Norbert Haug rechnet mit weiteren Schritten beim Europaauftakt in Barcelona

Formel 1 2009

— 21.04.2009

Haug: "Müssen uns an die eigene Nase fassen"

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug über die Glanzleistung von Red Bull, die Entwicklung neuer Teile und die Aussichten für das Rennen in Bahrain

McLaren-Mercedes hat in Schanghai einen Schritt nach vorn gemacht. Im Qualifying lies sich deutlich bemessen, dass das Team um Weltmeister Lewis Hamilton näher kommt. "Wir haben von vornherein sagen müssen, dass wir nicht da sind, wo wir sein wollen. Leider mussten wir das nach dem Barcelona-Test so sagen. Seither sind wir aber ein Stück vorangekommen", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Der Schwabe konkretisierte: "Wir waren in Q1 in China drei Zehntelsekunden hinter der Bestzeit und in Q2 sechs. Das ist immer noch zu viel. Wenn aber damals in Barcelona ein Rennen gewesen wäre, dann wären beide Werte deutlich über einer Sekunde gewesen." Für das kommende Rennen in Bahrain werden erneut neue Teile erwartet, große Sprünge wird man dennoch nicht erwarten dürfen.

Vier bis fünf Teams vor McLaren-Mercedes

"Platz fünf und sechs kann natürlich nicht das Ziel für das Team sein, das mit den Startnummern eins und zwei auf seinen Autos antritt", stellte Haug klar. Dabei merkte er sofort an, dass man sich im Augenblick gleich hinter vielen Team einreihen müsse: "Brawn ist schneller, Red Bull ist schneller, Toyota ist schneller, Williams ist schneller. Wenn Red Bull schnell ist, dann wird auch Toro Rosso bald schnell sein. Dann sind schon zehn Autos vor uns. Wir müssen große Schritte machen, um drittbestes Team zu werden. Das ist nicht unmöglich, aber innerhalb einer Saison ist so etwas immer schwierig."

Dennoch läuft die Entwicklungsmaschinerie unaufhaltsam weiter. "Wir werden in Barcelona ein Upgrade haben. Ob auch der berühmte Doppeldiffusor dabei sein wird, steht noch nicht fest. Wir haben durch das Einfliegen neuer Teile nach China bestimmt drei Zehntelsekunden aufgeholt. Es wird zurzeit viel im Handgepäck transportiert. Das sieht ganz putzig aus auf den Flughäfen." Ausgiebige Tests fallen derweil flach und finden nur im kleinen Rahmen freitags statt.

"Was man früher über 1.000 Kilometer getestet hat, das probiert man jetzt auf 50 Kilometer aus. Wir wissen alle, dass neue Teile entweder funktionieren oder eben nicht", beschrieb der Mercedes-Motorsportchef. Und: Der Red Bull funktioniere offenbar sehr gut - auch ohne Doppeldiffusor. "Ich habe schon zu Beginn gesagt, dass es nicht nur der Diffusor ausmacht, sondern es spielen viele Dinge dort hinein. In Schanghai hatten die Brawn große Probleme, die Bremsen und die Reifen auf Temperatur zu bekommen. Ich würde die nicht so einschätzen, dass sie 44 Sekunden hinter Red Bull sind."

Brawn in der Wüste von bahrain wieder vorne?

"Brawn müsste in Bahrain wieder einen kleinen Vorteil haben. Man muss sagen, dass die im Regen bisher am wenigsten gefahren sind. In Malaysia war Sauna-Regen, da war es warm und in Schanghai war es kalt. Wir haben das mit Lewis in Monza im vergangenen Jahr mal erlebt. Wenn du deine Bremsen nicht so nutzen kannst, dann kannst du auch deine Reifen nicht nutzen und dann geht der Grip verloren." Man müsse in Bahrain auch mit Ferrari und dem BMW Sauber F1 Team rechnen, weil sie ebenso wie Toyota in der Wüste getestet haben.

Dennoch könnte Red Bull als positives Beispiel genannt werden. Der Wagen sein einzigartig und - viel wichtiger - extrem schnell. "Vielleicht haben andere Teams auch zu viel Energie in der Diffusordiskussion verschwendet? Solange Flavio Briatore immer nur über den Diffusor spricht und dann ist ein Standardauto wie der Red Bull vorne, dann ist die Frage doch beantwortet", meinte Haug und setzt somit einen Schlusspunkt hinter die leidige Diffusordiskussion.

"Jeder muss sich an der eigenen Nase packen und einsehen, dass es offensichtlich auch ohne den Wunder-Diffusor gut genug geht, wenn man sein Auto gut genug baut. Das gleiche kann ich mit KERS behaupten. Ich kann KERS promoten ohne Ende und setze es dann nicht ein. Wir haben da eine andere Einstellung. Wir setzen es ein, weil es uns hilft. Den strategischen Vorteil können wir gut nutzen. Unser KERS gibt auch mehr Boost ab als andere Systeme. Unseres funktioniert sehr gut."

Fotoquelle: xpb.cc

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