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Formel 1 2009

— 22.04.2009

Silberpfeile schreiben die Saison nicht ab

Bei Ferrari denkt man schon darüber nach, die Saison 2009 zu den Akten zu legen, doch für McLaren-Mercedes kommt das nicht in Frage

McLaren-Mercedes wurde von den früheren Topteams, die in den ersten drei Saisonrennen teilweise kläglich gescheitert sind, bisher am meisten kritisiert, dabei sollte auch einmal festgehalten werden: Die Silberpfeile haben doppelt so viele Punkte wie das BMW Sauber F1 Team auf ihrem Konto, während Ferrari in Melbourne, Sepang und Schanghai sogar gänzlich leer ausgegangen ist.

Ferrari-Berater Michael Schumacher empfiehlt seinem Arbeitgeber jetzt schon, die Saison 2009 zu den Akten zu legen, es wie Ross Brawn zu machen und früh alles auf 2010 zu konzentrieren. Teamchef Stefano Domenicali möchte erst noch den Europaauftakt in Barcelona mit einem neuen Aerodynamikpaket abwarten. Bei McLaren-Mercedes verschwendet man indes noch gar keine Gedanken daran, die Hoffnung aufzugeben.

Erste Fortschritte in Schanghai

"Es gibt Leute, die sagen, die Saison ist vorbei, aber so eine Philosophie können wir uns nicht erlauben. Das würde Mercedes ebenso wenig zulassen wie unsere anderen Partner", weiß McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. "Wir müssen so schnell wie möglich aufholen. In Schanghai haben wir zumindest mal ein Auto in die Top 10 des Qualifyings und beide Autos in die Punkte gebracht. Wir machen deswegen noch keine Luftsprünge, aber das ist ein Fortschritt."

Dafür verantwortlich war unter anderem der neue Diffusor, bei dem es sich um eine Interimsvariante "noch ohne Löcher" handelt, wie Whitmarsh festhält, ein neuer Frontflügel sowie einige andere Teile. In der Fabrik in Woking haben selbst am Ostermontag zwischen 250 und 300 Mitarbeiter unbezahlte Überstunden geschoben, um diese Modifikationen für Schanghai fertig zu bekommen. Doch das Engagement hat sich gelohnt.

"Mir wäre am liebsten, wir hätten zwei Sekunden gefunden, aber die Wahrheit ist, dass es ungefähr zwei Zehntel waren", analysiert Mercedes-Sportchef Norbert Haug und freut sich im gleichen Atemzug über die weit größeren Fortschritte, die seine Truppe seit dem ernüchternden Wintertest in Barcelona gemacht hat. Dort waren die Silberpfeile noch dem kompletten Feld hinterhergefahren - um deutlich mehr als eine Sekunde hinter der Spitze.

Podium ist das nächste Ziel

Whitmarsh sieht daher Spielraum für weitere Verbesserungen in den nächsten Wochen: "Jetzt wollen wir beide Autos in die Top 10 bringen und im Rennen irgendwann das Podium anvisieren. Da sind wir nicht anders als jedes andere Team mit einem Rückstand. Wir müssen realistisch bleiben, uns aber auch Ziele setzen - und wir sind ein ehrgeiziges Team. Wir erwarten, dass wir an der Spitze sind, aber in der Formel 1 gibt es zehn sehr starke Teams."

In Woking befinden sich bereits Doppeldiffusoren im Windkanal, wie der 50-Jährige bestätigt. Seine Erkenntnisse: "Wir bemerkten vom ersten Moment an eine Leistungssteigerung, aber diese Steigerung kann man eindeutig noch optimieren, indem man den Diffusor optimiert. Mit unserer derzeitigen Version können wir 80 Prozent des Konzepts ausschöpfen. Das ist der Kompromiss, für den wir uns interimistisch entschieden haben. Die Vorteile sind ausreichend."

Denn der MP4-24 war am vergangenen Wochenende noch nicht mit einem echten Doppeldiffusor wie am Brawn-Mercedes BGP 001 ausgestattet. Damit eine solche Variante angeschraubt werden kann, müssen Radaufhängung und Kraftübertragung modifiziert werden. Das geht nicht vor Barcelona: "Wenn man das alles ändern muss, sind wir schon weit in der Saison drin, ehe man von den Vorteilen etwas sieht", erläutert Whitmarsh.

Fotoquelle: xpb.cc

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