Sebastian Vettel feierte nach Monza 2008 seinen zweiten Grand-Prix-Sieg

Formel 1 2009

— 19.04.2009

Vettel-Interview: Über Glücksbringer und Siegerblut

Sebastian Vettel erklärt, was es mit den Münzen in seinen Schuhen auf sich hat, und spricht über seinen Triumph im Regen von Schanghai

Nachdem er in Monza 2008 schon das B-Team Toro Rosso "entjungfert" hat, bescherte er nun auch dem A-Team Red Bull Racing Glücksgefühle der besonderen Art: Sebastian Vettel gewann heute in unwiderstehlich souveräner Manier das schwierige Regenrennen auf dem Shanghai International Circuit vor seinem Stallgefährten Mark Webber und war anschließend sichtlich gerührt.

Nach der Zieldurchfahrt plärrte Teamchef Christian Horner in den Boxenfunk: "Großartige Leistung, Sebastian - wir sind stolz auf dich! Großartige Leistung!" Und aus dem Cockpit kam zurück: "Danke, Jungs - danke dafür, dass ihr so hart gearbeitet habt, um mir dieses Auto hinzustellen! Es war ein Traum, heute damit zu fahren! Es waren schwierige Bedingungen, aber ich bin überglücklich." So glücklich, dass er sich bei der Siegerehrung glatt noch verletzte...

Grüße nach Deutschland und Österreich

Frage: "Sebastian, zweiter Sieg deiner Formel-1-Karriere! Wir gratulieren!"
Sebastian Vettel: "Danke. Zuerst einmal Grüße nach Hause und auch Grüße nach Österreich! Ein riesengroßes Dankeschön an die gesamte Red-Bull-Familie. Ich bin sehr stolz und fühle mich sehr wohl hier. Ich bin stolz, dass ich ein Rennen für Toro Rosso und jetzt auch für Red Bull gewinnen konnte. Es ist der erste Sieg für Red Bull Racing. Grüße auch nach England in die Fabrik! Die Jungs haben wirklich hart gearbeitet."

"Es war extrem schwierig gestern, das Auto hat nicht lange gehalten. Wir hatten Zuversicht, dass es heute hält. Wir haben wirklich alles gegeben und das Problem gefunden. Dank einiger Spezialisten haben wir sofort gewusst, wo die Ursache lag, und so konnten wir sie beheben."

"Jetzt bin ich natürlich überglücklich. Das Rennen war extrem schwierig, es gab extrem viel Aquaplaning. Gerade in der letzten Kurve stand das Wasser wie ein See. Man konnte fast nicht bremsen und runterschalten und musste wirklich vorsichtig fahren und aufpassen, aber es ist alles gutgegangen und das Auto hat bis zum Schluss gehalten. Ein Doppelsieg ist natürlich umso besser. Fantastisch! Ich bin überglücklich. Das erste Mal ins Ziel zu kommen in diesem Jahr und dann gleich zu gewinnen, ist wirklich toll."

Frage: "Du scheinst an der Hand leicht verletzt zu sein. Was ist da passiert?"
Vettel: "Nichts Wildes, eigentlich gar nicht der Rede wert. Ich habe mir während der Siegerehrung am Pokal den Finger aufgeschnitten. Ich wollte ihn in die Luft heben, ein bisschen springen lassen, aber dann ist er mir abgerutscht, weil er nass war, und dabei habe ich mir den Finger verletzt. Ich habe es später gemerkt, deswegen habe ich die ganze Zeit am Daumen gelutscht!"

Frage: "Das war ein ganz tolles Rennen von dir. Wir haben gehört, wie du dich am Boxenfunk gefreut hast. Was fühlst du jetzt?"
Vettel: "Unbeschreiblich! Es war ein schwieriges Rennen. Unsere Strategie war, mit dem kurzen ersten Stint auf den Rest des Feldes so viel Vorsprung wie möglich zu holen, aber dann starteten wir hinter dem Safety-Car. Trotzdem ist uns das gelungen. Ich glaube, das war letzten Endes der Schlüssel für das ganze Rennen. Ich habe immer versucht, mehr und mehr Vorsprung herauszufahren, um es am Ende des Rennens einfacher zu haben. Das war dann Gott sei Dank der Fall."

Regen als Vorteil

"Ich bin überglücklich, auch für das Team. Wir hatten Bedenken, ob das Auto hält oder nicht, aber wir haben das Beste gegeben, über Nacht den Fehler behoben, ohne irgendwelche Teile groß zu wechseln. Natürlich haben wir es repariert, aber wir wussten genau, wo die Ursache lag - und es ist nicht mehr aufgetreten. Vielleicht ist es auch gut, dass es geregnet hat, denn dadurch ist die Last auf dem Auto weniger als im Trockenen. Aber trotzdem: Beide Autos haben gehalten. Das Rennen gewonnen zu haben, ist unglaublich!"

Frage: "Als du Jenson Button überholt hast, obwohl der sowieso noch an die Box musste, ist uns kurz das Herz stehen geblieben. Was hat dich denn da geritten?"
Vettel: "Ich wollte vorbei! Ich wusste meinen Abstand zu Mark, aber ich sah, dass er näher kam, weil Jenson zu dem Zeitpunkt unseren Speed nicht mitgehen konnte. Ich wollte nicht allzu viel Zeit verlieren."

"Wie gesagt: Ich habe immer probiert, möglichst schnell zu sein, um dann am Ende noch ein großes Puffer zu haben, wenn irgendwas sein sollte. Man weiß ja nie, was passiert - gerade bei solchen Bedingungen, bei Aquaplaning, bei so viel Wasser. Da kann es in der letzten Kurve schon mal sein, dass man geradeaus fahren, das Auto gehen lassen muss und einfach viel Zeit verliert. Um dem vorzubeugen, habe ich da versucht, viel Boden gutzumachen."

Frage: "Bei deinem Sieg in Monza hattest du eine Münze im Schuh. Heute sehe ich da schon zwei! Wie viel Glück haben die gebracht?"
Vettel: "Doppelt so viel! Vielleicht müssen es beim nächsten Regenrennen drei sein. Irgendwann ist der Schuh dann voll. Im Ernst: Ich bin nicht allzu abergläubisch, aber der Grund, weshalb ich die in den Schuh packe, ist der, dass ich leider keine Taschen habe. Von daher habe ich heute beide Schuhe ausnutzen müssen."

Fotoquelle: xpb.cc

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