Regie von Flavio Briatore.

Worum geht es eigentlich?

Doch Domenicalis Ärger war umsonst: "Ich glaube, da hat es ein fundamentales Missverständnis gegeben", sagte Parr heute gegenüber 'Autosport'. "Es ging bei der Diskussion um multiple vertikale Trennübergänge. Ferrari argumentierte, man könne davon maximal einen auf jeder Seite haben. Sie hatten aber viele Jahre lang multiple vertikale Trennübergänge, nur halt weiter vorne, bei den Turning-Vanes beziehungsweise Barge-Boards."

"Demnach haben sie in ihren eigenen Unterlagen ausgeführt, dass bei einer strikten Interpretation ihrer Argumentation ihre eigenen Autos illegal waren", staunte der Brite über die Aufregung um seine Aussagen. "Wir haben gesagt: Einer der Gründe, weshalb ihr euer Argument nicht bringen solltet, ist der, dass dann eure eigenen Autos, die elf WM-Titel gewonnen haben, illegal gewesen wären. Das war also nicht unsere Argumentation, sondern die der Gegenseite!"

"Zu behaupten, dass wir gesagt haben, ihre Autos seien illegal gewesen, ist also schlichtweg falsch. Im Gegenteil: Nach unserer Argumentation waren ihre Autos immer legal, aber nach ihrer eigenen nicht", so die rechte Hand von Teamchef Frank Williams, die auf die Diskussionen im Fahrerlager wegen einer späten Anreise erst heute reagieren konnte. Das Vieraugengespräch mit Domenicali steht Parr aber noch bevor.

Allergrößter Respekt vor Domenicali

Angst davor hat er nicht, denn vom Ferrari-Teamchef schwärmt er in den allerhöchsten Tönen: "Stefano ist ein Mann, den man nur respektieren kann. Er ist unglaublich geradlinig und man weiß bei ihm immer, woran man ist." Er habe seinerzeit sogar Williams-Teammanager Tim Newton persönlich die Anweisung gegeben, Domenicali immer zu vertrauen. Doch von Briatore, der sich ebenfalls angegriffen fühlt, hält Parr offenbar weniger.

"Flavio ist ein liebenswürdiger Gauner, nicht wahr? Er ist ein fantastischer, ein flamboyanter Charakter, aber er schenkt Details nicht allzu viel Beachtung. Lieber fuchtelt er wild mit den Armen rum und argumentiert so", schmunzelt Parr. "Ich würde nicht zu ernst nehmen, was er sagt, denn vor ihm hat niemand in den Medien diesen Punkt angesprochen. Das war er selbst. Er läuft herum und sagt: Sie behaupten dies und jenes. Dabei stimmt das nicht. Aber Flavio ist eben Flavio."

Fotoquelle: xpb.cc

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