Um Ferrari ist es derzeit nicht sonderlich gut bestellt, wie David Coulthard meint...

Formel 1 2009

— 22.04.2009

Coulthard zur Ferrari-Krise: Abhilfe durch Alonso?

Renn-Rentner David Coulthard sieht Ferrari langfristig wieder auf dem aufstrebenden Ast, zweifelt aber daran, ob die Scuderia derzeit gut aufgestellt ist

Drei Rennen, null Punkte - bei Ferrari schrillen nach dem Großen Preis von China sämtliche Alarmglocken: Wie schon in Australien und Malaysia, so kamen die beiden F60-Piloten auch in Schanghai nicht in die Punkte oder gar über die Runden - womit einmal mehr die beiden Hauptbaustellen bei Ferrari offenbar wurden, wie der ehemalige Formel-1-Pilot David Coulthard zu erkennen meint. Der Schotte glaubt, dass bei den Roten derzeit so einiges im Argen liegt und würde auf Fernando Alonso bauen.

"Das ist keine unüberwindbare Situation, wenn du das Geld, den Ehrgeiz und die Expertise von Ferrari hast. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder an die Spitze zurückkehren", schrieb der TV-Experte nach dem Großen Preis von China in seiner Kolumne beim 'Telegraph'. "Dennoch: Möglicherweise hat ihre Lage aber weitaus umfangreichere Gründe, als sich die Formel-1-Fans ausmalen."

"Aus rein technischer Sicht hat Ferrari zu kämpfen, das ist ziemlich klar", führte Coulthard an. "Hätte Adrian Sutil den Wagen auf P6 ins Ziel gebracht, dann wären die Konstrukteursmeister von 2008 das einzige Team gewesen, das in dieser Saison noch keine Punkte gemacht hat. Das ist ein undenkbares Szenario für ein Team, das man eigentlich als das Maß aller Dinge in diesem Jahr hätte vermuten können", sagte "DC".

"Frei heraus: Ferrari hat schlicht und ergreifend ein Auto gebaut, das nicht das Beste aus den diesjährigen Regularien herausholt. Der Wagen ist langsam und noch dazu unzuverlässig", erklärte der ehemalige schottische Rennfahrer. "Vielleicht haben sie sich im vergangenen Jahr zu sehr in den Titelkampf mit McLaren verstrickt und haben dabei verpasst, auf den Entwicklungszug für 2009 aufzuspringen."

"Vielleicht aber auch nicht - ich denke, sie waren einfach nicht so findig wie die anderen Rennställe. Nichtsdestotrotz können Rennwagen modifiziert werden - nur verschlingt das halt Zeit und Geld. Früher oder später werden sie aber aufholen", ist sich Coulthard sicher. "Was mir auf längere Sicht weitaus mehr Sorgen macht, ist das veränderte Klima bei Ferrari", kam der frühere Red-Bull-Fahrer auf die neue Teamleitung zu sprechen.

"Jean Todt hat das Team mit eiserner Faust geleitet und ich frage mich, ob da nicht ein bisschen der Schlendrian eingesetzt hat", sagte Coulthard im Hinblick auf den neuen italienischen Teamchef Stefano Domenicali. "Kimi Räikkönen wäre unter der Regie von Todt wohl niemals mit einem Schokoladeneis und einer Coke durch die Box gelaufen, als das Rennen im Prinzip noch gelaufen ist", verwies Coulthard auf Malaysia.

"Hinzu kommen die Fahrer. Ich kenne Felipe Massa nicht so gut, aber Kimi ist ein ehemaliger Teamkollege von mir. Er hat niemals unter Beweis gestellt, dass er die Marschrichtung für die Entwicklung eines Rennwagens vorgeben kann", meinte Coulthard abschließend. "Er hat ganz gewiss einen ungeheuren natürlichen Speed, aber Ferrari wird sich wohl erst entscheidend verbessern, sollte Fernando Alonso zu ihnen stoßen."

Fotoquelle: xpb.cc

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