Aller Anfang ist schwer: Lewis Hamilton stellte den Silberpfeil in die Top 10

Formel 1 2009

— 18.04.2009

Erstmals ein Silberpfeil in den Top 10

Norbert Haugs Magenschmerzen lassen nach: Lewis Hamilton ist mit seinem neunten Startplatz in Schanghai durchaus zufrieden

"Mir tut es schon sehr weh, auf einem zwlften oder 14. Platz rumzufahren. Das sind Magenschmerzen, die man sich gar nicht vorstellen kann", sagt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Im heutigen Qualifying in Schanghai nahm ihm Lewis Hamilton zumindest einen Teil dieser Qualen ab, denn als Neunter stellte der Weltmeister erstmals in dieser Saison einen Silberpfeil in die Top 10.

"Das ist schon besser und geht in die richtige Richtung", freute sich Haug nach der Session. Man bckt also kleinere Brtchen bei McLaren-Mercedes, sodass neuerdings auch eine fnfte Startreihe als Erfolg gewertet wird. Ein Kollege von 'RTL' wollte Hamiltons Freude gar nicht recht wahrhaben, aber der Brite betonte beharrlich: "Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Mehr knnen wir derzeit nicht erwarten."

Neuer Diffusor hilft ein bisschen

"Das war das Ziel des Teams: Schritt fr Schritt nach vorne zu kommen", erklrte Hamilton. "Ich muss mich bei den Jungs in der Fabrik bedanken, die einen fantastischen Job machen, sodass wir aufholen knnen. Sie sollten dieses Ergebnis als positiv einordnen und weiter pushen, denn vor uns liegt noch ein langer Weg. Ich glaube, das ist der Anfang einer Wende. Wir haben einen neuen Diffusor hier. Jedes noch so kleine Teil hilft, auch wenn man es nur ein bisschen sprt."

Bei dem Unterbodenabschluss handelt es sich noch nicht um einen klassischen Doppeldecker, aber zumindest um eine Interimsversion mit einem Zusatzflap, durch den der Luftstrom besser verteilt wird und eine etwas strkere Sogwirkung entsteht. Erfreulich vor allem: McLaren-Mercedes konnte sich an diesem Wochenende hinter der Fraktion der Diffusorautos wieder als starke Kraft etablieren - Red Bull mit Polesetter Sebastian Vettel und Mark Webber einmal ausgenommen.

"Wir haben ganz bestimmt einen kleinen Schritt gemacht. In Q1 und Q2 waren wir zweieinhalb und sechs Zehntel weg. Das sah ganz freundlich aus", zog Haug zufrieden Bilanz. "Wir haben Substanz gezeigt. Das ist noch nicht zum Hurra schreien, aber wir haben BMW und einen Ferrari hinter uns. Das hat in Melbourne noch ein bisschen anders ausgesehen." Zumal Hamilton morgen erst in der 26. von 56 Runden an die Box kommen wird.

Andere Strategie als der Polesetter

"Wenn wir genauso leicht sind wie Sebastian, dann waren wir langsam", sagte Haug und erklrte den Gedankengang hinter der silbernen Strategie, Hamilton relativ viel Benzin mitzugeben: "Wir haben gewusst, dass die, die hinter uns stehen, sicher einen langen ersten Stint fahren werden. Ich nehme an, es gibt sicherlich Frhstopper wie unseren Freund Fernando, der wahrscheinlich schon ab Runde zehn aufwrts kommen wird."

"Das Thema ist der Optionsreifen, der nicht lange hlt, bevor er abbaut. Die meisten Teams - so auch wir - werden den am Schluss fahren, die letzten zehn Runden. Vielleicht macht Fernando das am Anfang - das kann man sicherlich versuchen", so der Deutsche. Und: "Ich denke, es gibt verschiedene Strategien. Ich wrde nicht davon ausgehen, dass Brawn nichts auf der Wanne hat, sondern die sind sicherlich ein bisschen schwerer."

Hoffnungen setzt Haug auch in die Hybridtechnologie KERS, schlielich hat neben Hamilton und Heikki Kovalainen nur noch Nick Heidfeld das System an Bord: "KERS knnte ein bisschen helfen. Da sind wir ja inzwischen Pioniere, weil uns alle anderen verlassen", grinste der 56-jhrige Mercedes-Sportchef. Vor allem auf den ersten Metern sollte KERS ein Vorteil sein, wie Alonso zuletzt in Sepang mit seinem Raketenstart bewiesen hat.

Fotoquelle: xpb.cc

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