Nico Rosberg sicherte sich seine erste Bestzeit des laufenden Rennwochenendes

Formel 1 2009

— 18.04.2009

Ungewohntes Kräfteverhältnis: Rosberg im Training voran

Nico Rosberg sicherte sich am Samstagmorgen in Schanghai vor Jarno Trulli und Lewis Hamilton die Bestzeit - Getriebewechsel bei Timo Glock

Ein ungewohntes Kräfteverhältnis zeigte sich am Samstagmorgen im dritten und letzten Freien Training zum Grand Prix von China in Schanghai: Zwar kam die sechste Bestzeit des Jahres für Nico Rosberg wenig überraschend, doch das bislang so dominante Brawn-Mercedes-Team mischte ausnahmsweise nicht ganz an der Spitze mit.

Bedeuten muss das jedoch noch nichts, denn WM-Leader Jenson Button (4./+ 0,330/16 Runden) und Rubens Barrichello (10./+ 0,509/17 Runden) haben derzeit das Material, um nicht speziell auf das Qualifying hinarbeiten zu müssen. Somit überließen sie Rosberg (Williams-Toyota/17 Runden) den Vortritt, der seines Zeichens eine Bestzeit von 1:36.133 Minuten markierte und damit am Ende noch Jarno Trulli (Toyota/+ 0,139/22 Runden abfing).

Erinnerungen an Hamilton 2007

Rosberg sorgte aber nicht nur am Ende, sondern auch gleich zu Beginn für einen Paukenschlag, als er nämlich auf dem Rückweg zu seiner Crew nach der Installationsrunde in der Boxeneinfahrt im Kiesbett strandete - genau dort, wo Lewis Hamilton 2007 seinen WM-Titel vergraben hat! Der FW31 des Deutschen wurde von Streckenposten geborgen und gleich zurück zum Team gebracht, sodass dieser Fauxpas ohne nennenswerte Folgen blieb.

Hamilton dürfte sich unter seinem Helm ins Fäustchen gelacht haben - und auch sportlich hatte der McLaren-Mercedes-Pilot endlich mal wieder Grund zur Freude: Mit 0,197 Sekunden Rückstand belegte er nach 17 Runden den soliden dritten Platz. Teamkollege Heikki Kovalainen (+ 0,414/13 Runden) wurde Siebenter. Damit sind die Silberpfeile noch weit entfernt von ihrer Normalform, aber ein kleiner Aufwärtstrend ist dank des neuen Interimsdiffusors klar erkennbar.

Ferrari fährt in Schanghai im Gegensatz zu McLaren-Mercedes noch mit einem konventionellen Diffusordesign und an diesem Wochenende auch erstmals ohne KERS. Das scheint bisher nicht wirklich aufzugehen: Felipe Massa (+ 0,395/18 Runden) und Kimi Räikkönen (+ 0,435/17 Runden) belegten die Positionen sechs und neun. Allerdings ist anzumerken, dass die Top 10 nach 60 Minuten innerhalb von nur einer halben Sekunde lagen!

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Übrigens blieb Ferrari nicht ganz pannenfrei: Bei Massa löste sich in der ersten Viertelstunde der Session der linke Rückspiegel aus der Fassung und blieb neben der Strecke liegen, während Räikkönen nach knapp 25 Minuten für den einzigen Dreher sorgte. Ausritte gab es allerdings wieder mehrere, unter anderem auch durch Hamilton in der Zielkurve. Als neuralgischer Bremspunkt erwies sich neuerlich die vorletzte Kurve nach der langen Geraden.

Für eine kleine Überraschung sorgte Nelson Piquet (+ 0,331/16 Runden) als Fünfter - dabei hatte der Brasilianer im Gegensatz zu seinem Renault-Teamkollegen Fernando Alonso (19./+ 1,870/6 Runden) noch keinen Interimsdiffusor zur Verfügung. Auch KERS blieb bei Renault außen vor. Pech für Alonso: Seine Crew arbeitete fast die ganze Session hindurch am Heck des Boliden, sodass der Ex-Weltmeister die meiste Zeit an der Box verbringen musste.

Ein ähnliches Schicksal hatte Timo Glock (20./Toyota/+ 2,977/6 Runden) zu beklagen, der wegen eines Getriebeproblems außer Gefecht war. Besonders bitter: Das Getriebe muss gewechselt werden, was in der Startaufstellung eine Rückversetzung um fünf Positionen bedeutet. Bei Red-Bull-Renault streikten indes - wie schon gestern - die hinteren Träger. Sebastian Vettel (16./+ 1,216/7 Runden) kam damit knapp hinter seinem Teamkollegen nur auf Rang 16.

Nur noch drei Autos mit KERS

Nick Heidfeld (BMW Sauber F1 Team/+ 0,569/14 Runden) fuhr heute Morgen neben den Silberpfeilen eines von nur noch drei KERS-Autos im Feld und wurde damit Elfter. Das entspricht gewiss nicht den Erwartungen von "Quick Nick", aber immerhin kann er sich damit trösten, dass er um vier Hundertstelsekunden schneller war als sein Teamkollege Robert Kubica (12./14 Runden). Der Pole verzichtete nach dem gestrigen Experiment aus Gewichtsgründen auf KERS.

Was die Reifensituation angeht, so erhärtete sich der Eindruck von gestern, dass die weichere Optionsmischung zumindest auf eine schnelle Runde deutlich besser funktioniert als der härtere Primeslick von Bridgestone. Die weichen Reifen lassen auch mehr als nur eine schnelle Runde zu und sind meistens sogar in der zweiten Runde schneller, bauen ab einem gewissen Zeitpunkt aber rasch ab und sind damit für das Rennen nur bedingt geeignet.

Ansonsten fiel auf, dass die Temperaturen mit bis zu 23 Grad etwas wärmer waren als gestern, dass Massa mit 310 km/h Adrian Sutil (17./Force-India-Mercedes/+ 1,401/17 Runden) in der Topspeedwertung ablöste und dass Barrichello wieder auf sein traditionelles Helmdesign mit weiß-roter Lackierung umgestellt hat. Vielleicht glaubt der abergläubische Brasilianer ja, dass ihm das die Pole-Position einbringen wird...

Fotoquelle: xpb.cc

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