Christian Klien wäre nicht überrascht, in Bahrain viele neue Motoren zu sehen

Formel 1 2009

— 22.04.2009

Klien: Neue Motoren in Sakhir?

Der hohe Vollgasanteil legt nahe, dass die Teams beim Wüstenrennen in Bahrain auf neue Motoren zurückgreifen werden - China als Motoren-Bonus?

BMW Sauber F1 Team Testfahrer Christian Klien ist schon sehr gespannt auf das vierte Saisonrennen und rechnet beim Großen Preis von Bahrain fest damit, dass einige Rennställe in der arabischen Wüste auf neue Aggregate setzen werden. Der Grund: In Bahrain gibt es viele längeren Geraden und hohe Volllastanteile, welche gebrauchte Motoren wahrscheinlich nicht unbedingt ohne Weiteres wegstecken können. Doch dabei könnte sich das Regenrennen von China als großen Vorteil erweisen.

"Spannend wird die Frage, wie die Teams heuer mit dem vorgeschriebenen Maximum von acht Motoren durchkommen", meinte Klien vor dem Rennen auf dem Bahrain International Circuit. "Bereits in den ersten drei Rennen gab es sehr unterschiedliche Ansätze. Ein Team hat durchgehend denselben Motor verwendet. Die meisten haben vor dem Malaysia-Qualifying gewechselt und dasselbe Aggregat in China nochmals benutzt."

"Diese Entscheidung ist ein richtiger Poker mit vielen Varianten", stellte Klien die Motorenfrage als schwierige Angelegenheit heraus und erläuterte: "Zum einen zählt die bisherige Laufleistung. Ein Fahrer, der ein Rennen früh - beispielsweise durch eine Kollision - beendet kann denselben Motor ohne Probleme weiterverwenden. Er spart ja gleich mal 300 Kilometer. Die sichere Nutzung eines F1-Motors im Training und Rennen ist derzeit mit etwa 2.000 Kilometer kalkuliert."

"Wann wird also gewechselt? Die entscheidenden Faktoren sind neben der Laufleistung des Motors die Hitze und die Belastung, die im nächsten Rennen erwartet wird", erklärte der österreichische Rennfahrer weiter und kam auf den Grand Prix in Schanghai zu sprechen: "In China lag der Volllastanteil einer Runde bei 55 Prozent, also relativ niedrig. Daher hat der Großteil des Feldes ohne Bedenken gebrauchte Motoren eingesetzt."

"Zum Vergleich: Auf Vollgasstrecken wie Monza liegt dieser Anteil bei 70 Prozent. Dort werden wir sicher viele neue Motoren im Einsatz sehen", vermutete Klien wenige Tage vor dem Trainingsauftakt in der Sakhir-Wüste. "Beim kommenden Rennen in Bahrain liegen wir bei 63 Prozent und die längste Passage geht 14 Sekunden lang Vollgas. Das spricht eher für neue Motoren vor dem Qualifying", meinte Klien, wollte sich darauf aber nicht festnageln lassen.

Hintergrund: Das Regenrennen von China eröffnet den Teams eine ganze Reihe von Motorenmöglichkeiten: "Gut möglich, dass die Rennmotoren von China und Malaysia nochmals auftauchen, denn ein Regenrennen belastet den Motor viel weniger", sagte der 26-Jährige und merkte an: "Anders als früher hat der Fahrer heute kaum noch Anteil an der Lebensdauer eines Motors. Die 18.000 Umdrehungen pro Minute kann man weder absichtlich noch unabsichtlich knacken."

"Bei einem Dreher verhindert die Elektronik ein Abwürgen. Motormordendes Fahren ist also unmöglich", erläuterte der ehemalige Jaguar-Fahrer und wies abschließend auf eine Kuriosität beim Wüstenrennen hin: "'Rennwochenende' ist in Bahrain streng genommen falsch. Als Wochenende gilt hier seit 2006 nämlich der Freitag und Samstag", meinte Klien. "Genau genommen findet der Grand Prix also am 'arabischen Montag' statt."

Fotoquelle: xpb.cc

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